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Fürstenberg Bauamtsleiterstelle ist wieder frei
Lokales Oberhavel Fürstenberg Bauamtsleiterstelle ist wieder frei
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17:56 25.09.2019
Sylvia Jandt war bis 2017 26 Jahre im Unternehmensverbund zur Landesentwicklung MV tätig. Quelle: Foto: Martina Burghardt
Fürstenberg

Die Leiterin des Bauamtes in Fürstenberg/Havel verlässt die Verwaltung. Sylvia Jandt (53) berichtet im Gespräch mit der MAZ über ihre Arbeit und aktuelle Projekte.

Zwei Jahre haben Sie für Fürstenberg gearbeitet. Sind Sie auf der Suche nach neuen Herausforderungen?

Davon gibt es auch in der Stadt genug. Ich werde zunächst beim Landesbetrieb Straßenwesen anfangen und dann zu der sich in Gründung befindenden Autobahngesellschaft wechseln. Die Bezahlung ist besser und ich freue mich auf die neuen Aufgaben. Aber ich wäre auch gern geblieben.

Am 1. August 2017 fingen Sie im Rathaus an. Welches war Ihre erste Amtshandlung?

Das weiß ich noch genau. Ich habe die stadteigenen Formulare für Ausschreibungen abgeschafft. Wenn die Pflege der Formulare nicht gewährleistet ist, bringt das nur mehr durcheinander als es hilft.

Welche Projekte haben Sie damals von Ihrem Vorgänger übernommen?

Vorbereitet waren zum Beispiel der P- und R-Platz am Bahnhof und die Havelbrücke und der Fahrstuhl im Rathaus. Wir sind sehr froh, dass er schon zur Wahl genutzt werden konnte.

Bauvorhaben dauern viel länger heutzutage, dieses Gefühl hat man jedenfalls. Können Sie das bestätigen?

Das ist so und dafür gibt es mehrere Ursachen. Fürstenberg hat zu viel Grün, wenn man das in diesem Zusammenhang mal so sagen kann. Das verkompliziert fast jede Maßnahme, weil die Belange von Natur-, Landschaft- und Artenschutz sowie die dafür zu leistenden Ausgleichsmaßnahmen berücksichtigt werden müssen. Das bundesdeutsche Baurecht fällt uns dabei auf die Füße. Außerdem nimmt der Landkreis Oberhavel alles sehr genau. Und die Fördermittelbehörden brauchen auch sehr viel Zeit.

Das bedeutet?

Beispiel Wasserspielplatz auf der Festwiese. Es gibt ähnliche Projekte in Brandenburg, die ohne Baugenehmigung auskamen. Nicht so in Oberhavel. Wir warten immer noch. Oder die Pappeln an der Badestelle in Himmelpfort, die am Absterben sind – das ist gutachterlich bestätigt – und gefällt werden sollen. Das geht schon seit eineinhalb Jahren. Dafür fehlt dann den Bürgern das Verständnis.

Aus den Verwaltungen ist immer wieder zu hören, dass es schwierig ist, Auftragnehmer zu finden. Was ist da dran?

Tatsächlich gibt es nicht wenige Planer und Firmen, die sich nicht mehr an Ausschreibungen der öffentlichen Hand beteiligen. Der Aufwand ist ihnen zu groß, weil Berge von Papier ausgefüllt werden müssen. Es wird komplizierter. Das schmerzt.

Das gilt nur für die großen Aufträge?

Bei Reparaturen und Ausbesserungen ist es ähnlich. Für kleine Aufträge findet sich niemand, also sammelt man. Überschreitet man eine bestimmte Summe, muss ausgeschrieben werden, und das dauert dann wieder.

Aber da könnte doch der Bauhof aushelfen?

Das hören wir immer wieder, aber der Bauhof darf nicht alles machen. Hier wird sehr viel Schelte verteilt von Leuten, die sich nicht die Mühe machen, es sich erklären zu lassen. Der Umgangston ist oftmals von vornherein vorwurfsvoll. Das finde ich ärgerlich. Auch mir dauern viele Sachen zu lange.

Sie haben schon Bauvorhaben erwähnt. Welche sind gerade aktuell?

Der Förderantrag für den Wasserspielplatz liegt seit einem halben Jahr beim Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung in Neuruppin. Dort gibt es Personalengpässe. Ich hoffe, dass der Spielplatz im nächsten Jahr fertig ist. Das Projekt Havelbrücke ist inzwischen sehr weit. Es ist klar, wie sie aussehen soll, die Ausführungsplanung ist fast fertig. Verschiedene Förderanträge sind gestellt und werden jetzt geprüft. Die Umgestaltung des Platzes am alten Kino in Himmelpfort ist ein Projekt, bei dem nicht nur das Areal aufgeräumt, barrierefrei und schick gemacht wird. Durch den Bau eines Lagerraumes für die Weihnachtsutensilien verbessern sich auch die Arbeitsbedingungen für die Bauhof-Mitarbeiter. Und am Markt 5 in Fürstenberg wird die Gestaltung des Flures den Eingang zur Touristinfo und zur heimatkundlichen Ausstellung aufwerten. Das sind nur Beispiele.

Sie erwähnen die Barrierefreiheit. Wie steht es damit in Fürstenberg?

Das ist ein Thema, das die Fürstenberger in Zukunft noch sehr beschäftigen wird: Pflasterung, abgesenkte Bordsteine, Ladeneingänge – da ist viel zu tun.

Was hat Ihnen bei Ihrer Arbeit als Bauamtsleiterin besonderen Spaß gemacht?

Die Projektsteuerung, so wie für die Havelbrücke, das liegt mir, auch die Bauoberleitung und Bauleitung. Im Bauamt gibt es ein tolles Team. Alle sind motiviert und bilden sich weiter.

Ihre Stelle ist ausgeschrieben?

Ja, die Ausschreibung ist raus. Da ist eins, was mich stört, aber das ist in ganz Deutschland so. Wenn Bauamtsleiter gesucht werden, dann wird als Qualifikation Bauingenieur oder Verwaltungsfachwirt angegeben. Das funktioniert so nicht. Wer für das Bauen zuständig ist, muss vom Fach sein.

Von Martina Burghardt

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