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Fürstenberg Die Freie Naturschule ist eröffnet
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19:46 15.08.2019
Angelika Seed und Mark Butler, Gründer der Freien Naturschule im Fürstenberger Seenland. Quelle: Martina Burghardt
Fürstenberg/Havel

In das flache Gebäude auf dem Gelände der LPG-Ranch in der Bornmühlenstraße in Fürstenberg ist Leben eingezogen. Die Freie Naturschule im Fürstenberger Seenland ist eröffnet. Für die Schulgründer Mark Butler und Angelika Seed gibt es immer noch viel zu tun.

War die Resonanz auf Ihr Vorhaben so, wie Sie es sich vorgestellt haben? Gibt es genügend Interesse?

Angelika Seed: Genügend Interesse gibt es auf jeden Fall. Es gab dreimal so viele Bewerber, wie wir aufnehmen konnten. In der Lerngruppe der ersten bis dritten Klasse haben wir jetzt zwölf Kinder, in der Lerngruppe der siebten bis neunten Klasse sind es acht Schüler. Wir haben die schriftliche Genehmigung des Bildungsministeriums erst einen Tag vor der Einschulungsfeier erhalten, was für die Eltern der einzuschulenden Erstklässler verständlicherweise sehr aufregend und auch schwer auszuhalten war. Daher gab es in den letzten Tagen noch einige wenige Rückzieher, aber die Warteliste ist immer noch sehr lang.

Wie lange dauert es, eine Privatschule zu gründen?

Mark Butler: Den ersten Antrag haben wir im März 2018 gestellt. Eine freie Schule in anderthalb Jahren zu gründen ist allerdings ungewöhnlich schnell. Wie viel Arbeit da tatsächlich auf einen zukommt, kann man sich kaum vorstellen. Aber die ganze Mühe lohnt sich! Das sieht man jeden Morgen in den strahlenden Gesichtern der Schüler. Die ersten Aufnahmegespräche mit den Eltern fanden im Mai dieses Jahres statt.

Sie hatten ursprünglich vor, die Schule in Großmenow einzurichten. Warum wurde nichts daraus?

Mark Butler: Das waren letztlich baurechtliche Gründe. Die Bearbeitung hat längere Zeit in Anspruch genommen, deshalb konzentrierten wir uns rechtzeitig auf die Ranch in Fürstenberg. Zum Glück war dort kein größerer Umbau nötig. Es musste vor allem eine Blitzschutzanlage installiert werden.

Angelika Seed: Die Schule wird jetzt für zwei Jahre in der Ranch bleiben. Für danach sind wir bereits auf der Suche nach einem geeigneten Objekt.

Ist die Waldschule Zootzen noch im Gespräch?

Mark Butler: Ja, wir würden dafür mit einem anderen Verein kooperieren, weil als Betreiber der Waldschule Zootzen nur Träger der freien Jugendhilfe in Frage kommen. Auf jeden Fall wollen wir in der Umgebung von Fürstenberg bleiben.

Woher kommen Ihre Schüler und Lehrer?

Angelika Seed: Aus Fürstenberg, Lychen und dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Zum Teil haben sich Fahrgemeinschaften gebildet. Von den Lehrern kommen einige aus Berlin, dafür ist die gute Bahnanbindung perfekt.

Wie viele Lehrer haben Sie an Ihrer Schule?

Angelika Seed: Wir haben sieben Lehrkräfte und eine Bürokraft. Auch bei den Lehrkräften hatten wir das Glück, sehr viele Bewerbungen erhalten zu haben. Für die Pädagogen ist es sehr interessant, neue pädagogische Methoden und Ansätze anzuwenden und sich beruflich weiterzuentwickeln.

In Ihrem Schulkonzept finden sich verschiedene reformpädagogische Ansätze. Was ist Ihnen daran besonders wichtig?

Mark Butler: Das Konzept beruht auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen in den angeborenen Wissensdurst der Schüler. Wir gehen davon aus, dass sie mit einer großen Neugierde und Begeisterungsfähigkeit zu uns kommen und sehen unsere zentrale Aufgabe darin, dieses innere Feuer zu nähren.

Angelika Seed: Wir sind ausgesprochen glücklich, dass die Kinder und Jugendlichen das Konzept so gut annehmen. Wir bekommen schon jetzt das Feedback von den Eltern, dass viele Kinder wie ausgewechselt sind. Dass sich die pausenlose Arbeit der vergangenen anderthalb Jahren gelohnt hat, zeigt sich für uns darin, dass Kinder singend zur Schule kommen und am Nachmittag am liebsten noch etwas länger bleiben würden.

Wie bringen sich die Eltern mit ein?

Mark Butler: Sie sind sehr engagiert dabei und waren eine große Unterstützung beim Renovieren des Schulgebäudes. Die Räume wurden sehr gemütlich eingerichtet. Manche Eltern sagten, hier würden sie gern noch einmal zur Schule gehen. Auch das Lehrerteam ist großartig.

Angelika Seed: Weil die Schule so klein ist, ist sehr schnell ein Gemeinschaftsgefühl aufgekommen. Die Energie, die plötzlich in diesem Gebäude herrscht, vermischt mit Kinderlachen – das berührt mich sehr.

Werden Sie während des Schuljahres weitere Schüler aufnehmen?

Angelika Seed: Die Lehrer und die Schüler sollen erst einmal in Ruhe ankommen können. Ab nächstem Jahr nehmen wir wieder Schüler der ersten Klasse sowie Quereinsteiger auf. Zu den beiden vorhandenen Lerngruppen wird es in Zukunft eine Lerngruppe der vierten, fünften und sechsten Klasse und eine zehnte Klasse geben.

Fühlen Sie sich als Schulgründer in der Stadt willkommen?

Mark Butler: Wir haben eine sehr gute Unterstützung von der Stadtverwaltung bekommen, auch die Stadtverordneten waren wohlwollend. Außerdem haben wir große Unterstützung von der Alten Reederei und der Regio Nord erhalten.Angelika Seed: Ja, wir fühlen uns als Schule sehr willkommen. In den ersten drei Jahren muss sich die Schule allerdings selbst tragen, das heißt wir erhalten kein Geld vom Land. Weil wir keine Eliteschule sein wollen, ist das Schulgeld gestaffelt – der Mindestsatz ist sogar um ein Drittel günstiger als in umliegenden freien Privatschulen. Deshalb freuen wir uns auch sehr über Spenden. Details dazu sind auf unserer Webseite www.fnifs.de zu finden.

Von Martina Burghardt

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