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Fürstenberg Spurensuche auf dem Friedhof
Lokales Oberhavel Fürstenberg Spurensuche auf dem Friedhof
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17:30 25.10.2019
Dieser Tage findet eine weitere Grabung des polnischen Instituts für Nationales Gedenken in Fürstenberg. Quelle: Martina Burhardt
Fürstenberg/Havel

Krzysztof Radka hält eine Aluminiumplakette in der Hand und wischt die Erde ab. Er ist sichtlich bewegt, denn es handelt sich um eines von mehreren Fundstücken in der Nähe der ausgewiesenen Ruhestätte polnischer Frauen, die zwischen dem 4. Mai und 2. Oktober des Jahres 1942 im Konzentrationslager Ravensbrück erschossen, verbrannt und auf dem Stadtfriedhof Fürstenberg bestattet wurden.

Eine der mit Namen und Nummer versehenen Aluminiumplatte, die auf den Urnendeckeln angebracht war. Quelle: Martina Burghardt

Solche Tafeln, die auf den Urnendeckeln angebracht waren, und nummerierte Schamotttsteine aus den Urnen sind der letzte Hinweis darauf, wessen Asche auf dem Friedhof vergraben wurde. 56 Frauen standen auf der Hinrichtungsliste, bislang waren 39 Begräbnisse dokumentiert.

Krzysztof Radka und seine Kollegen Michal Sieminski und Jan Jagiello untersuchen seit Mittwoch ein weiteres Stück in der Umgebung der mit einer Namenstafel versehenen Gedenkstätte auf dem Friedhof, um die Lücken in der Liste der getöteten Frauen zu schließen.

Erste Grabung im April

Das Institut für Nationales Gedenken und die Kommission zur Strafverfolgung von Verbrechen gegen das polnische Volk haben die Spurensuche veranlasst. Bereits Anfang April fand eine erste Grabung statt, abgestimmt mit dem Brandenburger Innenministerium, dem Landesamt für Denkmalpflege, der unteren Naturschutzbehörde und der Stadt Fürstenberg/Havel. Sarah Zabel von der Friedhofsverwaltung im Rathaus begleitet die Arbeiten.

Solche Schamottsteine wurden in die Urnen gelegt. Auf der anderen Seite steht die Häftlingsnummer. Quelle: Martina Burhardt

Bei der Untersuchung im April wurden vier Aluminiumplaketten mit Namen gefunden, die nicht auf der Gedenktafel, aber in den Hinrichtungslisten verzeichnet sind. 13 Schamotttafeln fehlten also noch, von denen bei der aktuellen Grabung bereits einige gefunden wurden. Sämtliche Tafeln, Knochenreste, Fragmente von Urnen, Nägel und Metallelemente der Kleidung werden im Bestattungshaus aufbewahrt. In einem Bericht des polnischen Instituts über die bisherigen archäologischen Untersuchungen, der der Stadt zur Verfügung gestellt wurde, sind sämtliche Arbeiten genauestens dokumentiert.

Eins steht schon fest: „Das bestehende Kriegsgrab wird vergrößert“, erklärt Sarah Zabel. So verlangt es das Kriegsgräbergesetz. Einen Gestaltungsvorschlag gibt es bereits, Einzelheiten sind jedoch noch nicht geklärt.

Krzysztof Radka vom polnischen Institut für Nationales Gedenken dokumentiert auf dem Stadtfriedhof Fürstenberg die Fundstücke. Quelle: Martina Burhardt

Zunächst kann die Liste der Namen aktualisiert werden, die auf der Gedenktafel erscheinen sollen. Voraussichtlich anlässlich des 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Ravensbrück im April 2020 wird es eine feierliche Bestattungszeremonie geben. Die Angehörigen der Opfer werden informiert.

Noch ist nicht alles restlos erforscht

Das ursprüngliche Urnenfeld der im Jahr 1942 getöteten KZ-Insassinnen war Ende der 1980er Jahre fast vollständig zerstört, Gräberfelder neu angelegt worden. Dabei hatte man Erkennungstafeln gefunden, die aus Urnen mit der Asche polnischer Opfer stammten, und wusste somit, dass die Gedenkstätte nicht vollständig mit der Grabstelle übereinstimmen kann. Über die genaue Anzahl der Urnen, deren Art und Inhalt war nichts bekannt. Aus den Listen der im Konzentrationslager Ravensbrück hingerichteten Polen geht hervor, dass es auf dem Friedhof Fürstenberg zwei weitere Felder mit Asche geben muss. Die bisherigen Untersuchungen brachten jedoch keine neuen Erkenntnisse.

Von Martina Burghardt

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