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Fürstenberg Tagesmütter in Fürstenberg geben auf
Lokales Oberhavel Fürstenberg Tagesmütter in Fürstenberg geben auf
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17:22 25.11.2019
Zwei Tagesmütter betreuen zusammen zehn Kinder in der Schatzkiste am Berliner Berg in Fürstenberg. Quelle: Martina Burghardt
Fürstenberg/Havel

Noch ist alles wie immer. Die beiden Tagesmütter haben ihre Kleinen um sich versammelt und singen. Anschließend wird Obst verteilt. In einem guten halben Jahr ist es damit jedoch vorbei. Christiane Menzel (39) und Antje Rohsol-Kockskämper (47) geben auf. Zum 31. Juli 2020 schließt die Tagesbetreuung Schatzkiste. Ob die Räume in der Villa am Berliner Berg weiterhin für einen solchen Zweck genutzt werden, ist vollkommen ungewiss.

„Es sind viele Puzzleteile, die dazu geführt haben“, so Antje Rohsol-Kockskämper. „Die Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen.“ An der Miete scheitere es definitiv nicht, sie liege sogar unter dem Mietspiegel. Dennoch ist das Geld ein großer Puzzlestein.

Zu wenig Geld, wenige Anmeldungen

Die Beiträge, die von der Stadt laut Satzung pro Kind gezahlt werden, reichen zwar für die Aufwendungen. Aber die eigene Vorsorge, vor allem fürs Alter, bleibt auf der Strecke. Je mehr Stunden Kinder betreut werden, desto geringer ist der Stundensatz. Hinzu kommt, dass für den September 2020 erst vier Anmeldungen vorliegen. Das ist zu wenig. Jede Tagesmutter könnte fünf Kinder betreuen.

Die Schilder am Grundstückszaun werden im im Sommer 2020 abgeschraubt. Quelle: Martina Burghardt

„Vor zwei Jahren waren wir in einer ähnlichen Situation“, berichten die beiden, die jahrelange jede für sich zu Hause und seit April 2017 in den gemeinschaftlich genutzten Räumen die ein- bis zweijährigen Kinder betreuen. Bei dem Betreuungssatz fehle der Puffer, um Leerzeiten zu überbrücken. Das „Hobby mit Trinkgeld“ können sich die beiden Tagesmütter nicht mehr leisten. Nach zehn Jahren als Geringverdienerinnen gehen sie nun auf die Suche nach einer Anstellung.

Kein Erfolg mit Gesprächen

Die Auskunft von der Stadtverwaltung, dass die Tagespflegesätze von der Stadtverordnetenversammlung festgelegt werden, hat den beiden Frauen nicht weitergeholfen. Die Versuche, einen Gesprächstermin beim Bürgermeister zu bekommen, scheiterten bislang. Ihre Schreiben haben sie außerdem an die Stadtverordnetenversammlung und den Sozialausschuss geschickt und ihre Mitarbeit bei der Erarbeitung der neuen Kita-Satzung angeboten – das alles hat nichts gebracht. Umstimmen könne man sie nun nicht mehr, sagen sie. „Dafür haben wir zu viele Jahre für die Renteneinzahlung verpasst“, so Antje Rohsol-Kockskämper.

Immerhin haben sie den Schließtermin der Schatzkiste so lange wie möglich hinausgeschoben. Vor allem deshalb, um den Eltern Zeit zu geben, einen neuen Platz zu suchen. Außerdem gehen sechs der zehn Kinder bis Juli in die Kita, dann fällt der Übergang nicht so schwer.

Entgelt ist in der Satzung festgelegt

Paragraf 11 der Kita-Satzung Fürstenberg regelt die Bezahlung der Tagesmütter. „Der Ersatz der Aufwendungen richtet sich nach der vertraglich vereinbarten Betreuungszeit“, heißt es wörtlich. Für die tägliche Betreuungszeit von sechs Stunden wird pro Kind ein monatliches Betreuungsentgelt von 330 Euro gezahlt, bis acht Stunden sind es 380 Euro.

Schließt die Schatzkiste, gibt es in Fürstenberg kein Tagespflegeangebot mehr. Zu besten Zeiten gab es einmal sieben Tagesmütter. „Wir hoffen, dass sich jemand findet, der es weitermacht“, so Christiane Menzel, „damit die Eltern eine Wahl haben.“ Bei fünf oder wie in diesem Fall zehn Kindern sei eine individuellere Betreuung möglich. Außerdem sei man flexibler bei den Betreuungszeiten.

„Wir machen es wirklich gerne und wir wissen, dass Krippenplätze fehlen“, so Antje Rohsol-Kockskämper. „Es macht Spaß mit den kleinen Geistern, zu sehen, wie sie sich entwickeln.“ Dass in acht Monaten Schluss sein soll, mögen sie sich noch gar nicht vorstellen.

Von Martina Burghardt

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