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Fürstenberg Zu viele Katzenbabys im Tierheim
Lokales Oberhavel Fürstenberg Zu viele Katzenbabys im Tierheim
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16:35 20.08.2019
WAT-Lehrer Lutz Pegelow, Tierheim-Chfein Ellen Schütze und Praktikant René Hendricks im Tierheim Tornow. Quelle: Martina Burghardt
Tornow

Für zwei Wochen tauscht René Hendricks die Schulbank gegen einen Arbeitsplatz im Tierheim Tornow. Der 18-jährige Berliner, der zurzeit im Haus an der Polz Gransee lebt und sich auf seinen Schulabschluss vorbereitet, absolviert dort sein Betriebspraktikum. Tierheimleiterin Ellen Schütze ist sehr zufrieden. „Er ist engagiert und begeistert. Sie können mehr schicken“, sagte sie zu Lutz Pegelow, der sich am Dienstag als Lehrer für Wirtschaft, Arbeit, Technik ein Bild von seinen Schützlingen an ihrem Praktikumsplatz macht.

Am Sonntag geht’s da entlang zum Tierheim. Quelle: Martina Burghardt

René Hendricks hat selbst keine Haustiere, hat sich aber die Arbeitsstelle selbst ausgesucht. Ihm haben es vor allem die Katzen angetan. Zurzeit ist er jedoch dabei, die Mitarbeiter und Helfer im Tierheim bei den Vorbereitungen für das Sommerfest zu unterstützen, also beim Rasenmähen und Unkrautzupfen. Sonntag soll für die Gäste alles schön sein.

Container für Fundhunde frisch gefliest

Bis dahin sind auch die neuen Container hergerichtet. Fliesenleger Gerald Plha aus Himmelpfort ist so gut wie fertig mit der Arbeit. Die von einem Vereinsmitglied gestifteten Container konnten mit Hilfe einer weiteren Spende für die Fliesen sowie einer kurzfristigen und unbürokratisch gewährten Summe der Siggi & Sissy-Loch-Stiftung Mensch und Tier angeschafft und eingerichtet werden. Darin werden Fundhunde, die oftmals abends oder nachts ins Tierheim gebracht werden und möglicherweise krank oder verletzt sind, untergebracht. Eine eigene Zufahrt sorgt dafür, dass die anderen tierischen Bewohner nicht unnötig aufgeschreckt werden.

Katzenbabys: „Wir wissen nicht mehr wohin“

Mit ausgesetzten Hunden während der Urlaubszeit hatte der Tierschutzverein Oberhavel, Träger des Tierheims Tornow, glücklicherweise nicht zu tun. Erst am Ende der Ferien mussten zwei Hunde aufgenommen werden. Weitaus größer ist das Katzen-Problem „Die Quarantäne-Station ist voll. Wir geben uns Mühe, wissen aber nicht mehr, wohin mit den Tieren“, so Ellen Schütze, die sowohl Vorsitzende des Landestierschutzverbandes Brandenburg als auch des Tierschutzvereins im Landkreis Oberhavel ist.

„Seit Anfang März haben wir in diesem Jahr durchgehend Katzenbabys, die meist von ihren Müttern mit Krankheiten angesteckt wurden“, berichtet sie. Außerdem kämen täglich Anrufe. Oft hätten die vermeintlichen Tierschützer kein Verständnis für den begrenzten Platz im Tierheim und die personellen Kapazitäten. Der Verein finanziert sich über Spenden, lediglich für Fundtiere gibt es Zuschüsse. „Das Geld reicht für 25 Katzen im Jahr, wir haben aber zwischen 80 und 100“, so Ellen Schütze. Denn zu den Kosten für die Kastration addieren sich die für andere medizinische Behandlungen und natürlich die Versorgung und Betreuung.

Tierschutz funktioniert nur gemeinsam

Ellen Schütze wünscht sich, dass Urlauber, die in den Wochenendsiedlungen und auf Campingplätzen Katzen füttern, nicht erst an ihrem Abreisetag im Tierheim anrufen, um dort die Verantwortung abzugeben. „Wir brauchen Kooperation“, appelliert sie an jene, die sich um herrenlose Katzen und andere Tiere Gedanken machen. Schon jetzt sind übrigens fünf Igelbabys im Tierheim angekommen.

Gelände kann besichtigt werden

Am Sonntag kann sich jeder selbst ein Bild machen. Von 12 bis 16 Uhr stehen die Türen offen, eine Band spielt auf, es gibt zu essen und zu trinken. Dann können die Besucher sehen, was sich in den zurückliegenden Monaten auf dem Tierheim-Gelände getan hat. Der für das Esel-Pärchen, das inzwischen ein richtiges Zuhause hat, hergerichtete Paddock ist erneuert und wird als Auslauf für die Hunde genutzt. Der voriges Jahr von den „Harten Hunden“ des Fernsehens angelegte Badeteich musste erneuert und betoniert werden. Tiere werden an dem Tag jedoch nicht vermittelt.

Mitarbeiter gesucht

Ellen Schütze hofft, dass sich der ein oder andere Helfer für das Tierheim interessiert. Dringend gesucht werden allerdings Mitarbeiter. Stellen für einen Tierpfleger und einen Auszubildenden könnten sofort besetzt werden.

Von Martina Burghardt

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