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Fürstenberg Filmreihe Schlussstrich fortgesetzt
Lokales Oberhavel Fürstenberg Filmreihe Schlussstrich fortgesetzt
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13:57 29.03.2019
Nach der Filmvorführung kamen Thomas Kunz und Kirsten Poggendorf mit den Zuschauern ins Gepsräch. Quelle: Uwe Halling
Fürstenberg/Havel

 Vom 12. bis 14. April wird der 74. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Ravensbrück begangen. Buch- und Projektvorstellungen, Führungen, Gespräche, Ausstellungen stehen neben der zentralen Gedenkveranstaltung am Sonntag auf dem Programm. Erstmals wird es ein internationales Forum der zweiten und dritten Generation geben. Am Freitag begegnen sich Angehörige ehemaliger KZ-Häftlinge.

Wie sehr die Geschichte der Eltern und Großeltern das eigene Leben prägt, haben Gesa Knolle und Birthe Templin mit ihrem Film „Was bleibt“ aus dem Jahr 2008 dargestellt. Sie haben Frauen interviewt, die auf sehr unterschiedliche Weise mit der deutschen Vergangenheit und ihrer Gegenwart verbunden sind. Erna de Vries, die als junge Frau ab 1943 in Ravensbrück inhaftiert war, ihre Tochter Ruth und Enkelin Rebecca sowie Dietlinde, die Tochter einer Aufseherin und deren Enkelin Eva reflektieren, wie sie ihre Kindheit erlebten oder sich ihren eigenen Kindern gegenüber verhielten – mal nachdenklich, auch ratlos, deprimiert, distanziert, auf jeden Fall sehr unterschiedlich.

Gezeigt wurde der Film am Mittwoch in der Alten Reederei Fürstenberg in einer Reihe von Filmgesprächen unter dem Titel Schlussstrich, in denen es um das Verleugnen, Verschweigen und Vergessen der Nazi-Herrschaft geht. Organisiert werden diese Veranstaltungen vom Verein Brückenschlag, dieses Mal gemeinsam mit der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück.

Gedankenaustausch mit den Zuschauern

Gedenkstättenpädagoge Thomas Kunz und Kirsten Poggendorff, stellvertretende Vereinsvorsitzende, tauschten nach der Filmvorführung ihre Eindrücke und Erfahrungen mit den Zuschauern aus. Immer wieder, so Thomas Kunz, kämen Nachfahren von KZ-Insassinnen, um mehr über das Leben ihrer Familienangehörigen zu erfahren. Seltener und dann meist zurückhaltend ist die Suche nach Informationen über die Aufseherinnen.

„Schwierig ist es, Nachfahren zu finden, die sich äußern möchten“, so Thomas Kunz, wobei in der pädagogischen Arbeit die Täterschaft schon lange ein Thema sei. Die Aufseherinnen-Ausstellung, die 2004 in Ravensbrück eröffnet worden war, wird derzeit neu konzipiert und soll voraussichtlich in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres eröffnet werden.

Die Filmgesprächs-Reihe Schlussstrich wird am 24. April fortgesetzt.

Von Martina Burghardt

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