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Fürstenberg Sanierung der L 214 könnte Pilotprojekt werden
Lokales Oberhavel Fürstenberg Sanierung der L 214 könnte Pilotprojekt werden
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20:52 13.11.2018
Noch immer sind die Löcher auf der L 214 riesengroß.
Noch immer sind die Löcher auf der L 214 riesengroß. Quelle: FOTO: UWE Halling
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Zootzen

Die Landesstraße 214 – das wohl größte Problemkind im gesamten Nordkreis. „Ich heb ab!“, titelte die MAZ am 13. Mai 2017. Es war der Artikel über die MAZ-Aktion, bei der die schlechteste Straße im Kreis Oberhavel  gesucht  wurde. Etwa 15 000 Leser hatten für die Huckelpiste gestimmt. Die damalige Umfrage flankierte und befeuerte den etwa 20-jährigen Kampf der Einheimischen und einiger Lokal-, Kreis- und Landespolitiker für eine Verbesserung der Straßenverhältnisse.

Die Einwohner und Unternehmer der anliegenden Orte sind auf diese einzige Straße angewiesen. „Es  gibt  keine  Alternative. Wer aus dem Ort raus will, muss diese Straße nutzen“, sagte damals Matthias Helm, Inhaber der in Zootzen ansässigen Tischlerei und Fensterbau GmbH. Sie sei – insbesondere von Tornow bis Fürstenberg – ein reiner Flickenteppich. Jahrelang wurde  nur  ausgebessert.  Und doch befindet sich dort nur Loch an Loch.

Die Sorgen der Anwohner

In der Zwischenzeit hat sich das Land Brandenburg bereiterklärt, diese Landesstraße (und auch andere) zur Kreisstraße herabzustufen. Damit einher ginge eine Sanierung. „Aber es hat sich immer noch nichts getan“, sagt Jens Wegener von der vor einem Jahr gegründeten Bürgerinitiative „L 214“. Bereits im Sommer hatte die BI ihren Unmut mit einem Brief an die zuständige Ministerin Kathrin Schneider (SPD) zum Ausdruck gebracht. „Ganz schön lange für nichts und wieder nichts. Wir machen uns Sorgen, dass uns die Wahlen mit ihren Unwägbarkeiten einholen und dann wieder andere Prioritäten gesetzt werden“, befürchtete Jens Wegener im Juli dieses Jahres. „Warum dauert das alles so lange? Wir wollen, dass Nägel mit Köpfen gemacht werden.“

Erheblicher Sanierungsbedarf

Der Landkreis bestätigt die Auffassung der Anlieger der L 214. „Im nachrangigen ’Grünen Netz’, zu der auch die L 214 zählt, wurde so gut wie nicht mehr investiert. Es besteht ein erheblicher Sanierungsbedarf bei Ortsdurchfahrten und freien Strecken im Landkreis Oberhavel. Wir teilen die Auffassung des Landes, dass mit einem schnellen Umstufungskonzept für die Landesstraßen der jahrelange Investitionsstau aufgelöst werden könnte.“ Auf Nachfrage der MAZ teilte die Pressesprecherin der Kreisverwaltung, Constanze Gatzke, mit: „Mit Schreiben vom 4. Oktober 2017 hatte der Landkreis zum Umstufungskonzept für Landesstraßen des Grünen Netzes gegenüber dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung die grundsätzliche Gesprächsbereitschaft zur geplanten Abstufung von etwa 70 Kilometern Landesstraßen signalisiert.“ Und weiter: „Zur Verfahrensweise befinden wir uns aktuell in Gesprächen mit dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung. Der nächste Gesprächstermin findet am 21. November 2018 statt.“

Ein paar Tage später, am 27. November, werden sich der Kreistagsabgeordnete Olaf Bechert (CDU) und Vertreter der Bürgerinitiative mit Landrat Ludger Weskamp (SPD) treffen, um sich auf den neuesten Stand bringen zu lassen.

Ziel des Pilotprojektes: schnell sanieren

Steffen Streu, Pressesprecher des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung, erklärte derweil, dass es „ein Pilotprojekt geben wird, das im Landkreis Oberhavel durchgeführt werden soll. Die L 214 gehört zu den in Frage kommenden Straßen“. Zur Ausgestaltung des Pilotprojektes gebe es Gespräche. Wie es mit der Sanierung der L 214 weitergeht, könne laut Streu erst gesagt werden, wenn die Rahmenbedingungen für die Umsetzung des Projektes klar sind. Ziel des Pilotprojektes sei es, ein vereinfachtes Verwaltungs- und Finanzierungsverfahren zu prüfen, um die Sanierung schneller voranzubringen.

All die Verzögerungen wurmen Jens Wegener. „Wir erwarten einfach, dass die entscheidenden Leute ihren Aufgaben gerecht werden. Wir bieten dafür unsere Hilfe an. Ich kann diese Arbeitsweise jedenfalls nicht verstehen. Der Frust und die Ungeduld sind bei uns groß.“

Von Stefan Blumberg