Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Fürstenberg Shakespeare auf der Stadtpark-Bühne
Lokales Oberhavel Fürstenberg Shakespeare auf der Stadtpark-Bühne
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 28.07.2018
Das Amateurtheater Spielbrett inszenierte für seine diesjährige Planwagentour das Shakespeare-Stück „Ein Sommernachtstraum“. Quelle: Martina Burghardt
Fürstenberg/Havel

Eine kleine Textzeile gleich zu Beginn der Aufführung von „Ein Sommernachtstraum“ spiegelt im Grunde genommen wider, was sich die Spielbrett-Theaterleute wünschen: „... dass alles singt und klingt vor Fröhlichkeit.“ Mit ihrem Planwagen liefern die Dresdner Amateurschauspieler Unterhaltung dorthin, wo ein Theaterbesuch nicht alltäglich ist.

Dies ist die Belohnungstour

Montag im Stechlinsee-Center, Dienstag im Stadtpark Fürstenberg, Mittwoch in der Klosterruine Himmelpfort, Donnerstag im Stranbad Lychen – das sind einige der Stationen quer durch die märkische Seenlandschaft. Und es ist die „Belohnungstour“ alle drei Jahre, weil es so schön ist, im Sommer im Freien zu übernachten, Fahrrad zu fahren, zu schwimmen, und einfach die Landschaft zu genießen.

Wortwitz und Anzüglichkeiten

Am Abend dann Shakespeare – ausschließlich, dazu immer handgemachte Musik. Für das Publikum leichte Kost, zugeschnitten auf das neunköpfige Ensemble mit etlichen Doppelbesetzungen, angereichert mit Wortwitz, aktuellen Bezügen und jeder Menge Anzüglichkeiten.

Einmal quer durchs Publikum – Theater Spielbrett mit Shakespeare im Stadtpark Fürstenberg. Quelle: Martina Burghardt

Schließlich geht es um Liebe, Verliebtsein und alle Verwirrungen, die sich daraus ergeben können. In diesem Stück werden sie hauptsächlich von Puck, dem Kobold, gestiftet.

Köstlich amüsiert

Von dem frechen Erdmops, wie er in dieser Inszenierung genannt wird, möchte sich allerdings bestimmt niemand verzaubern lassen. Das gibt nur Ärger, Schläge und Peinlichkeiten.

Theater Spielbrett – die Handwerker im „Sommernachtstraum“ proben „Romeo und Julia“. Quelle: Martina Burghardt

Das Publikum in Fürstenberg amüsierte sich von der ersten Minute an köstlich, spendete großzügig Szenenapplaus und honorierte so die großartige Leistung der Darsteller, Kostüm- und Bühnenbildner.

Fünf Stücke immer parallel

Mit einem „Das lief doch gut“, konnte dann auch Regisseur und Theaterleiter Ulrich Schwarz nach 100 Minuten durchatmen. Routine hat in dieser Branche nichts verloren. „Der Titel Amateurtheater ist für uns ein Qualitätsanspruch“, erklärt er. Spielbrett habe ständig fünf Stücke parallel im Repertoire. Die Schauspieler kommen aus den verschiedensten Berufen. Eine Ärztin, Studenten, Büroangestellte, Ingenieure haben Spaß daran, ellenlange Texte zu lernen und auf der Bühne eine Figur zum Leben zu erwecken, die meist so gar nichts mit einem selbst zu tun hat.

Regisseur Ulrich Schwarz und Sarah Schlootz vom Theater Spielbrett aus Dresden. Quelle: Martina Burghardt

Seit Jahrzehnten tourt Ulrich Schwarz mit dem 1985 von ihm mit gegründeten Wandertheater durch die Lande, 1988 war Spielbrett das erste Mal in Fürstenberg. „Ich habe selbst einmal als Schauspielstudent so eine Tour mitgemacht“, erzählt der in Potsdam-Babelsberg geborene Ulrich Schwarz. Die Idee gefiel ihm, und so wird seitdem Jahr für Jahr der Planwagen mit Requisiten vollgepackt.

Für die Kaltblüter wird gut gesorgt

„Wir haben Glück mit dem Pferdehof in Dresden, der uns immer wieder unterstützt“, sagt Sarah Schlootz vom Theater. Wagen und Pferde einfach nur mieten, das würde nicht funktionieren, ist sie überzeugt. „Die Kutscher brauchen ein Gefühl für die Truppe.“ Den Kaltblütern, die vor den Planwagen gespannt werden, machen die Strapazen nichts aus. Für sie ist gut gesorgt. In Fürstenberg durften sie auf dem Schlosshof grasen.

Fahrendes Volk auf Fahrrädern

Von Spielort zu Spielort geht es gemächlich vorwärts: Fünf oder sechs Kilometer schaffen die Pferde in der Stunde, etwas mehr als Schrittgeschwindigkeit. Das fahrende Volk – 25 Leute insgesamt – folgt mit Fahrrädern. Unterkünfte werden schon im Herbst organisiert. Die Ansprüche sind nicht hoch. „Wir fragen zuerst dort an, wo wir beim letzten Mal waren“, so Sarah Schlootz. Diesmal gab es unter anderem in der Mehrzweckhalle in Fürstenberg und im Gemeindehaus in Himmelpfort Platz für die Theaterleute.

Von Martina Burghardt

Mit Blick auf den Haussee konnten die Theaterbesucher am Wochenende insgesamt drei Vorführungen des Traumschüffs genießen. Beim Hörspiel „Treue Hände“ wurde schwere Kost charmant dargeboten.

25.07.2018

Das Himmelpforter Sommerfest über zwei Tage bot wieder gute Unterhaltung für Jung und Alt. Beim Klostergeflüster konnte man alte Handwerkskunst kennenlernen, Musik, Geschichten und gutes Essen genießen.

22.07.2018

Zum traditionellen Dorffest wird an diesem Wochenende nach Himmelpfort eingeladen. Beim Klostergeflüster gibt es ein abwechslungsreiches Programm auf der Wiese am Haussee rund um die Klosterruine.

19.07.2018