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Oberhavel Gedenken in Bergfelde
Lokales Oberhavel Gedenken in Bergfelde
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14:09 10.11.2014
Baumpaten, „Max der Dachs“ und Helfer pflanzen Buche, Linde und Eiche für die Einheit. Quelle: Robert Roeske
Bergfelde

Welche Gedanken mögen den rund 350 Besuchern, die am Sonntagnachmittag zum 25. Jahrestag des Mauerfalls nach Bergfelde gekommen waren, durch den Kopf gegangen sein? Der Mitorganisator der dortigen Einheitsbaumpflanzung, Dirk Hartung, hatte eine provokante Klangmontage vorbereitet. Es ertönten nicht nur bekannte Aussprüche wie Ulbrichts „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“, sondern auch DDR-Lieder zum Mauerbau bis hin zur verpoppten Version der alten Nationalhymne. „Das war eine einmalige Installation“, sagte die ehemalige Schuldirektorin Sybille Kutschke-Stange aus Hennigsdorf. Ihr standen Tränen in den Augen. Die Musik rief Erinnerungen an ihre damals in den Westen gegangene Schwester wach. Andere Besucher schüttelten hingegen über die Musikauswahl irritiert den Kopf. Ihrer Meinung nach war diese für den Tag des Mauerfallgedenkens unpassend gewählt. Ein Bergfelder Ehepaar wunderte sich, was man früher doch so alles an Liedern kritiklos hingenommen hat. Beim gemeinsam gesungenen „Die Gedanken sind frei“ stimmten hingegen alle Besucher, ob aus Ost oder West, mit ein.

Rund 350 Leute kamen am Sonntag zum 25. Jahrestags des Mauerfalls nach Bergfelde. Drei Bäume wurden als Denkmal für die Deutsche Wiedervereinigung gepflanzt. Jedoch schüttelten einige Besucher über die Musikauswahl den Kopf.

Im Rahmen eines kleinen Bürgerfestes hatten die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Oberhavel sowie die Stadt Hohen Neuendorf zur Pflanzung von drei Bäumen als Denkmal für die Deutsche Wiedervereinigung geladen. Nach einer Idee von SDW-Mitglied Werner Erhardt und unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel sollen in allen deutschen Gemeinden je drei Bäume in einem gleichseitigen Dreieck als wachsendes Wiedervereinigungssymbol gepflanzt werden: „Es wäre doch schade, wenn es nur ein Denkmal für die friedliche Revolution in Berlin geben würde.“ So beteiligte sich Hohen Neuendorf als 165. und erste Brandenburger Gemeinde an diesem Projekt. Entsteht in allen Gemeinden Deutschlands ein solches Denkmal, werden über 33000 Bäume gepflanzt. So setzten Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung (Linke) und der CDU-Bundestagsabgeordnete Uwe Feiler eine Eiche als Symbol für das wiedervereinigte Deutschland in den Boden des ehemaligen Todesstreifens. Eine Kiefer für den Osten übernahm man aus dem Wald. Ideengeber Erhardt aus Bayern griff beim Pflanzen einer Buche für den Westen zum Spaten und der in Hohen Neuendorf lebende Generalsekretär des Ministerrates der EU, Uwe Corsepius, packte beim Pflanzen einer für Europa stehenden Linde mit an.

Interview

Torsten Werner (Grüne) sitzt in der Gemeindevertretung und ist Mitglied in der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald

MAZ: Welche Gedanken gehen Ihnen am heutigen Tag durch den Kopf? 
Torsten Werner: Für mich ist die Erinnerung an den Abend vor 25 Jahren eine Revue der Glücksgefühle, denn endlich hat sich unsere Sehnsucht nach Freiheit erfüllt. Der Fall der Mauer zeigt, dass man nichts mit Gewalt aufrecht erhalten kann und darf. Die Wurzeln der gepflanzten Bäume sollen für diesen unbeugsamen Willen der Freiheit stehen. 

Wie haben sie den 9.November 1989 erlebt? 
Werner: Ich war Anfang zwanzig, hatte gerade mein Studium der Unterhaltungsmusik beendet und wohnte mit meiner Frau an der Bornholmer Straße. Als wir hörten, dass die Grenzen offen sind, gingen wir trotzdem nicht mehr abends los, sondern erst am nächsten Morgen. Wir waren zuversichtlich, dass die Grenze auch dann noch offen sein würde. 

Wohin sind Sie als Erstes im Westen gefahren? 
Werner: Ganz unspektakulär zum Kurfürstendamm. Wir wollten Glanz und Glamour sehen, Grau kannten wir genug. Es war eine spannende Zeit, in der sich alles geändert hat und alles neu war.

„Es ist ein tolles Denkmal, das nicht starr, sondern beweglich ist,“ sagte der Generalsekretär aus Brüssel. „Unter den Linden wird hier zu einer ganz neuen Adresse.“ Die dreiachsige Bank unter den Bäumen soll zu einem Treffpunkt werden und zum Dialog unter dem zusammenwachsenden und schützenden Blätterdach einladen. Ein Hinweisschild erklärt das Denkmal, das zwar wächst, aber sich doch nicht verändert, wie Werner Erhardt erläuterte.

Von Ulrike Gawande

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