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Oberhavel Gedenkstätten-Guides sind verärgert
Lokales Oberhavel Gedenkstätten-Guides sind verärgert
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18:10 17.03.2015
Die Guides, die Besuchergruppen durch die Gedenkstätte Sachsenhausen führen, sind unzufrieden.
Die Guides, die Besuchergruppen durch die Gedenkstätte Sachsenhausen führen, sind unzufrieden. Quelle: dpa
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Oranienburg

Zumeist sind es Studenten, die als Guides die Besuchergruppen aus aller Herren Länder durch die Gedenkstätte Sachsenhausen führen. Um sich etwas dazu zu verdienen. Zunehmend aber auch Frauen und Männer, die von diesem Job leben. Rund 30 Guides arbeiten für die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten in Oranienburg. Dafür erhalten sie eine Ausbildung, verfügen über umfangreiches Wissen über die NS-Zeit. Doch es gibt erheblichen Unmut unter diesen Führern, seitdem im Herbst die Gedenkstättenleitung informiert hat, dass es Veränderungen in den Beschäftigungsverhältnissen geben wird. Sie haben sich jetzt an die MAZ gewandt.

Bisher hatten die Guides unbefristete Arbeitsverträge, ab 1. März wurden sie zu Selbstständigen. Bisher gab es einen Stundenlohn von 11,63 Euro, künftig zahlt die Gedenkstätte eine Pauschale von 70 Euro pro Führung, gleich in welcher Sprache. Die Selbstständigkeit sei nicht in ihrem Interesse, die Bedingungen verschlechterten sich damit, denn die Unsicherheit wird für sie größer, beklagen die Guides. Sie finden zudem die Sätze der Bezahlung zu niedrig, fordern Ausfallhonorar bei wenig Besuchern. Doch vor allem ärgert sie, dass ihnen eine Mitsprache verwehrt worden sei, sie stattdessen vor vollendete Tatsachen beim Outsourcing gestellt worden sind.

Horst Seferens, Sprecher der Stiftung, entgegnet, die Pläne im Haus "sind den Guides in mehreren Infoveranstaltungen vorgestellt worden". Vor allem Studenten arbeiteten als solche, andere hätten ihr Studium hinter sich und nutzen diese Jobs zur Überbrückung, bis sie einen festen Job gefunden hätten. Die Umstellung von bisher stundenweiser Bezahlung auf Pauschalen sei in Berlin gängige Praxis, "da waren wir eher Exoten", so Seferens. Er bestätigte, dass die Verträge seit 1.März peu a peu für alle umgestellt werden. Die Stiftung sieht darin aber keine Verschlechterung der Bedingungen, sondern eine Chance für die künftigen Freiberufler: "Wir wollen ihnen damit eine Perspektive für langfristige Mitarbeit bieten. Denn ohne sie geht es nicht", räumt er ein. Mit den festangestellten Mitarbeitern seien die Führungen nicht abzudecken. Ob alle die neuen Verträge unterschreiben oder abspringen, konnte Seferens nicht sagen: "Das ist alles noch im Fluss."

Von Heike Bergt

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