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Oberhavel Gegen den Überfluss
Lokales Oberhavel Gegen den Überfluss
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19:17 29.04.2014
Karin Kaufmann arbeitet als eine von zwölf Frauen ehrenamtlich im Spendenladen. Quelle: Marco Paetzel
Velten

Ihrem Mann, sagt Helga Meier*, braucht sie mit Kleiderspenden nicht zu kommen. „Der will keine Dinge, die andere nicht mehr brauchen“, seufzt die 74-Jährige. 500 Euro Rente bekommt sie jeden Monat, mehr als den Gang zum Supermarkt und die laufenden Kosten kann die alte Dame davon nicht bezahlen. An Shopping ist nicht zu denken. Einmal in der Woche kommt Helga Meier deshalb in den Spendenladen im Bürgerhaus Velten-Süd. In drei großen Räumen in der zweiten Etage gibt es Kleidungsstücke, Bettwäsche, Bücher, Porzellan. Alles Dinge, die neu viel Geld kosten. „Das sind aber noch gute Sachen und allemal besser als in den Billigläden“, sagt die Rentnerin. In ihrem Korb liegen Bluse, Blazer, Tischdecke, eine Jacke und ein paar Schuhe. „Das macht dann 8,50 Euro“, sagt Karin Kaufmann.

Seit der Spendenladen vor elf Jahren eröffnete, hilft die 49-Jährige beim Verkauf mit. Kaufmann ist eine von zwölf Christinnen, die den Laden ehrenamtlich betreuen. Es geht nicht nur darum, mit den Spenden armen Menschen zu helfen. Der Laden ist auch ein bisschen Rebellion gegen Überflussgesellschaft und Wegwerfmentalität. „Geld regiert die Welt. Kann sein. Aber bei uns nicht.“ – so lautet der Slogan. Ein Blick auf die Preisliste bestätigt das: Ein T-Shirt kostet einen Euro, Pullover gibt es für zwei Euro, einen Herrenanzug bekommt man für bescheidene vier Euro. Gefeilscht werden darf auch. Trotzdem kommen bisher nur etwa 50 Kunden in der Woche. „Es wissen einfach noch zu wenige Leute, dass es uns gibt“, sagt Karin Kaufmann. Die Leute sind nicht allesamt bedürftig, einkaufen darf man im Veltener Spendenladen ohne Nachweis vom Sozialamt. Und so kommen zum Beispiel auch Mütter, die günstige Kleidung für den Kinderspielplatz brauchen. „Da muss man doch nicht extra etwa Neues kaufen“, sagt Karin Kaufmann.

Bücher gibt es für 50 Cent. Quelle: Marco Paetzel

Knapp 4000 Euro Miete pro Jahr zahlen die Frauen für die Räume im Bürgerhaus und für Nebenkosten. Der größte Teil der Einnahmen aus dem Verkauf fließt aber in soziale Projekte, rund 32500 Euro waren das seit 2003. In diesem Jahr spenden die Frauen unter anderem 500 Euro für das Oranienburger Frauenhaus, 400 Euro für die Mixed-Pickels-Woche und 200 Euro für eine Delfin-Therapie für behinderte Kinder. Auch deshalb wünscht sich Karin Kaufmann mehr Kunden. Spenden, sagt die 49-Jährige, sind genug da.

Von Marco Paetzel

*Name geändert

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