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Oberhavel Geheimnisvolle Orte im Havelland
Lokales Oberhavel Geheimnisvolle Orte im Havelland
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00:33 22.01.2015
Im Brieselanger Forst soll nachts ein mysteriöses Licht umgehen, das durch die Wipfel der Bäume tanzt. Quelle: dpa

Das Phänomen im Brieselanger Forst, im Volksmund „Leuchter“ (auch „Licht“) genannt, zieht jährlich hunderte Besucher aus ganz Deutschland an. Fernseh- und Radioteams sowie Ufo-Forscher waren vor Ort, kürzlich ist ein Buch über das Phänomen erschienen. „Lieschens Wald“ von Günter F. Janßen beschäftigt sich mit den Legenden um den Leuchter. Es liegt schon auf dem Nachttisch von Brieselangs Bürgermeister Wilhelm Garn. Der CDU-Mann outet sich als „Leuchter“-Fan. „Das ist eine charmante Geschichte, die Brieselang bekannt macht.“ Wenn die Schaulustigen keinen Müll liegen lassen, nicht gegen Zäune pinkeln oder die Anwohner mit Lärm stören, habe Garn damit kein Problem. Er selbst glaubt nicht an ein übersinnliches Phänomen. Es seien eher Autolichter oder Leute, die mit Taschenlampen selbst „Leuchter“ spielen.

Nicht ganz geheuer: Die ehemalige Lungenheilstätte am Grabowsee (Oberhavel) ist denkmalgeschützt, aber verfallen. Gebaut wurden die etwa 30 Gebäude Ende des 19. Jahrhunderts (m.). Die alte Kapelle der Lungenheilstätte am Grabowsee ist komplett ausgebrannt (l.). Morbiden Charme haben auch die verfallenen Heilstätten in Beelitz. Der zwischen 1898 und 1930 gebaute Krankenhauskomplex diente einst zur Behandlung von Lungen- und Tuberkulosekranken (r.). Quelle: Enrico Kugler/dpa

Es gibt auch andere seltsame Orte in der Region, die Besucher anziehen. In der Kirchengruft in Kampehl (Ostprignitz-Ruppin) etwa ruht seit 1702 der Ritter Christian Friedrich von Kahlbutz, der einfach nicht verwesen will. Der lederhäutige Mann gehörte schon zu DDR-Zeiten zu den Top-Zielen von Ausflüglern, auch heute ist die kleine Gruft an der Hauptstraße von Kampehl gut besucht. Denn obwohl Kahlbutz nicht mumifiziert wurde, blieb sein Körper erhalten. Einer Legende nach soll er einen Schäfer erschlagen haben. Vor Gericht schwor Kahlbutz aber unter Eid, dass er es nicht war. Lüge er, so wolle er im Grab nicht verwesen, soll der Ritter gesagt haben. Seine Ruhe findet Kahlbutz wohl nie: 1806 holten ihn laut einer Sage Soldaten aus der Gruft und stellten ihn ins Häuschen einer Schildwache. Hundert Jahre später soll Kahlbutz während einer Bauernhochzeit der Braut ins Bett gelegt worden sein. Auch für die Filmbranche ist er interessant. Der Film „Kampehl“ (2013) greift die Legende auf, auch die Kinderserie „Spuk aus der Gruft“ (1997) beschäftigt sich mit der 6,5 kg schweren und 1,70 Meter langen Mumie.

Der Leichnam des Ritters Kahlbutz verwest seit mehr als 300 Jahren nicht. Kahlbutz liegt in einer kleinen Gruft in Kampehl. Quelle: dpa

Weniger bekannt ist die „Trauernde Frau“, im Volksmund „Weiße Maria“ genannt. Die Kalkstein-Statue stellt eine kauernde Frau dar, die das Gesicht in ihre Hände vergräbt und bitterlich greint. Sie steht westlich des Galgenberges bei Rohrbeck, direkt an einem ehemaligen Friedhof für Kriegsgefangene. Ab 1915 wurden zwei Lager am Rohrbecker Galgenberg und nordöstlich von Dyrotz gebaut, bis zum Ende des Ersten Weltkrieges waren hier bis zu 30.000 Männer untergebracht.

Die „Weiße Maria“ steht am Rande eines ehemaligen Friedhofs nahe Rohrbeck, auf dem einst rund 300 Kriegsgefangene ruhten. Am Sockel des Mahnmals wird in vier Sprachen an die Toten einnert. Quelle: Tanja M. Marotzke

305 Menschen – 186 Russen, 53 Franzosen, 38 Engländer, 25 Italiener und drei Rumänen – waren auf dem kleinen Friedhof bestattet. Die Gebeine der Engländer, Italiener und Franzosen wurden umgebettet. Die russischen und rumänischen Toten ruhen noch heute in der Rohrbecker Erde, allerdings ohne Grabsteine. Die „Weiße Maria“ am Rande des Friedhofs, die ein französischer Kriegsgefangener 1917 schuf, wacht seitdem über die Toten. Auch nach fast 100 Jahren ist die Statue kaum beschädigt, nur ein Haarschopf fehlt. Eine Bürgerinitiative, unter anderem mit der Landtagsabgeordneten Andrea Johlige (Linke), macht sich nun dafür stark, dass das Mahnmal unter Denkmalschutz gestellt wird.

Von Marco Paetzel

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