Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Glienicke Pop-up-Fahrradstraße für das Waldseeviertel
Lokales Oberhavel Glienicke Pop-up-Fahrradstraße für das Waldseeviertel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:46 20.04.2020
Karl Michael Ortmann und seine Mitstreiter von der Bürgerinitiative wollen die Chancen der Corona-Krise nutzen. Quelle: Helge Treichel
Anzeige
Glienicke/Hermsdorf

Die Bürgerinitiative für mehr Verkehrsberuhigung in Glienicke und Hermsdorf befürwortet die kurzfristige Schaffung von mehr Raum für den nicht-motorisierten Individualverkehr, für die es aktuell mehrere Petitionen gibt – unter anderem von Changing Cities und der Deutschen Umwelthilfe. Das „Bündnis Berliner Straßen für alle!“, ein Bündnis verschiedener verkehrs-, stadt- und umweltpolitischer Akteure, hat in einem offenen Brief den Bundesverkehrsminister aufgefordert, unverzüglich bundesweit pandemietaugliche Mobilität zu fördern.

„Die Notwendigkeit für die schnelle Anordnung von Radfahrstreifen ergibt sich aus der Pandemiesituation als einer Gefahrenlage auch abseits des Verkehrsrechts: Da die existente Radverkehrsinfrastruktur nicht umfassend geeignet ist, die Abstands-Vorschriften der SARS-CoV-2-Eindämmungsmaßnahmenverordnung zu befolgen, liegt eine Gefährdung des höheren Rechtsgutes der körperlichen Unversehrtheit vor“, heißt es in der Pressemitteilung vom 16. April 2020 des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin. Der Bezirk habe bereits mehrere Pop-Up-Radwege eingerichtet und sei Vorreiter in Berlin.

Anzeige

„Ich wünsche mir die Entzerrung des Bürgersteigs, damit Abstand ermöglicht und die Gesundheit gefördert wird“, so Ulrich Swienteck von der Bürgerinititative: „Gerade jetzt ist es wichtiger denn je, dass Fahrradfahrer und Fußgänger sich sicher durch unser schönes Waldseeviertel bewegen können. Das erlaubt Bewegung an frischer Luft mit sicherem Abstand voneinander und verhindert unnötige Unfälle.“

Michael Ortmann ergänzt: Die Erprobung von Modalfiltern sei im Februar einstimmig von allen sechs Fraktionen der Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf beschlossen worden. Gemeint ist das Aufstellen von Blumenkübeln, um eine Durchfahrt für den motorisierten Straßenverkehr unmöglich zu machen. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für die Umsetzung. Dadurch kann kurzfristig eine Fahrradstraße im Waldseeviertel entstehen“, sagt Ortmann.

Auf Glienicker Seite wurde sofort Protest gegen den Vorstoß laut. Kommunalpolitiker wie Uwe Klein (SPD) befürchten, dass die Hermsdorfer Bürgerinitiative die Ausnahmesituation für die Durchsetzung ihrer Interessen nutzt, nämlich der zeitweisen Sperrung der Schildower Straße für Autofahrer.

Von MAZonline