Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Glienicke EU-Geld für ein Verkehrskonzept
Lokales Oberhavel Glienicke EU-Geld für ein Verkehrskonzept
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:11 08.01.2020
Freude übers Fördergeld: Volker-Alexander Tonnies (Hohen Neuendorf/v.l.), Hans-Günther Oberlack (Glienicke/Nordbahn), Filippo Smaldino (Mühlenbecker Land), Stephan Zimniok (Birkenwerder) und Kreistagsmitglied Uwe Klein (Glienicke). Quelle: Enrico Kugler
Glienicke/Nordbahn

Birkenwerder, Glienicke/Nordbahn, das Mühlenbecker Land und Hohen Neuendorf dürfen sich freuen: Die vier im Arbeitskreis Niederbarnimer Fließlandschaft vereinigten Kommunen hatten gemeinsam EU-Fördergeld für die Erarbeitung des Verkehrskonzeptes beantragt. Der Fördermittelbescheid liegt nunmehr vor. Die für das Konzept veranschlagte Summe von 390 000 Euro, so konnte am Dienstag im Neuen Rathaus verkündet werden, wird zu 80 Prozent (313 000 Euro) gefördert. Kleiner Wermutstropfen: Die beiden Bereiche Elektromobilität und Carsharing wurden vom Fördermittelgeber als nicht förderfähig ausgeklammert. Die vier eingangs erwähnten Kommunen wollen diesen Bereich nunmehr separat in Angriff nehmen und untersuchen lassen und stellen dafür gemeinsam rund 11 000 Euro zur Verfügung.

Berliner Büro hat den Auftrag erhalten

Fast wäre die Genehmigung des Förderantrages noch einmal in Gefahr geraten, weil einer der Bieter das Auswahlverfahren in Zweifel gezogen und die Qualität der europaweiten Ausschreibung als unzureichend bezeichnet hatte. Zu der angekündigten Beschwerde ist es jedoch nie gekommen, weshalb der Förderbescheid nunmehr erteilt werden konnte. Den Zuschlag hat ein Berliner Büro erhalten. Es nennt sich Stadtentwicklung und Mobilität, Planung, Beratung und Forschung GbR. Das Büro soll im Auftrag der vier Kommunen ein zukunftsweisendes Verkehrskonzept entwickeln.

Der zunehmende Verkehr und wie er kanalisiert werden kann

Auf der Grundlage einer ausführlicher Analyse der Stärke und Richtung sämtlicher Verkehrsströme in den berlinnahen Kommunen sollen Vorschläge unterbreitet werden, wie die Kommunen vor einem drohenden Verkehrskollaps bewahrt werden können beziehungsweise wie sich die bereits entstandene zugespitzte Situation entschärfen lässt. Oder wie es der Bürgermeister der Gemeinde Mühlenbecker Land, Filipo Smaldino ausdrückte: Der zunehmende Verkehr und wie man ihn im Interesse der vier beteiligten Kommunen kanalisieren kann.

Ergebnisse sollen im April 2021 vorgestellt werden

Das Büro hat dafür ein Jahr und drei Monate Zeit. Im April 2021 sollen in Form einer Präsentation die Ergebnisse dargelegt werden. Auf dem Weg dorthin, so kündigen die anwesenden Verwaltungschef an, werden aus auch öffentliche Veranstaltungen und Workshops geben. Es sei ohnehin eine Bedingung für die Zusage von Fördermitteln gewesen, dass die Bürgerinnen und Bürger in den Kommunen beteiligt werden. Zumal sie auch diejenigen sind, die sich btaglich durch den Verkehr kämpfen müssen. In der kommenden Woche soll bereits die Auftaktberatung stattfinden, an der neben dem Berliner Büro auch der Arbeitskreis Niederbarnimer Fließlandschaft und diverse Fachleute teilnehmen werden.

Lösungsansätze für den Umgang mit Verkehrsmitteln

Stephan Zimniok, Bürgermeister von Birkenwerder, findet es schade, dass Elektromobilität und Carsharing als nicht förderfähig eingestuft wurden. Er, so der Verwaltungschef, erwarte von dem Verkehrskonzept vor allem Lösungsansätze, wie mit allen vorhandenen Verkehrsmitteln künftig umgegangen werden muss. Es sei beachtlich, welche Verkehrsmassen sich täglich nach Berlin hinein- und auch wieder herauswälzen.

Solide und verlässliche Datenbasis erwartet

Hans-Günther Oberlack, Bürgermeister von Glienicke/Nordbahn, wünscht sich im Zuge der Erarbeitung eines Verkehrskonzeptes eine verlässliche und solide Datenbasis über die vorhandenen Verkehrsströme: Woher kommt der Verkehr, der sich täglich in Richtung Autobahn kämpft. Auf der Grundlage einer solchen Datenbasis könne man zum Beispiel auch in Verhandlungen mit dem Berliner Nachbarbezirk Reinickendorf gehen, wo es Engpässe gibt, die es unbedingt zu beseitigen gilt.

Wegweise für kommende Jahrzehnte

Filippo Smaldino , Bürgermeister der Gemeinde Mühlenbecker Land, erwartet von dem Verkehrskonzept einen Wegweiser für die nächsten Jahrzehnte und die Auskunft, was bezüglich einer Entschärfung der zugespitzte Verkehrslage tatsächlich machbar ist. Ein gemeinsames Verkehrskonzept mache nur Sinn, wenn dabei der Gesamtbereich aller vier Kommunen betrachtet werde. Dabei sei auch Geduld gefragt, denn es sei wichtig, dass die Bürger umfassend in die Diskussionen einbezogen werden.

Es geht nur gemeinsam

Volker-Alexander Tönnies, stellvertretender Bürgermeister von Hohen Neuendorf, hob hervor, dass die Probleme nur gemeinsam von allen beteiligten Kommunen gelöst werden könnten. Und wichtig sei es, den Bürger möglichst viele und praktikabele Angebote zu unterbreiten, wie ein Verkehrsinfarkt vermieden werden könne und was sie dazu beitragen können.

Bürgern verlockende Angebote unterbreiten

Auch für Uwe Klein, SPD-Kreistagsabgeordneter aus Glienicke/Nordbahn ist wichtig, Angebote zu schaffen, die in der Lage sind, die Leute zum Umsteigen vom Auto auf den Bus oder auch die Heidekrautbahn zu bewegen. Es müssten lohnenswerte Angebote sein, damit die Leute sie tatsächlich als Alternative akzeptieren. Und erforderlich sei auch, dabei die politische Ebene mitzunehmen und Entscheidungen zu treffen, die zukunftsgerecht sind. Auch um den Preis, dass mit der einen oder anderen Entscheidungen dem einen oder anderen Bürger wehgetan werde. Uwe Klein betonte, dass im Kreistag schon bald über den Nahverkehrsplan 2021 diskutiert werde. es sei wünschenswert, dass dann die vier Kommunen des Arbeitskreises gemeinsam auftreten und mit einer Stimme reden.

Von Bert Wittke

Müll, Müll, nochmals Müll – darum dreht sich das Berufsleben von Manfred Speder, Geschäftsführer der Abfallwirtschafts-Union Oberhavel (AWU). Mit der Umstellung auf die Gelben Tonnen im Landkreis Oberhavel beginnt auch für AWU-Mitarbeiter ein neues Zeitalter, wie Speder im MAZ-Gespräch erklärt. Zudem verrät er, warum in Deutschland immer mehr Müll anfällt.

04.01.2020

Seit 1. Januar 2020 ist sie in ganz Oberhavel im Einsatz – die Gelbe Tonne. Was ändert sich für damit für die Oberhaveler? Die MAZ fasst die wichtigsten Informationen zusammen, die Sie jetzt wissen müssen.

04.01.2020
Gransee Oberhavel: Polizeibericht vom 2. Januar 2020 - Polizeiüberblick: Feuer auf einer Laderampe

Ein Brand auf einer Laderampe in Fürstenberg, ein durch Pyrotechnik zerstörter Briefkasten in Oranienburg und eine Fußgängerin, die in Hohen Neuendorf von einem Pkw erfasst wird – diese und weitere Meldungen der Polizei in Oberhavel lesen Sie im Polizeibericht vom 2. Januar 2020.

02.01.2020