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Glienicke Eltern und Grundschüler fordern sichere Schulwege
Lokales Oberhavel Glienicke Eltern und Grundschüler fordern sichere Schulwege
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01:21 05.05.2019
Die große Runde aus Eltern- und Schülervertretern, Behörden- und Schulmitarbeitern sowie Verwaltungschefs bei der Petitionsübergabe.
Die große Runde aus Eltern- und Schülervertretern, Behörden- und Schulmitarbeitern sowie Verwaltungschefs bei der Petitionsübergabe. Quelle: Foto: Helge Treichel
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Glienicke

Eltern und Kinder der Glienicker Grundschule haben am Donnerstagnachmittag eine Petition zur Schulwegsicherung im Ort an Landrat Ludger Weskamp (SPD) übergeben – unterstützt mit dem Gewicht von einem Packen Listen mit insgesamt 1205 Unterschriften.

Mit dabei war Sophie. Die Achtjährige war im vergangenen Oktober an der Einmündung der Märkischen Allee zur Hauptstraße angefahren und verletzt worden – vor den Augen ihres jüngeren Bruders und ihres Vaters Thomas Kuchenbecker. Die Situation an der Stelle sei „sehr unklar“, sagt der Papa. Regelmäßig komme es dort zu brenzligen Situationen. Beide Kinder hätten nach dem Unfall „psychisch gelitten“. „Sie haben ein Verkehrstraining gebraucht, um wieder am Straßenverkehr teilnehmen zu können.“ Er sei wieder dazu übergegangen, die Kinder abzuholen.

Einen weiteren Unfall mit Personenschaden habe es im Februar gegeben, sagt Schulelternsprecher Martin Jablonski-Zimare. Glienicke wachse und der Durchgangsverkehr nehme zu. Ziel der Petition sei es, die Sicherheit zu verbessern. Bereits sei mehr als zehn Jahren werde das Thema an der Schule diskutiert. Erkennbare Maßnahmen gebe es allerdings nicht. Im Vorfeld der Petition fasste die Schulkonferenz den Beschluss, direkt den Landrat anzusprechen.

Die Einmündung der Märkischen Allee zur Hauptstraße in Glienicke: Eine Ampel wird gefordert. Quelle: privat

In der Petition fordern die Unterzeichner das Errichten einer Ampelanlage im Kreuzungsbereich Märkische Allee/Hauptstraße/Lessingstraße sowie einen Zebrastreifen in der Schönfließer Straße auf Höhe des Neuen Gymnasiums Glienicke (NGG). Darüber hinaus müsse die von der Gemeinde bereits seit Juli 2018 angefragte Neubewertung der Verkehrssituation in Glienicke endlich erfolgen, um weitere Maßnahmen daraus abzuleiten und umzusetzen. Zur Unterstützung sei die Elterschaft aufgerufen worden, die aus Erfahrung gefährlichsten Stellen zu benennen, erläuterte Jablonski-Zimare.

Er fühle sich ins Jahr 2003 zurückversetzt , gestand Landrat Weskamp. Damals sei seine Tochter in Hohen Neuendorf in die Schule gekommen und die Familie habe vor der Frage gestanden, wie sie allein über die Kurt-Tucholsky-Straße kommt. Auch er sei an den damaligen Landrat Karl-Heinz Schröter herangetreten und es seien Unterschriften gesammelt worden – 180. Inzwischen gibt es eine Ampel. „Das ist kein neues und kein Glienicke-spezifisches Thema“, schlussfolgerte Weskamp. Die Kreisverwaltung werde aktiv – aber „innerhalb der rechtlichen Möglichkeiten“. Voraussetzung für eine Ampel sei eine Verkehrszählung. Und: „Wenn die Zahlen es hergeben, wird eine Ampel gebaut“, sicherte der Landrat zu.

In den nächsten ein bis zwei Wochen werde eine Videoverkehrsüberwachung eingerichtet, ergänzte der zuständige Dezernent Matthias Rink (CDU). Diese sei bereits seit Jahresbeginn geplant. „Ende Mai, Anfang Juni liegen die Ergebnisse vor“, kündigte Rink an. Bis zum 18. Juni werde er einen Zwischenbericht geben. Der Vorteil der Videoüberwachung sei die Tatsache, dass nicht nur gezählt, sondern vom Planungsbüro auch die Verkehrssituation bewertet wird, sagte Ines Hörsch, Fachdienstleiterin Verkehr im Landratsamt.

Bereits seit 2006 würden einige der neuralgischen Punkte diskutiert, sagte Bürgermeister Hans G. Oberlack (FDP). Für etwaige Baumaßnahmen sei der jeweilige Baulastträger zuständig, für die Anordnung die Verkehrsbehörde des Landkreises. Bei den Verkehrsinseln als Querungshilfe fühle sich die Gemeinde durchaus angesprochen. Für die daraus resultierende Aufweitung der Fahrbahn „müssen allerdings Bäume fallen“, kündigte Oberlack an.

Zudem sie die Gemeinde mit dem Landesbetrieb Straßenwesen und der Kreisverkehrsbehörde im Gespräch, zum Beispiel über den Kreisverkehr in der Schönfließer Straße. Bei der Wiederauflage ihres Verkehrskonzeptes, das gegenwärtig beraten wird, habe die Gemeinde insbesondere die Schulen und die Schulwege im Blick.

Von Helge Treichel