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Glienicke Bürgermeister fordert Zugangsquote für Käthe-Kollwitz-Gesamtschule
Lokales Oberhavel Glienicke Bürgermeister fordert Zugangsquote für Käthe-Kollwitz-Gesamtschule
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14:21 21.05.2020
Die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Mühlenbeck. Quelle: Helge Treichel
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Glienicke

Bürgermeister Hans G. Oberlack und Uwe Klein, Vorsitzender der Gemeindevertretung und des Ausschusses für Soziales und Bildung, kritisieren die ablehnende Haltung des Brandenburger Bildungsministeriums, eine Zugangsquote für die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Mühlenbeck einzuführen. Darauf hatte Oberhavels Landrat Ludger Weskamp gedrungen. Danach sollten mehr Siebtklässler aus dem Landkreis Oberhavel, vor allem aus der Gemeinde Glienicke/Nordbahn, in die Einrichtung aufgenommen werden.

„Es ist mir völlig unverständlich, dass Kinder aus dem Landkreis Barnim bessere Karten haben, an dieser Schule zugelassen zu werden. Und das, obwohl sich Glienicke mit einem siebenstelligen Betrag an der Finanzierung des Schulstandortes in Mühlenbeck beteiligt hat“, monierte Oberlack. Für ihn sei ein solches Vorgehen befremdlich und erinnerte dabei an den Fall Rico Manke im vergangenen Jahr. Dem Glienicker Schüler wurde zunächst der Wunsch verwehrt, die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule zu besuchen. Stattdessen hatte ihm das Schulamt einen Platz in Hennigsdorf vorgeschlagen. Nach einem längeren Hin und Her nahm die Mühlenbecker Lehranstalt Manke dann doch noch auf.

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Kein Verständnis für das Bildungsministerium

Auch für Klein ist das Vorgehen des Bildungsministeriums nicht nachvollziehbar. „Für uns war und ist es wichtig, dass für unsere Glienicker Kinder wohnortnah die Möglichkeit besteht, auch eine Gesamtschule zu besuchen. Mit völligem Unverständnis kann man nur die Mitteilung aus dem Bildungsministerium zu Kenntnis nehmen, dass Glienicker Schüler jetzt schlechtere Chancen haben, ihre Wunschschule in Mühlenbeck zu besuchen.“ Kinder aus dem Landkreis Barnim, die teilweise eine kürzere Entfernung von Zuhause zur Gesamtschule haben, würden den Glienicker Kindern vorgezogen.

Klein erinnerte ebenso daran, dass Glienicke gemeinsam mit dem Landkreis Oberhavel und der Gemeinde Mühlenbecker Land einen Gesamtschulstandort in Mühlenbeck entwickelt habe. „Vor dem Hintergrund, dass unsere Gemeinde den Bau der Schule mitfinanziert hat, ist das derzeit praktizierte Aufnahmeverfahren ein Unding. Zusammen mit dem Bürgermeister werden wir im Sozialausschuss und der Gemeindevertretung über eine geeignete Reaktion auf die Entscheidung des Bildungsministeriums beraten, um die schulische Zukunft unserer Kinder zu sichern.“

Glienicke investierte mehr als eine Million Euro

Zum Verständnis: Die neugebaute Käthe-Kollwitz-Gesamtschule öffnete 2009 ihre Pforten. Zuvor hatten die Gemeindevertreter aus dem Mühlenbecker Land und Glienicke/Nordbahn entschieden, gemeinsam eine Gesamtschule zu bauen. Die Wahl fiel auf den Standort in Mühlenbeck, da sich dort schon eine funktionierende Oberschule befand. Für den Bereich der Sekundarstufen 1 (Klasse 7-10) wurden mehrere Millionen Euro in die Hand genommen. Die Gemeinde Glienicke/Nordbahn beteiligte sich an den Investitionskosten mit weit über einer Million Euro. Die Investitionen für die Sekundarstufen 2 (Klasse 10-13) übernahm, zusammen mit der Schulträgerschaft, der Landkreis Oberhavel.

Von MAZonline

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