Glienicke: Marlen Scherge ist für die Senioren da
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Glienicke Bei Anruf Einkauf: Sie kauft für Senioren ein
Lokales Oberhavel Glienicke Bei Anruf Einkauf: Sie kauft für Senioren ein
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18:37 25.03.2020
Marlen Scherge aus Glienicke kauft für Senioren ein. Quelle: PRIVAT
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Glienicke

Ihr kleiner Flitzer ist immer vollgetankt. Denn Marlen Scherge aus Glienicke rechnet stets damit, dass sie einen Anruf bekommt. Die Sachbearbeiterin von der Gemeindeverwaltung Glienicke und Vorsitzende vom Seniorenclub kauft mit ihrem privaten Pkw für Senioren ein.

„Ältere Menschen sind jetzt besonders gefährdet, an dem Corana-Virus zu erkranken. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, anderen zu helfen“, sagt Marlen Scherge.

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Ob Arztbesuch oder Behörden-Gang – Marlen Scherge geht gerne mit

Viele Senioren, denen sie heute hilft, kannten sie schon als Knirps. Denn Marlen Scherge ist in Glienicke aufgewachsen. „Eine Seniorin war früher Kuchen-Verkäuferin in der Kaufhalle. Und Karin Kohn, die vor mir den Seniorenclub leitete und dort noch stundenweise tätig ist, hat in meiner Kita in der Küche gearbeitet“, sagt Marlen Scherge. „Es macht mir Freude, wenn sich andere über meine Hilfe freuen. Hilfe für die Nächsten sollte eine Selbstverständlichkeit sein.“

Schon als Schülerin hat Marlen Scherge gerne anderen, wie ihrer Oma Traudel, geholfen. „Sie lebte in einer Seniorenresidenz und wir haben viel zusammen unternommen und gekocht“, erinnert sich Marlen Scherge. Damals schon ging sie für ihre Oma und andere Senioren aus der Residenz einmal die Woche einkaufen. „Auch jetzt haben schon einige Senioren meinen Service in Anspruch genommen und ich konnte sie glücklich machen. Gut zu wissen, dass sich die meisten Leute auf ihre Familienangehörigen oder direkten Nachbarn stützen können.“

Dank Kalender wird kein Geburtstag vergessen

Viele der älteren Menschen nutzen den Kontakt zu Marlen Scherge auch, um einfach nur zu reden. Die 200 Mitglieder vom Seniorenclub rufe sie auch regelmäßig an. „Der Austausch per Telefon hebt die Stimmung und gibt Freude nicht nur am Ende der Leitung, sondern auch bei mir“, sagt die Mutter von zwei Kindern (6 und 12).

In schwierigen Zeiten wie diesen seien es mit der verordneten sozialen Isolierung schon die kleinen Dinge, die eine große Wirkung haben. Natürlich gebe es auch einen Kalender, in dem das Datum des Geburtstags jedes Senioren eingetragen ist.

Auch bei Gängen zum Arzt oder zu Behörden könne man auf Marlen Scherge zählen. Und bestimmt freuen sich viele Senioren schon jetzt auf den Herbst, wenn Marlen Scherge sie dann beim Pilzesuchen begleitet. „Ich kenne die verschiedenen Pilzsorten wie meine Westentasche“, sagt die Naturfreundin. Das Wissen habe sie auch Oma Trudel zu verdanken. „Wir waren oft im Wald unterwegs und haben Pilze gesammelt.“

Von Jeannette Hix