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Glienicke Alles, nur nicht langweilig: So läuft die Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten
Lokales Oberhavel Glienicke

Glienicke: So läuft die Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten

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17:06 23.02.2021
Ulrike Löbert erlernt den Beruf der Verwaltungsfachangestellten in der Verwaltung von Glienicke/Nordbahn.
Ulrike Löbert erlernt den Beruf der Verwaltungsfachangestellten in der Verwaltung von Glienicke/Nordbahn. Quelle: Pressestelle Glienicke
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Glienicke/Nordbahn

„Vielseitig“ ist das Wort, das Ulrike Löbert, angehende Verwaltungsfachangestellte der Fachrichtung Kommunalverwaltung, spontan einfällt, wenn sie ihren künftigen Beruf beschreiben soll. Kein Wunder, denn inzwischen hat die 22-Jährige in fast allen Fachbereichen der Gemeindeverwaltung Glienicke/Nordbahn (Oberhavel) gearbeitet – vom Personalwesen über das Ordnungsamt bis hin zum Sekretariat des Bürgermeisters.

Praktische Einsätze in unterschiedlichen Fachbereichen

„Viele haben sicher noch das Vorurteil, dass es in einer Kommunalverwaltung langweilig zugeht. Doch das ist nicht so“, räumt Ulrike Löbert, die im dritten Ausbildungsjahr ist, ein gängiges Vorurteil aus. Das fange schon mit der dreijährigen, dualen Ausbildung an. So wechseln sich nicht nur die theoretischen Berufsschulwochen mit den praktischen Einsätzen in den unterschiedlichen Fachbereichen der Kommunalverwaltung ab. Zusätzlich werden an der Brandenburgischen Kommunalakademie Ausbildungslehrgänge absolviert, die wichtig für den späteren Berufsalltag sind. „Aufgrund der Corona-Pandemie finden diese jetzt online statt, aber damit komme ich gut zurecht“, fügt Ulrike Löbert hinzu.

Gut auf die Gemeinde vorbereiten

Einen großen Vorteil sieht die angehende Verwaltungsfachangestellte in ihrem Wirtschaftsabitur: „Vieles habe ich bereits für mein Abitur gelernt und wiederhole es jetzt noch einmal.“ Aber auch mit einem mittleren Schulabschluss ist die Ausbildung möglich. Neben Wirtschaft/Recht haben Bewerber eine gute Startposition, wenn sie gute Noten in Mathematik, Deutsch und Politik/Sozialkunde erworben haben. Auch PC-Kenntnisse sollten vorhanden sein, denn auch wenn es etwa im Ordnungsamt einige Außentermine gibt, die meisten Arbeiten erledigen Verwaltungsfachangestellte am Computer. „Beim Vorstellungsgespräch sollte man auch gut über die Gemeinde oder Stadt informiert sein, in deren Verwaltung man anfangen möchte“, rät Ulrike Löbert. Sie selbst lebte zehn Jahre lang in Glienicke/Nordbahn und kannte die Gemeinde an der Grenze zu Berlin bereits.

Dass Ulrike Löbert die einzige Auszubildende zur Verwaltungsangestellten im Rathaus ist, macht ihr nichts aus. „Ich habe mit Frau Paulick aus dem Personalwesen eine Ausbilderin, die sich sehr um mich kümmert. Wir gehen gemeinsam die Ausbildungspläne durch und schauen auch, was ich noch lernen muss“, erklärt sie. Des Weiteren habe sie äußerst hilfsbereite Kolleginnen und Kollegen, die sie ebenfalls unterstützen. Möchte sie sich mit anderen Azubis austauschen, macht sie dies mit ihren Mitschülern in der Berufsschule.

Sicherheit im öffentlichen Dienst

Neben der Vielseitigkeit, die Ulrike Löbert in der Ausbildung so schätzt, zählt auch die spätere Sicherheit zu den Pluspunkten. So sind Gehälter klar durch den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst geregelt. Mühevolle Gehaltsverhandlungen wie in der freien Wirtschaft sind ausgeschlossen. Durch Gleitzeitregelungen lasse sich auch das Familienleben gut mit dem Beruf vereinbaren. „Außerdem erlerne ich einen Beruf, der eine Zukunft hat. Denn die Verwaltungstätigkeiten für die Bürger werden gefragt bleiben“, ist sie überzeugt.

Umgang mit unfreundlichen Bürgern

Apropos Bürger: Gibt es nicht auch einmal unfreundliche Zeitgenossen, die Verwaltungsentscheidungen nicht akzeptieren und laut werden? „Ja, mir selbst ist das noch nicht passiert. Aber auch dazu werden wir geschult. In so einem Fall wird geraten, ruhig und sachlich zu bleiben. Übrigens gibt es mitunter einen Ermessensspielraum. Also vielleicht lässt sich gemeinsam eine Lösung finden“, so Löbert, die im Frühjahr ihre Abschlussprüfungen absolviert. Bestandteil des mündlichen Teils ist dann auch ein Bürgergespräch. Die Gemeindeverwaltung Glienicke/Nordbahn hat ihr nach der Ausbildung bereits eine Anstellung in Aussicht gestellt – im Bereich Steuern.

Mehr Infos in der E-Beilage „MAZubi digital“

Ausbildungsangebote unter maz-job.de/ausbildung

Von Claudia Braun