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Glienicke Kriminalitätsrate auf „historischem Tiefststand“
Lokales Oberhavel Glienicke Kriminalitätsrate auf „historischem Tiefststand“
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19:29 26.03.2019
Frank Storch (r.) und Olaf Gaebel präsentierten die Kriminalitätsbilanz des Jahres 2018. Quelle: Peter Geisler
Oberhavel

„Wir leben in einer der sichersten Regionen Brandenburgs“, teilte Frank Storch, Leiter der Polizeidirektion Nord (PD Nord), die gute Nachricht gleich zu Beginn der Pressekonferenz zur Jahresbilanz 2018 mit. 6458 Straftaten auf 100 000 Einwohner habe es durchschnittlich gegeben, fast einhundert weniger als noch im Vorjahr (6551). Zum Vergleich: In ganz Brandenburg lag der Schnitt 2018 bei 6902. Die Kriminalitätslage im Einzugsgebiet (Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz) sei mit 24 963 erfassten Fällen auf einem „historischen Tiefststand der vergangenen zehn Jahre“ gewesen. 2008 hatte die Polizeidirektion noch 31304 Fälle erfasst. Auch die Aufklärungsquote konnte 2018 weiter gesteigert werden und lag bei 59,5 Prozent (2017: 56,5 Prozent, Land Brandenburg 2018: 56 Prozent).

Höchster Anteil an Gesamtkriminalität durch Diebstähle

Das Gebiet der PD Nord liegt damit im Landestrend sinkender Kriminalität, Anlass zum Durchatmen ist das für die Polizei nicht: „Alle 21 Minuten wird bei uns eine Anzeige aufgegeben, alle drei Stunden geschieht eine Körperverletzung, alle 18 Tage wird jemand Opfer einer Straftat gegen das Leben“, brach Frank Storch die Zahlen auf einen alltagstauglichen Vergleich her­unter. Den höchsten Anteil der Gesamtkriminalität, ein knappes Drittel, machen wie schon in den Vorjahren Diebstähle jeglicher Art aus. „Wenngleich wir da seit 2014 einen deutlichen Rückgang verzeichnen, bleiben Diebstähle ein stabiler Sockel der Gesamtanzahl aller Fälle“, bilanzierte der Direktionsleiter. 8002 Diebstahlsdelikte seien 2018 insgesamt angezeigt worden.

Augenmerk warfen die Beamten in ihrer Auswertung auch auf die durch Zuwanderer verübten Straftaten. Diese seien 2018 auf 1139 Fälle angestiegen (2017: 1002), wobei der Bärenanteil auf Körperverletzungen entfällt. Die Anzahl nichtdeutscher Tatverdächtiger ist mit 1595 (davon 819 Zuwanderer) mit 15,9 Prozent nach wie vor jedoch deutlich in der Minderheit und im Vergleich zum Vorjahr gar um 1,1 Prozent gesunken.

Rund 50 Prozent aller Straftaten der Direktion in Oberhavel

Im Bereich der Polizeidirektion Nord entfallen 50 Prozent aller Straftaten auf den Landkreis Oberhavel. 2018 waren dies 12 678 an der Zahl (2017: 12 821), von denen 6968 aufgeklärt werden konnten (55 Prozent, 2017: 51,7). Während es 2018 mehr Fahrzeugdiebstähle gab und insgesamt 152 gestohlene Kraftfahrzeuge angezeigt wurden (2017: 130), nahm die Zahl von Wohnungseinbrüchen mit 233 Fällen deutlich ab (2017: 365), 69 dieser Einbrüche konnten von der Polizei bislang aufgeklärt werden. Deutlich ab nahm zudem die Zahl politisch motivierter Straftaten. Gab es 2017 noch 214 Fälle in diesem Bereich, waren es 2018 lediglich 158. „Es war kein Wahljahr“, so Olaf Gaebel, Leiter der Kriminalpolizei der Direktion. Bemerkenswert: Die Anzahl rechts motivierter Straftaten nahm dennoch zu (2018: 135, 2017: 107), die Anzahl links motivierter Straftaten ab (2018: 4, 2017: 41). Die Zahl der Fälle motivierter Ausländerkriminalität blieb nahezu gleich (2018: 6, 2017: 7), die Zahl der Fälle, deren Hintergrundmotivation nicht zugeordnet werden konnte, nahm ab (2018: 13, 2017: 59).

„Nichts ist so gut, dass man es nicht noch besser machen kann“, appellierte Frank Storch an die Bürger, Präventionsangebote der Polizei zu nutzen. Denn trotz steigender Veranstaltungszahlen in 2018 sei die Zahl der Teilnehmer gesunken.

„Was behindert, schützt“

Die Zahl von Diebstählen aus Fahrzeugen stieg 2018 leicht an.

2018 wurden im Bereich der PD Nord 1131 Fälle erfasst, 2017 waren es noch 1074 Fälle.

Ein Schwerpunkt dieser Diebstähle liegt in Hennigsdorf und Glienicke.

Frank Storch appelliert an Fahrzeugbesitzer, präventiv tätig zu werden. „Greifen Sie auf mechanische Sicherungen zurück. Alles was behindert, schützt.“ Er empfiehlt zudem den Einsatz künstlicher DNA-Markierungen.

Lesen Sie dazu auch:

Kriminalitätsstatistik 2017 der Polizeidirektion Nord: „Weniger Einbrüche, weniger Autodiebstähle

Von Nadine Bieneck

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