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Glienicke Sicher über die Bundesstraße 96
Lokales Oberhavel Glienicke Sicher über die Bundesstraße 96
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02:19 23.04.2018
Gefährliche Stelle in Glienicke: Elisabeth Reich und Karin Wiesner (l.) an der Ecke B 96/Leipziger Straße. Quelle: Helge Treichel
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Glienicke

Wo Berlin anfängt und Glienicke/Nordbahn aufhört, ist an der B 96 mitunter nicht ganz leicht festzustellen. Ob beim Besuch von Schulen, Ärzten oder Sportstätten – den Einwohnern beiderseits ist die Landesgrenze egal. Beim Therapiezentrum an der Kreuzung B 96/Edelhofdamm/Leipziger Straße überqueren deshalb täglich sehr viele Menschen die Bundesstraße: Pendler gehen zum S-Bahnhof und zu den Bushaltestellen, Patienten in die Praxen, Frohnauer Jugendliche besuchen das Neue Gymnasium Glienicke, Glienicker Kinder die evangelische Schule in Frohnau.

Dazu gehören auch die beiden Enkelkinder von Karin Wiesner, frühere HNO-Ärztin im Ort. „Ich kann meine neunjährige Enkelin nicht jeden Tag zur Schule fahren – bloß, weil sie die B 96 überqueren muss“, sagt die 74-Jährige, die seit 1948 in Glienicke zu Hause ist. Denn an dieser Stelle über die stark befahrene Straße zu gelangen, das sei schwierig und gefährlich zugleich. Und: „Ich finde nicht in Ordnung, dass der Randstreifen als Gewerbefläche zugestellt ist.“

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Respekt – auch als routinierte Autofahrerin

Das sieht Elisabeth Reich ebenso. Sie hält die Einmündung der Leipziger Straße sogar als routinierte Autofahrerin für besonders unübersichtlich und deshalb gefährlich. „Die Einmündung ist extrem schlecht einsehbar, da einerseits große Straßenbäume bereits die Sicht einschränken und zusätzlich Firmen-Fahrzeuge und Reklamehänger auf dem Randstreifen den Autofahrern und Radfahrern permanent die Sicht nehmen“, sagt die 77-Jährige. Fußgänger hätten durch das hohe Verkehrsaufkommen ebenfalls Probleme, besonders Kinder auf den Schulweg oder zur S-Bahn.

Die beiden Nachbarsfrauen sind sich einig: Ein Zebrastreifen oder mindestens eine Verkehrsinsel sollten in Höhe der Leipziger Straße am Mauerdenkmal als Querungshilfe installiert werden! Eine Fußgängerampel mit Bedarfsschalter wäre ihnen zwar noch lieber. Aber dafür habe es bereits vor rund zwei Jahren eine Abfuhr gegeben: Bei einer Berechnung habe sich herausgestellt, dass dafür das Verkehrsaufkommen nicht ausreiche.

Appell an alle Verantwortlichen, sich des Problems anzunehmen

Elisabeth Reich und Karin Wiesner appellieren an die Kommunalpolitiker aus Glienicke und Frohnau, an dem Problem dran zu bleiben und die nötigen Beschlüsse zu fassen beziehungsweise diesbezügliche Anträge zu stellen. Sie selbst wollen sich ebenfalls weiter stark machen für eine Lösung an dieser Stelle. Dort werde wenigstens ausschließlich Frohnauer Gebiet berührt. Nur ein paar Meter weiter befände sich der Überweg genau auf der Grenze, also halb in Brandenburg und halb in Berlin, was zusätzliche Schwierigkeiten erwarten ließe. Eine Querungshilfe für die B 96 sei trotz der Grenzlage sehr wichtig: „Die Leipziger Straße ist das Tor zur S-Bahn von Glienicke-West aus“, so Karin Wiesner.

Dieser stattliche Baum gehöre einfach nicht an diese Stelle, weil er die Sicht zu stark einschränkt, meinen die beiden Frauen. Quelle: Helge Treichel

Nur einen Steinwurf entfernt machen die beiden Glienickerinnen auf eine zweite Gefahrenstelle aufmerksam – an der Einmündung Edelhofdamm. Dort steht unmittelbar an der Bundesstraße ein gewaltiger Baum. Auch dieser versperre die Sicht für alle, die aus der Nebenstraße kommen und auf die B 96 abbiegen wollen, sagt Karin Wiesner: „Ich hatte hier selber schon einen Unfall.“

Denn Autofahrer seien beim Abbiegen gezwungen, sich sehr weit auf die Bundesstraße vorzutasten. Einmal habe sie wieder zurückstoßen müssen, weil ein herannahendes Fahrzeug auf der B 96 nicht ausgewichen sei. Und dabei sei sie dann rückwärts mit einem Auto hinter ihr kollidiert, berichtet die Doktorin und fügt hinzu: „Ich bin wirklich ein großer Baumfan, aber dieser ist zu gefährlich.“

Tatsächlich ist es vom Edelhofdamm kommend so, dass die linke Seite der B 96 lediglich in einem bestimmten Abstand von der Bundesstraßenfahrbahn gut einzusehen ist – mit einem Blick zwischen den dicken Baumstämmen hindurch. Näher an der Einmündung schließt sich dieses wichtige Sichtfenster wieder.

Das sagt der Fahrschullehrer

An Einmündungen ist generell immer große Vorsicht und Aufmerksamkeit geboten. Natürlich erst recht, wenn Bäume oder parkende Fahrzeuge die Sicht beeinträchtigen.

Es ist nicht immer die beste Variante, sich zum Auffahren auf die Hauptstraße „ranzutasten“. Dies müsste tatsächlich Zentimeter für Zentimeter geschehen, damit die vorfahrtsberechtigten Verkehrsteilnehmer zu jeder Zeit die Möglichkeit haben, das sich vortastenden Fahrzeug gefahrenlos zu umkurven.

Besser ist es, nicht so weit in Richtung Hauptstraße vorzufahren, sondern lieber etwas weiter entfernt davon anzuhalten und die Lücken von Bäumen und Fahrzeugen zu nutzen, um schauen zu können, ob und auf welcher Höhe sich Autos auf der Hauptstraße befinden. Diese Verhaltensweise von Kraftfahrern bedeutet zugleich auch einen Schutz für Radfahrer, die sich auf der Hauptstraße befinden.

Beim Auffahren auf die Hauptstraße, was langsam erfolgen sollte, muss dann natürlich immer noch ein oder besser sogar zweimal geschaut werden, ob sich nicht plötzlich doch ein Fahrzeug auf der Hautstraße nähert. Infos: Fahrschullehrer Edwin Jacobs aus Glienicke.

Von Helge Treichel

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