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Glienicke Mehr als Haareschneiden
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19:36 22.02.2019
Lars Cordes mit einem Teil der Mitarbeiter in seinem „Heimatsalon“ in Glienicke. Dieser war 2017 erweitert und neu gestaltet worden. Quelle: Robert Roeske
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Glienicke

Das Friseurhandwerk hat für Lars Cordes nicht nur mit Haaren, Schnitten und Pflege zu tun – der 50-jährige Glienicker erkennt darin „Lebenskunst“. So lautet jedenfalls der Titel seines halbjährlich erscheinenden Magazins. Und genau das mag der Grund dafür sein, warum sein Salon „Lars Cordes Hairdesign“ an der Hauptstraße 9 in Glienicke zu den besten Friseursalons in Deutschland gehört: Beim Wettbewerb „TOP Salon – The Challenge 2019“ des führenden Fachmagazins der Branche „TOP HAIR International“ erreichte das Unternehmen in der Kategorie „Concept“ die Endrunde der 15 besten Salons.

Über die Nominierung freue sich das zehnköpfige Team in Glienicke, darunter drei Azubis, außerordentlich, so Cordes. „Wir werden mit dem ganzen Team zur Preisverleihung nach Düsseldorf anreisen und ein fröhliches Wochenende genießen. Alles andere wird man sehen.“

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Mit 600-facher Vergrößerung wird die Struktur des Haares ermittelt. Quelle: Robert Roeske

Anlässlich der TOP HAIR-Fachmesse in Düsseldorf würden die „TOP Salons“ aus Deutschland auserwählt. Der TOP Salon Award werde am 30. März in fünf Kategorien verliehen: Best Practice (Tradition, dauerhafter Erfolg und stetige Weiterentwicklung), Concept (innovative Geschäftsmodelle), Design (richtungsweisende Raumgestaltung), Employer (Talentgewinnung und Ausbildung) sowie Marketing (herausragende Vermarktungen).

Pro Kategorie nominierte die Jury im Vorfeld jeweils drei Salons. Zu den entscheidenden Kriterien zählten das Unternehmenskonzept, der wirtschaftliche Erfolg und die Qualität der angebotenen Dienstleistung. Nach der Nominierung erhalten die 15 Preisanwärter Besuch von anonymen Testkunden. Diese entscheiden dann gemeinsam mit der Jury über die Gewinner.

Mitarbeiterin Cathleen Knelke demonstriert den Callygraphy Cut. Sie hat auch an der Lars Cordes Mode-Kollektion mitgewirkt (Schnitt und Farben). Quelle: Robert Roeske

Lars Cordes wuchs in Buxtehude auf, wo seine Eltern einen Friseurladen hatten. Nach seiner Lehre und Meisterausbildung in Hamburg zog er 1998 nach Berlin-Tegel, wo er seinen ersten Salon eröffnete. Seit 16 Jahren sind er, seine Frau Stefanie und die beiden Kinder (14 und 6) in Glienicke zu Hause. Kunden hatten ihm von dem schönen Ort erzählt, wo er 2011 bereits seinen achten Salon eröffnete. Inzwischen sind es zehn. Insgesamt 85 Mitarbeiter zählt das Unternehmen. Mit einem Jahresumsatz von mehr als einer Million Euro zählt es zu einer Minderheit von nur einem Prozent aller rund 84 000 Friseurgeschäfte in Deutschland. Die meisten davon seien Betriebe mit durchschnittlich drei Mitarbeitern.

Auch Frau Stefanie Cordes (35) kommt aus der Branche. Ihre Mutter führt in Bergfelde einen Salon. „Stefanie hat sich bei uns beworben. Ich habe sie eingestellt und später geheiratet“, sagt Lars Cordes. Die Ehe wurde auf der Halbinsel Darß geschlossen. Dort verbringt die Familie noch immer gern ihre Freizeit – mit Radfahren oder Segeln auf der kleinen Jolle auf dem Bodden. Mit Lauftraining hält sich der Firmengründer fit. Und er betätigt sich gern als Hobbykoch, vorzugsweise gemeinsam mit den Kindern.

Kathrin Dambeck mit der hochauflösenden Kamera. Quelle: Robert Roeske

Was nun das Innovative in seinen Salons ist? Lars Cordes berichtet von erlesenen Gerätschaften wie dem Dyson-Fön, dem innovativen Schnittkonzept mit dem Calligraphy-Cut sowie einer Kamera mit 600-facher Vergrößerung für die Haut- und Haaranalyse. Personal werde in einer eigenen Akademie geschult – nicht nur eigenes. Und: „Wir verkaufen nicht nur Haarschnitte, sondern schöne Momente“, sagt Las Cordes. Das bestätigt Stammkundin Gabrele Klabunde. Das Wohlfühlen stehe im Vordergrund. Ihr gefalle das Gesamtpaket mit Entspannung, Gesprächen, Massage und Bewirtung.

Das i-Tüpfelchen, das auch zur Bewertung beigetragen hat, ist die eigene Modekollektion mit drei Linien (Business, Freizeit, Glamour) und die Zusammenarbeit mit örtlichen Partnern. Der Erlös eines Weinverkaufs zu Weihnachten beispielsweise kam der Kinderbibliothek zur Bestandspflege zugute. Zu Ostern ist eine ähnliche Aktion geplant – mit Gutscheinen und Pralinen. Außerdem engagiert sich Cordes im Lions-Club. Bei ihm stimmt offenbar das Gesamtpaket.

Von Helge Treichel