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Glienicke Stehende Ovationen für Karin Kohn
Lokales Oberhavel Glienicke Stehende Ovationen für Karin Kohn
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08:35 29.03.2019
Stehende Ovationen gab es Mittwochabend in Glienicke, als Karin Kohn (M.) von Bürgermeister Oberlack (r.) geehrt wurde Quelle: .
Glienicke

„Ich habe weiche Knie“, erklärte Karin Kohn mit Tränen in den Augen, als ihr am Mittwochabend beim Jahresempfang der Gemeinde Glienicke die erstmalig verliehene Ehrenplakette überreicht wurde. „Ich weiß, dass sie sowas nicht mögen, aber da müssen sie durch“, schmunzelte Bürgermeister Hans G. Oberlack über die gelungene Überraschung. Stehende Ovationen begleiteten die Auszeichnung, von der die 68- Jährige nichts geahnt hatte.

Beim maritim gehaltenen Jahresempfang in Glienicke sorgte der Shantychor Reinickendorf für Stimmung. Außerdem gab es mehrere Ehrungen.

Elf Jahre, seit 2007 leitete die gelernte Köchin den Seniorenclub Glienicke, der 2018 sein 40-jähriges Bestehen feierte. „Damals wurde jemand gesucht, weil die frühere Leiterin, die weit über 80 war, um Mithilfe gebeten hatte“, erinnert sich Kohn. Ihr kam die Stellenausschreibung damals sehr gelegen, da die Schulküche in Glienicke geschlossen wurde und sie so arbeitslos war. „Ich habe zwar gezweifelt, ob ich als Köchin für die Stelle überhaupt qualifiziert genug bin, aber die Senioren hatten ein Mitspracherecht.“

180 Senioren im Club

Karin Kohn begann mit einem 20-Stunden-Vertrag, der jedoch bald auf eine volle Stelle aufgestockt wurde, als die Gemeinde den Club, der 17 Jahre lang ehrenamtlich geführt worden war, übernahm. „Für mich war es eine Freude. Die Senioren sind unser höchstes Gut, das vergessen viele.“ Für sie sei die Arbeit mit den derzeit 180 Senioren im Club eine schöne Erfahrung gewesen. „Ich wünsche mir, dass für die Senioren noch mehr gemacht würde.“ Gleichzeitig könne man von Senioren unglaublich viel lernen. „Ich habe viel für mein eigenes Leben mitgenommen, denn man bekommt viel zurück“, verriet die Clubchefin, die aber gerade ihre Nachfolgerin Marlen Scherge auf dem Posten einarbeitet. „Das ist die Zukunft“, sagt sie über die 39-Jährige.

Ein Herz für KInder und Senioren

„Das ist die schwerste Aufgabe für Frau Kohn, sie muss loslassen. Aber sie wird das meistern, wie alles zuvor“, war sich der Bürgermeister sicher. Für zehn Stunden wird Kohn noch weiter im Seniorenclub arbeiten. In seiner Laudatio hob er hervor, wie viel Zeit Kohn den Senioren gespendet habe. „Sie hat mehr getan, als ihre Arbeitszeit verlangt hätte.“ Oberlack verriet auch, dass Kohn keinem Streit aus dem Wege gegangen sei, wenn es sich um das Wohl ihrer Senioren handelte. Zudem habe sie ein großes Herz für Kinder, so der Rathauschef. „Alt und Jung gehören zusammen, sie können voneinander lernen“, bestätigte Karin Kohn, die eine enge Zusammenarbeit des Seniorenclubs mit Kita, Hort und den Schülern des Gymnasiums pflegte. So kommen die Hort-Kinder regelmäßig zum Geburtstag des Monats mit selbst geschriebenen Liedern bei den Senioren vorbei. „Ich habe leider keine Enkel“, bedauert die Mutter eines 40-jährigen Sohnes. Auch ihre eigene Oma sei früh gestorben, so dass es ihr heute umso mehr Freude bereite, durch ihre Arbeit, den Kindern und Senioren etwas zurückgeben zu können.

Hobby: Singen im Chor

In ihrer Freizeit singt die 68-Jährige in ihrem Seniorenchor – „Das will ich auch beibehalten.“ – , mag die Gartenarbeit und liebt das Basteln. Und sie hilft gern anderen Menschen, die Sorgen haben.

Von Ulrike Gawande

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