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Glienicke Bildungsexperten testen Schulweg
Lokales Oberhavel Glienicke Bildungsexperten testen Schulweg
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19:07 24.06.2019
Die CDU-Kreistagsabgeordnete Nicole Walter-Mundt (3.v.l.) hat mit weiteren Lokalpolitikern ihrer Partei, dem Vorsitzenden des Kreisschulbeirates, Jan Alexy, sowie Angehörigen der Jungen den Schulweg nachgestellt, den der elfjährige Yekan Sevim und der zwölfjährige Rico Manke bald nach dem Wechsel auf eine weiterführende Schule nehmen sollen. Quelle: Matthias Busse
Glienicke

Zu spät. Mehr als eine Stunde Zeit ist verstrichen, als der Bus um 8.04 Uhr an der Haltestelle Marwitzer Straße in Hennigsdorf stoppt. Der Unterricht hätte bereits vor einer Viertelstunde begonnen, und bis ans Ziel – zur Albert-Schweitzer-Schule – sind weitere 15 Minuten Fußweg zurückzulegen. Dieser führt über den Waldweg, eine Asphaltstraße ohne Fußweg, auf der Autoverkehr rollt.

„Das Schulamt muss eine andere Lösung finden – gerade bei dem ungesicherten Weg“, meint Nicole Walter-Mundt. Die CDU-Kreistagsabgeordnete, weitere Lokalpolitiker ihrer Partei und der Vorsitzende des Kreisschulbeirates, Jan Alexy, testeten am Montag den Weg, den der elfjährige Yekan Sevim und der zwölfjährige Rico Manke nach dem Wechsel auf eine weiterführende Schule bald nehmen sollen.

Wunsch-Schulen sind bereits voll

Den Kindern wurde weder der Erst- noch der Zweitwunsch erfüllt, weil die beiden wohnortnahen Gesamtschulen, Käthe Kollwitz in Mühlenbeck und Regine Hildebrandt in Birkenwerder, keine freien Plätze mehr haben. Der Mangel ist aber nicht neu und auch nicht auf Glienicke beschränkt. „Das Problem zieht sich durch den ganzen Landkreis“, weiß Alexy. „Wir haben es fast erwartet, dass es wieder solche Fälle gibt“, sagt Katrin Gehring (CDU), Mitglied im Bildungsausschuss des Kreistages. „Bisher haben wir das aber immer hinbekommen“, macht sie Hoffnung, dass auch diesmal für die beiden Jungen eine weniger zeitaufwendige und auch weniger gefährliche Lösung gefunden wird.

Die CDU-Kreistagsabgeordnete Nicole Walter-Mundt (Bildmitte) hat mit weiteren Lokalpolitikern ihrer Partei, Vorsitzenden des Kreisschulbeirates, Jan Alexy, sowie Angehörigen der Jungen den Schulweg nachgestellt, den der elfjährige Yekan Sevim und der zwölfjährige Rico Manke nach dem Wechsel auf eine weiterführende Schule bald nehmen sollen. Quelle: Matthias Busse

„Wir machen die Aktion in den Ferien, weil wir das noch vor September hinbekommen wollen“, sagt Nicole Walter-Mundt, obwohl außerhalb der jetzigen Ferienzeit die Fahrt im mit Schülern überfüllten Bus und bei Herbstregen viel eindrucksvoller wirken würde. Außerdem müssten die Kinder einen Bus früher nehmen, um pünktlich zu sein.

Das hieße bereits vor sechs Uhr morgens von zu Hause aufzubrechen und dann vor dem Unterricht eine halbe Stunde zu warten. Denn Busse sind hier selten, fahren nur zweimal pro Stunde. Von 11 bis 14 Uhr sogar nur jede Stunde einmal. Ricos Mutter, Jeannette Manke, befürchtet: „Bei bis zu zwei Schul-AGs bis jeweils 16 Uhr ist er dann erst 18.30 Uhr zu Hause.“ Er wäre somit mehr als zwölf Stunden von daheim fort und müsste bereits eine Stunde und 50 Minuten vor Schulbeginn aufbrechen.

Ricos Mitgliedschaft im Fußballverein Fortuna Glienicke ist bereits wegen der unklaren Situation gekündigt. Ähnlich geht es auch Yekan. Seine Schwester, Berrak Sevim, erzählt: „Das hat ihm nicht gefallen. Aber wir müssen schauen, wie das mit der Schulzeit wird.“

Die CDU-Kreistagsabgeordnete Nicole Walter-Mundt hat mit weiteren Lokalpolitikern ihrer Partei, Vorsitzenden des Kreisschulbeirates, Jan Alexy, sowie Angehörigen der Jungengehen 15 Minuten über eine befahrene Straße ohne Gehsteig, den Waldweg in Henigsdorf, der zur Schule führt.. Quelle: Matthias Busse

Die Eltern beider Jungen sind im Schichtdienst tätig, könnten also nicht ihren Nachwuchs ständig chauffieren. „Das ist auch nicht gewollt“, findet Alexy, „wenn wir Kinder zur Selbstständigkeit erziehen wollen.“ Dass Argument aller verantwortlichen Stellen von Landkreis bis Landesschulamt, dass ein Schulweg von bis zu 90 Minuten Länge zumutbar wäre, hält er für überholt: „Wir haben neuere Erkenntnisse, dass der Schulweg das Lernverhalten beeinflusst.“ Außerdem seien Zeit für Sport und die Pflege von Freundschaften wichtig für die soziale Entwicklung.

Forderungen nach mehr Schulplätzen und mehr Buslinien

Einig sind sich alle Test-Teilnehmer, dass Schulgebäude nicht nur auf Basis steigender Geburtenzahlen vor Ort ausgebaut werden müssen, sondern zudem auf den Familienzuzug angepasst werden sollten. Bis dahin schlägt Nicole Walter-Mundt vor: „Wir werden wohl den Berufspendlerverkehr wieder vom Schülerverkehr trennen müssen, damit Schulen in vertretbarer Zeit erreicht werden können.“

Von Matthias Busse

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