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Glienicke Fernsehmoderator Uwe Madel wird zum Klima-Lehrer
Lokales Oberhavel Glienicke Fernsehmoderator Uwe Madel wird zum Klima-Lehrer
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12:36 27.09.2019
Der RBB-Fernsehmoderator Uwe Madel war eine Unterrichtsstunde lang Lehrer für Klimakunde am Neuen Gymnasiums Glienicke. Quelle: Matthias Busse
Glienicke

Seit neun Jahren gehen Achtklässler in Westbrandenburg auf „Mission Energiesparen“. Ebenso lange begleitet der RBB-Fernsehmoderator Uwe Madel den Schülerwettbewerb des Energieversorgers EMB. Eigentlich ist der Journalist für Sendungen wie „Täter, Opfer, Polizei“ am Abend oder „Zuhause in Berlin und Brandenburg“ nachmittags bekannt. Was hat ihn also bewogen, sich öffentlich gegen Energieverschwendung einzusetzen? „Ich bin seit vielen Jahren im ,Förderverein Nationalpark Boddenlandschaft’ aktiv. Dort fahre ich immer wieder hin und will mich daher für den Schutz dieser Landschaft engagieren“, begründet der gebürtige Brandenburger.

Als der Medienprofi Hans-Jörg Glöde, der bei der EMB den Energiesparer-Ausscheid 2010 begründete, damals ein prominentes Gesicht suchte, fand er in dem Wahlberliner einen Mitstreiter. Als Klimaaktivist übernahm Uwe Madel am Mittwoch eine Unterrichtsstunde vor ausgewählten Schülern aller vier achten Klassen vom Neuen Gymnasium Glienicke. Gekommen waren vor allem Jugendliche, die bereits in der Schülerbewegung „Fridays for Future“ aktiv sind.

So erreichte sein Eingangslob die Richtigen. „Die Klimaschutz-Beschlüsse der Bundesregierung sind auch ein Verdienst der Schülerdemonstrationen“, lobte er die Anwesenden und mahnte, „das ist noch zu wenig, aber ein Anfang.“

Der 54-Jährige erinnerte die Schüler daran, dass es vor ihrer Zeit in den 1980er-Jahren schon einmal eine globale Klimadiskussion gab. „FCKW kennt ihr das?“, fragte er in die Runde. Diese wusste wenig anzufangen mit Flurkohlenwasserstoffen, die für die Schädigung der schützenden Ozonschicht in der Atmosphäre verantwortlich gemacht wurden. „Da wurde gehandelt und das Ozonloch schließt sich gerade.“

Mit solchen Sätzen wollte Madel beweisen, dass die Menschheit das Erdklima mitbestimmen kann. Nach einem Exkurs in die chemische Zusammensetzung und Funktion der Atmosphäre zeigte er ein kurzes Video, das nur wenig älter ist als seine Schulmission. Erstaunlich: Bereits vor zehn Jahren waren „Männer in Anzügen“ die Adressaten von Kindern, die sich um ihre Zukunft auf der Erde sorgten.

Damals schon gingen die Autoren dieses Kurzfilms anlässlich der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen davon aus, dass innerhalb von höchstens zehn Jahren gehandelt werden müsse, damit die Welt nicht untergehe. Eine Glienicker Schülerin fragte Madel besorgt: „Wir haben nun zehn Jahre rum. Haben wir die Chance vertan?“ Der Mann vom Fernsehen musste daraufhin zugeben: „Das war überspitzt dargestellt. Es heißt nicht, dass die Welt untergeht, sondern dass es für die Menschen schwieriger wird.“

Mit dem Gleichnis vom Raucher, der die Gefahren des Tabakkonsums kenne, aber dennoch weiterrauche, wollte Madel die mangelnde Bereitschaft der Menschen zum Handeln gegen den Klimawandel verdeutlichen. Einige Schüler konnten daraufhin Beispiele für renitente Raucher nennen – aber auch Fälle, in denen sie Verwandte vom Aufhören überzeugt hatten. Am Ende kam der Moderator in seiner Unterrichtsstunde doch noch vom Klimawandel auf das eigentliche Thema, den Schulwettbewerb.

„Was können wir tun?“, sprach er die etwa 30 Schüler an. Diese zählten auf: Nicht ständig neue Kleidung kaufen, den Computer zwischendurch ausschalten und Wasser sparen. Beim Punkt„weniger Videospiele“ regte sich in der Gruppe hörbar Widerspruch. Doch Madel, selbst Vater zweier Töchter, fand dies wichtig. „Streamingdienste sind die größten Stromfresser“, pflichtete er bei. „Denkt darüber nach, ob wirklich jeder Film gestreamt werden muss“, forderte er und appellierte ans Gemeinschaftsgefühl, „ob nicht alle zusammen einen Film gucken können.“

Seit 2010 ruft der Energieversorger EMB Schüler der Klassenstufe 8 dazu auf, Energieeinsparpotenziale aufzuspüren.

Junge Energiedetektive sollen sich zuerst zuhause und dann anschließend in öffentlichen Gebäuden auf die Suche nach Energiefressern machen.

Das 10. Finale im März 2020 bestreiten sechs Klassen mit den meisten aufgedeckten Verschwendungen.

Dem Sieger winken 3 500 Euro, unter den Platzierten werden 6 500 Euro aufgeteilt.

Anmeldungen bis zum 2. Oktober unter Telefon 0331/ 7212652 oder unter www.emb-mission-energiesparen.de.

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Von Matthias Busse

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