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Oberhavel Grabräuber treiben in Schildow ihr Unwesen
Lokales Oberhavel Grabräuber treiben in Schildow ihr Unwesen
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19:34 12.07.2019
Liebevoll pflegt die Schildowerin die Grabstätte ihres vor vier Jahren verstorbenen Ehemannes sowie des gemeinsamen Sohnes. Quelle: Privat
Schildow

“Vermutlich wissen diese Leute gar nicht, was sie mit ihren Taten anrichten“, sagt Silvia Kremkow nachdenklich. Langsam legt sich bei der 54-jährigen Schildowerin die Wut, wenngleich sie jedes Recht dazu hat, sauer zu sein. Denn Unbekannte haben am Donnerstag das Grab ihres verstorbenen Mannes sowie des gemeinsamen Sohnes geplündert, welches sie erst am Tag zuvor frisch hergerichtet hatte. „Das war meine erste Amtshandlung nach meinem Urlaub – die Fahrt zum Gartenmarkt, um eine frische Bepflanzung zu holen, damit das Grab wieder schön aussieht“, erzählt sie. Lilafarbene Salvien wählte sie aus und ein Armeria Trio. Nicht die üblichen Blümchen sollten es sein, sondern etwas Besonderes. „Etwas, was auch meinem Mann gut gefallen hätte“, sagt Silvia Kremkow. Sie verlor ihren Ehepartner vor vier Jahren nach einer schweren Erkrankung. Auf seiner Grabstätte liegt zugleich ein Gedenkstein zur Erinnerung an den gemeinsamen ersten Sohn, den beide vor 30 Jahren nach einer schweren Erkrankung nur wenige Wochen nach seiner Geburt zu Grabe tragen mussten.

„Das ist kein Kavaliersdelikt“

Als die 54-Jährige am Donnerstag das frisch bepflanzte Grab besuchte, traf sie fast der Schlag: „Die nagelneuen Pflanzen waren alle weg. Einfach wieder ausgegraben“, berichtet sie fassungslos. Die Krönung sei eine vertrocknete Staude gewesen, die ihr der Dieb statt der frischen Pflanzen auf der Grabstätte hinterlassen hätte. „Das Grab eines geliebten Menschen ist sowieso schon ein schwieriger Ort. Mit solch einer Tat bringt man dem Menschen, für den dieses Grab eine Bedeutung hat, soviel Respektlosigkeit und Geringschätzigkeit entgegen, ohne überhaupt zu überlegen, was das mit diesem Menschen macht“, erklärt sie fassungslos. Obgleich sie das nicht zum ersten Mal erlebe, sagt Silvia Kremkow.

Nicht nur Pflanzen, auch Gestecke und Gartengeräte werden gestohlen

Auch andere Nutzer des Friedhofs seien betroffen. Neben Blumen, Pflanzen und Gestecken verschwinden in aller Regelmäßigkeit immer wieder auch Gießkannen und derlei Geräte. Die Schildowerin wünscht sich, „dass die Leute aufmerksamer sind und über das Problem gesprochen wird. Dann wird den Tätern hoffentlich klar, dass es kein Kavaliersdelikt ist, was sie da tun.“ Es gehe gar nicht um den materiellen Schaden, der durch den Diebstahl verursacht werde. Viel schwerer wiege, dass „so etwas das Gedenken an geliebte Menschen verletzt und es eine Verhöhnung derjenigen ist, die sich viel Mühe mit der Pflege eines Grabes geben.“ Eine Vermutung, wer ihre Bepflanzung vom Friedhof gestohlen hat, hat sie nicht. „Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass das jemand aus unserem Ort war“, sagt sie. Seit 20 Jahren wohne sie hier, aus Berlin sei sie damals nach Schildow gezogen. „Das habe ich auch nie bereut“, sagt sie lächelnd.

Für das Grab ihres Mannes und ihres Sohnes will sie nun neue Pflanzen besorgen. „Ich überlege noch, was für welche“, sagt sie. Die gestohlenen Blumen wird sie nicht 1:1 ersetzen. Jedoch werde sie schon etwas schönes finden, ist sie sicher: „Wir haben viele Jahre gemeinsam das Grab unseres Sohnes gepflegt. Ich weiß ziemlich genau, was meinem Mann gefallen würde“, verrät sie.

Ähnliche Vorkommnisse auch in anderen Orten

Im April hatte eine 41-jährige Oranienburgerin der MAZ von einem ähnlichen Fall berichtet. Unbekannte Diebe hatten sich immer wieder an der Grabstätte ihrer verstorbenen Oma zu schaffen gemacht und dabei Figuren und sogar einen Weihnachtsbaum entwendet.

Von Nadine Bieneck

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