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Oberhavel Gransee von oben
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19:05 31.03.2014
Und Abflug! Der Kamerakopter startet auf dem Schinkelplatz zur ersten Rundumschau. Quelle: Cindy Lüderitz
Gransee

Der Storch auf dem Klostergiebel – das wäre ein Bild fürs Fernsehen gewesen, wie es sich Karl Busch vom Verschönerungsverein gewünscht hätte. Aber noch hat sich kein Langbein im Horst niedergelassen. Und wäre ein Storch da gewesen, hätte der beim Anblick der achtarmigen Drohne, die Sonntag über der Stadt kreiste, wahrscheinlich einen Abflug gemacht. Das unbemannte Flugobjekt sorgte für Aufsehen in der Stadt.

Gesteuert wird die Drohne wie ein Modellflugzeug. Die Fernbedienung trägt Kameramann Thomas Reinke direkt vor dem Bauch. Und daneben einen Handbildschirm, auf dem zu sehen ist, was die Kamera sieht. Während des Überflugs muss er darauf achten, nirgends anzuecken. Die Altstadt ist stellenweise eng geschnitten, und manchmal kappen Hausfassaden auch das GPS-Signal. „Man muss schon aufpassen, dass die Propeller nicht irgendwo gegenstoßen“, sagt der 51-Jährige, der sein Feingefühl für die Steuerung beim Modellfliegen geschult hat, und somit auch bei Fallwind reagieren kann. Auf 100 Meter darf er sein Fluggerät steigen lassen – der Luftraum darüber ist für die Drohne gesperrt.

Nach drei Runden über den Schinkelplatz setzt das Flugobjekt wieder sicher auf dem Pflaster auf. Mit der normalen Kamera macht Auszubildende Maja Fenger noch Aufnahmen vom Publikum, das sich interessiert um die Technik schart. Die Szene wird später reingeschnitten. Der Kamerakopter fährt zur nächsten Station: Ruppiner Tor. Ganz sanft steuert Reinke seine fünf Kilogramm schwere Drohne durch den kleinen Torbogen hindurch und lässt sie dann aufsteigen – über die Rudolf-Breitscheid-Straße hinweg und wieder zurück. Als die Kamera über dem erhabenen Stadttor kreist, wirkt die Sequenz wie der Einspieler für einen Mittelalterfilm. Auf dem Balkon haben sich Zuschauer postiert und winken, als die Propeller auf Augenhöhe sind. „Die passende Musik hätte ich schon im Kopf“, sagt Redakteur Tim Jaeger, kurz bevor er das hölzerne Türmchen auf der Hospitalkapelle entdeckt und ganz verzückt ist. „Da müssen wir ran“, ruft er dem Kameramann zu. Torsten Gaeth, Vorsitzender des Verschönerungsvereins, gibt weitere Tipps für Perspektiven. Die müssen kurz warten. Mit einem lauten Piepen setzt die Maschine zur Landung an: Akku alle. Reinke muss nachladen. Trotzdem gibt’s Applaus für den Piloten. Kennt man aus Ferienfliegern. Bis das Team an der Marienkirche ist, stecken die neuen Batterien auf dem Flieger. In Jüterbog durften die Filmleute die Drohne sogar im Kirchenraum fliegen lassen, und an den Außenaufnahmen war der Pfarrer auch sehr interessiert, weil er wissen wollte, wie die Bauarbeiten verlaufen waren.

Jaeger und Reinke stürzen sich aber keineswegs nur auf historische Ansichten. „Abwechslungsreich soll es sein“, sagt der Redakteur. Das Kontrastprogramm zum historischen Stadtkern bietet in Gransee die Straße des Friedens mit ihrem neuen Boulevard, der von oben auch nett aussieht.

Von Cindy Lüderitz

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