Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Gransee „Einfach fantastisch“
Lokales Oberhavel Gransee „Einfach fantastisch“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 18.07.2018
Ein Streifzug durch 700 Jahre Altlüdersdorf bildete der Umzug durch den Ort mit 25 Schaubildern. .
Ein Streifzug durch 700 Jahre Altlüdersdorf bildete der Umzug durch den Ort mit 25 Schaubildern. . Quelle: Uwe Halling (3), STEFAN BLUMBERG (1)
Anzeige
Altlüdersdorf

Alte Postkutsche, historische Gewänder, Traktoren, frühere Gewerke, eine Kuh, Lehrerpult mit Schulbänken, Pferde – der exzellente Umzug durch Altlüdersdorf entlockte den vielen Zuschauern am Straßenrand immer wieder Applaus. Die 25 „Bilder“ veranschaulichten die 700-jährige Geschichte des Dorfes vortrefflich. Einer, der sich im wahrsten Sinne des Wortes im Zug befand: Detlef Kämpfer. Er erinnerte mit dem Bau einer Lokomotive samt Waggon im Miniformat an die Zeit, als im Ort noch eine Bahn fuhr. Mehr als 100 Jahre lang – von 1877 bis 1995 – war dies der Fall. „Ich wurde gefragt, ob ich mitmachen wollte. Aber beim Thema Eisenbahn nur ein Schild zu tragen, war mir zuwenig“, sagt der Altlüdersdorfer. Er hatte eine andere Idee und verkleidete seinen kleinen Traktor mit Platten, so dass er aussah wie eine Lokomotive (siehe kleines Bild rechts). Dasselbe tat er mit einem kleinen Hänger. Dazu noch ein paar Feinheiten wie die Puffer an der Vorderseite, aufgemalte Räder, Farbe ran – fertig war das Schmuckstück. Seine Frau Gudrun und das Ortsbeiratsmitglied Reinhard Harndt, der bei der Organisation des Umzugs gemeinsam mit Uwe Schulz den Hut auf hatte, halfen bei der Marke Eigenbau mit. Es lag nahe, dass sich Detlef Kämpfer mit dem Thema Bahn befasste: Sein Schwiegervater hatte 40 Jahre auf dem Bahnhof gearbeitet.

Ein Dorf feiert mit seinen Gästen

Reinhard Harndt strahlte übers ganze Gesicht: „Wir wurden für die Idee mit dem Umzug belohnt. So viele Leute haben mitgemacht. Ein tolles Zusammenspiel. Und es war ein großes Publikum an der Straße.“ Auch überwältigt war Ortsvorsteherin Heike Holtfeuer. „Mit dieser Resonanz hatte ich nicht gerechnet“, sagte sie. Selbst fuhr sie gemeinsam mit dem Granseer Bürgermeister Mario Gruschinske in einer Kutsche vor und steckte in einem Kleid aus dem 17. Jahrhundert. Mario Gruschinske: „Einfach fantastisch, was hier gemacht wurde. Die Einwohner haben sich sehr große Mühe gegeben, wenn ich neben dem Umzug auch noch die Vorgärten sehe. Das nenne ich Identifikation mit dem Ort.“ Das sah auch Nico Zehmke, stellvertretender Amtsdirektor, so: „Der Umzug ist ein Zeichen, wie stark sich die Leute engagieren.“

Von Stefan Blumberg