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Gransee Seit fünf Jahren ist jeder willkommen
Lokales Oberhavel Gransee Seit fünf Jahren ist jeder willkommen
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14:08 29.03.2019
Klaus Pölitz, Ines und Manfred Richter sowie Wolfgang Grassel gehören zu den Aktiven in der Willkommensinitiative. Quelle: Martina Burghardt
Gransee

Feste, Fahrräder, Sport, Angebote im Haus – nach solchen Themen sind die Fotos sortiert, die das fünfjährige Bestehen der Willkommensinitiative Gransee dokumentieren. Anfang der Woche richteten Manfred und Ines Richter, Wolfgang Grassl und Klaus Pölitz die Ausstellung ein. Freitagabend werden die Bilder den Besuchern der Jubiläumsfeier im Hospital Global reichlich Anregungen bieten, um sich zu erinnern.

2013 schon wurde die Unterbringung von Flüchtlingen in Gransee angekündigt. „In der Stadt war die Stimmung nicht sehr gut“, erinnert sich Klaus Pölitz. Es gab Ängste und Befürchtungen, vor allem von den Nachbarn des künftigen Wohnheimes. Mehr als ein Jahr vor Ankunft der Flüchtlinge in Gransee trafen sich Bürger, um das Gefühl von „Wir müssen etwas tun“ in Worte zu fassen und daraus Taten werden zu lassen. Der Frauengesprächskreis hatte die erste Zusammenkunft angeregt, aus der im Januar 2014 die Willkommensinitiative hervorging.

Ines Richter und Klaus Pölitz beim Aufbau der Ausstellung. Quelle: Martina Burghardt

Sehr bald wurden konkrete Themen gesetzt. „Wir haben uns gefragt, was die Flüchtlinge brauchen“, so Klaus Pölitz. Deutsch lernen, Gepflogenheiten kennenlernen, Ämter und Arztbesuche, das waren solche Schwerpunkte. Bald stellte sich heraus, wie wichtig Mobilität ist. Mit dem Fahrkartenautomaten kamen die Neuankömmlinge besser zurecht als manch ein Granseer, erinnert sich Klaus Pölitz. Mehr als 100 Fahrräder wurden gespendet. Die Reparaturwerkstatt gibt es bis heute, so wie vieles andere.

Erinnerungen an den Anfang

Immer noch ein wenig erstaunt sind die Mitstreiter der Willkommensinitiative über die Resonanz bei der Renovierung der Begegnungsstätte, des Hospital Global, das im Februar 2015 von der Stadt zur Verfügung gestellt wurde. 100 Helfer waren damals dabei, als die Räume in der Ruppiner Straße 8 hergerichtet wurden und seitdem als Treffpunkt für Granseer und Neu-Granseer dienen. An eine ähnliche Aktion in dieser Größenordnung in der Stadt kann sich niemand erinnern.

Berührungsängste, die gab es anfangs. „Da, wo wir Bedenken hatten, läuft es prima, die Menschen sind hilfsbereit bis heute“, sagt Klaus Pölitz. Nun spielen Erwachsene und Kinder verschiedener Nationen im Sportverein Fußball, sie kochen und feiern zusammen – das iranische Frühlingsfest, bei dem man zu zweit übers Feuer springt und sich etwas wünscht, Weihnachten, Hochzeiten, Geburtstag. Ein Renner von Anfang an sind der monatliche bunte Abend und das Spiel- und Krabbelcafé, das inzwischen von geflüchteten Frauen selbst organisiert wird.

Anfang der Woche wurde die Foto-Ausstellung der Willkommensinitiative aufgebaut. Quelle: Martina Burghardt

Etwa 200 Flüchtlinge leben in Gransee, drei Viertel von ihnen in Wohnungen. Viele belegen Deutschkurse, ein Teil geht arbeiten. Alltag ist eingezogen. Über die Willkommensinitiative haben sich Paten gefunden, die die Familien betreuen. Im Moment sind es etwa 25 bis 30, ganz genau weiß das aber niemand. „Stille Paten“ werden diejenigen genannt, die sich selbstständig um die Zugezogenen kümmern. Es sind immer wieder dieselben, die sich bei den Treffpunkten oder Aktionen sehen lassen.

Manfred Richter von der Willkommensinitiative hat seine handwerklichen Fähigkeiten für den Bau der Ausstellungstafeln genutzt. Quelle: Martina Burghardt

Etwas mehr Interesse der alteingesessenen Granseer würden sich die Mitstreiter der Willkommensinitiative schon wünschen. Nun wäre solch ein Anlass. Freitag, 17 Uhr, beginnt die Fünf-Jahres-Feier im Hospital Global. Musikschüler werden musizieren, die Band ist international besetzt. Mehrere Paten und Flüchtlinge werden sich gegenseitig interviewen. Herbert Brauer und Kai Hansen bespaßen derweil die Kinder. Die Fotoausstellung soll noch eine längere Zeit zu sehen sein, über feste Öffnungszeiten will man nachdenken.

Die Öffentlichkeit ist immer gut informiert: Zeitungsausschnitte über die Willkommensinitiative Gransee im Flur des Hospital Global. Quelle: Martina Burghardt

Das Ziel, das noch zum Fest des dreijährigen Bestehens formuliert wurde, nämlich die Arbeit zu verstetigen, hat die Willkommensinitiative längst erreicht. Die Stadt hat einen nicht unwesentlichen Anteil daran, hilft unter anderem beim Beantragen und Abrechnen von Fördermitteln.

Das wichtigste Anliegen vom Anfang sowieso: Vorurteile abschaffen und Freundschaften entstehen lassen. Die öffentliche Aufmerksamkeit war den Aktiven sicher – durch zahllose Veröffentlichungen in den Medien und Auszeichnungen. Und für Ines Richter steht fest: „Das Haus ist eine Verpflichtung.“ Und Arbeit, die man gemeinsam erledigen kann, wie zum Beispiel die Gartengestaltung, gibt es auch.

Von Martina Burghardt

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