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Gransee Großes Dankeschön an Wolfgang Kielblock
Lokales Oberhavel Gransee Großes Dankeschön an Wolfgang Kielblock
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19:48 05.05.2019
Dem Stechliner Bürgermeister Wolfgang Kielblock (großes Bild, links) wurde von Amtsdirektor Frank Stege für sein Engagement gedankt, eine Reihe von Lokalpolitikern (kleine Bilder oben und Mitte) wurde wie Kielblock verabschiedet. Einen Dank erhielten die Bürgermeister und der Vorsitzende des Kita- und Schulausschusses (kl. Bild, unten).
Dem Stechliner Bürgermeister Wolfgang Kielblock (großes Bild, links) wurde von Amtsdirektor Frank Stege für sein Engagement gedankt, eine Reihe von Lokalpolitikern (kleine Bilder oben und Mitte) wurde wie Kielblock verabschiedet. Einen Dank erhielten die Bürgermeister und der Vorsitzende des Kita- und Schulausschusses (kl. Bild, unten). Quelle: FOTOS: Stefan Blumberg
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Meseberg

„Es ist schon ein komisches Gefühl!“ Wolfgang Kielblock sagt ganz offen, wie es ihm innerlich geht. Noch haftet an dem 78-Jährigen der Titel „ehrenamtlicher Bürgermeister“ der Gemeinde Stechlin. Damit ist in einigen Wochen Schluss. Er tritt bei der Kommunalwahl am 26. Mai nicht wieder an. Beim Amtsempfang am Sonnabend im Meseberger Restaurant Schlosswirt kam dem Dollgower durchaus eine besondere Verabschiedungsrolle zu; auch deshalb, weil er der einzige der fünf ehrenamtlichen Bürgermeister des Amtes Gransee und Gemeinden ist, der sich aus dem aktiven politischen Leben zurückzieht.

Dankeschön-Brunch des Amtes Gransee und Gemeinden

„Der ehemalige Bürgermeister Wolfgang Henkel überredete mich damals, in der Gemeinde mitzuarbeiten. Er sagte: ’Ich mache alles, du brauchst dich eigentlich um nichts kümmern.’ Aber 2003, bei der nächsten Wahl, war er weg und kümmerte sich um andere Dinge. Somit wurde ich Bürgermeister“, sagte Wolfgang Kielblock (WG Heimatverein/Dollgower Bürger) am Sonnabend beim Amtsempfang. Der volksnahe Kielblock machte keinen Hehl daraus, dass in der Zusammenarbeit mit der Amtsverwaltung nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen war. „Ich habe mich mit dem Amtsdirektor nicht immer umarmt. Aber es macht unser Miteinander aus, dass wir solche Dinge nicht öffentlich ausgetragen haben und meistens eine Lösung fanden.“ Seine Frau habe ihm dieser Tage erst gesagt: „Jetzt bist du die Sache los.“ Das Bürgermeisteramt meinte sie. Und weil der Amtsdirektor ihm die Arbeit oft leicht gemacht habe, übergab  Wolfgang Kielblock im Namen  seiner Frau einen Likör. Und Frank Stege bedankte sich bei Wolfgang Kielblock mit einem Buch über Bienen. Die Insekten sind eines der Betätigungsfelder des Seniors. Dass das Bürgermeisteramt kein Selbstläufer ist, verdeutlichte der 78-Jährige mit diesen Worten: „Ich verneige mich vor allen, die das neben ihrer normalen Arbeit machen. Es ist eine sehr zeitintensive Aufgabe.“

Geld auf der hohen Kante

In seine Amtszeit fiel das komplette Thema Stechlinseecenter, das 2004 übergeben wurde und das der Gemeinde finanziell immer ein Klotz am Bein war. Die Wende könnte der Verein Begegnungsstätte Stechlin bringen, der das Haus seit 2018 betreibt. In die Gemeinde seien in seiner Zeit 10,7 Millionen Euro investiert worden. Die Kommune sei schuldenfrei und habe 1,5 Millionen Euro auf der hohen Kante. Ein bisschen Trauer sei schon da, so Wolfgang Kielblock, wenn er ans Aufhören denkt. „Ich arbeite gern mit Menschen“, so der einstige Lehrer. Aber er wird sich weiter engagieren – so in der Arbeitsgemeinschaft 65 +. Das nächste Mal am 14. Mai.

Langgediente sagen tschüs

Verabschiedet wurden beim Amtsempfang – es war ein Dankeschön-Brunch – die (anwesenden) Abgeordneten, die künftig nicht mehr auf der politischen Bühne zu sehen sein werden. Zu ihnen zählte Helga Krahl (Linke), die sich in den vergangenen Jahren als Vorsitzende des Finanzausschusses der Stadt verdient gemacht hatte. Frank Stege sagte, dass im Amtsgebiet in den vergangenen Jahren massiv investiert worden sei. Der Erfolg in der Region sei ein Ergebnis dessen, dass alle Gemeinden zusammenhielten, sich solidarisch zeigten. Die Abgeordneten bezeichnete er als die Außenminister des Amtes, die nah an den Bürgern seien. „Das ist gelebte Demokratie.“

Von Stefan Blumberg