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Gransee ICE, Bus, Pkw – so reisen die Oberhavel-Sportteams
Lokales Oberhavel Gransee ICE, Bus, Pkw – so reisen die Oberhavel-Sportteams
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16:12 25.01.2019
Stärkung auf der Raststätte: Die Drittliga-Handballer aus Oranienburg legen fast 7600 Kilometer pro Saison auf der Straße zurück. Quelle: foto: privat
Oberhavel

Ballsportarten aus dem Landkreis Oberhavel sind bundesweit vertreten: Ob im Handball (3. Liga), Volleyball (2. und 3. Liga) oder im Fußball (Regionalliga) repräsentieren Mannschaften wie der Oranienburger HC, der SV Lindow-Gransee, VSV Havel Oranienburg oder Blau-Weiss Hohen Neuendorf die Region über die Landesgrenzen hinaus. Allerdings hat jede Medaille bekanntlich auch zwei Seiten. Auf der einen glänzt der sportliche Erfolg, für den jedoch immense Mühen und Kosten aufgewendet werden müssen – Fahrten quer durch Deutschland inklusive. Reisemeister aus Oberhavel ist dabei der SV Lindow-Gransee, der während der laufenden Volleyball-Spielzeit über 8600 Kilometer auf sich nehmen muss und diese vorrangig mit dem ICE absolviert. Allerdings hat nicht jeder Verein die gleichen Voraussetzungen. Während die Handballer des OHC eine Kooperation mit einem Busunternehmen abgeschlossen haben, ist jede Auswärtsfahrt für die Volleyballerinnen des VSV Havel ein echter Kraftakt.

SV Lindow-Gransee

8648 Kilometer legen die Zweitliga-Volleyballer in dieser Saison zurück. Für die Verantwortlichen eine Herkulesaufgabe, die genaustens vorbereitet wird, wie Manager Dirk Schmidt berichtet. „Wir betrachten vor der Saison jedes einzelne Auswärtsspiel und entscheiden dann, wie wir dort hinfahren. Ob mit Kleinbussen, einem mittleren Reisebus oder mit dem ICE. Auch Spieltag und Anfangszeit spielen da eine wichtige Rolle, dann wird alles festgezurrt.“ Daher freuen sich Schmidt und Co. laut eigener Aussage über jeden regionalen Auf- oder Absteiger, der die Reisestrecken verkürzt und vor allem die anfallenden Kosten reduziert. „Also gerade die weiteren Strecken wie Moers oder Bocholt kosten locker 1000 Euro und mehr. Inzwischen fahren wir viel mit dem ICE, das ist einfach bequemer und kostengünstiger“, so Schmidt. Auch Übernachtungen vor Ort seien ab und an möglich und werden gebucht. „Das ist aber eher die Ausnahme.“

Oranienburger HC

Auch beim Handball-Drittligisten sind Übernachtungen eher die Seltenheit. „Als wir vor einigen Jahren tief im Abstiegskampf steckten, haben wir mal in Flensburg übernachtet. Langfristig gesehen könnte das aber vielleicht mal ein Thema werden“, erklärt OHC-Geschäftsführer Michael Freund. Aktuell werden die meisten Auswärtsfahrten mit einem Reisebus bestritten. „Wir haben seit dieser Saison eine Kooperation mit dem Bussunternehmen Wörlitz Tourist, das uns einen Reisebus und entsprechende Fahrer stellt und so ein fester und wichtiger Partner für uns ist“, so Michael Freund. Kürzere Strecken nach Berlin zu den Füchsen oder nach Potsdam zum VfL fahren die Spieler mit eigenem Pkw.

VSV Havel Oranienburg

Ganz anders sieht da die Situation beim Ortsnachbarn und Volleyball-Drittligisten VSV Havel aus. „Die Strecken nach Potsdam und Berlin fahren unsere Mädels mit eigenem Auto und tragen die Spritkosten auch selbst, bei den längeren Strecken versuchen wir zumindest, Kleinbusse zu mieten, was aber auch nicht immer klappt. Die Beträge für einen Reisebus sind für uns nicht machbar“, so Vorstandsmitglied Antje Haferkorn. Langfristig wünscht man sich da eine Veränderung und eine bessere Regelung, was aber nicht einfach sei, wie Haferkorn weiter erklärt: „Das wäre wünschenswert und wir sind da schon lange in Gesprächen, bislang aber ohne wirklichen Erfolg. Alles hat finanzielle Grenzen.“ Übernachtungen bei Auswärtsspielen gibt es schon gar nicht.

Blau-Weiss Hohen Neuendorf

Für die Fußballfrauen aus der Niederheide hat sich seit dem Abstieg aus der 2. Bundesliga im Sommer des vergangenen Jahres einiges verändert. Während man im Vorjahr noch bei jedem Auswärtsspiel eine Übernachtung einlegte, reist man nun in der Regionalliga direkt am Spieltag mit einem Reisebus an. „In der Regionalliga haben wir deutlich kürzere Strecken, da macht eine Übernachtung nicht so viel Sinn. Aber wir klären schon, dass wir bei jedem Auswärtsspiel auch verpflegt werden vor Ort, das ist uns wichtig“, erzählt Hohen Neuendorfs Vorstandsmitglied Victoria Targatz. Mit zwei Busunternehmen arbeiten die Blau-Weißen eng zusammen. „Strecken nach Berlin oder Potsdam fahren wir natürlich nicht mit dem Bus, aber ansonsten schon.“ Da wird eine Auswärtsfahrt schon mal zur Odyssee: „So ein Regionalliga-Spieltag ist ohne Übernachtung schon ein echter Kraftakt für alle, 16 Stunden und mehr ist man da schon auf den Beinen – das zehrt“, so Victoria Targatz abschließend.

Von Knut Hagedorn

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