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Gransee Ärzte für den Norden Oberhavels gesucht
Lokales Oberhavel Gransee Ärzte für den Norden Oberhavels gesucht
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16:19 10.05.2019
Olaf Bechert, Christin Zehmke und Mario Gruschinske (v.l.n.r.) geben den Start für die Ärzte-Werbe-Kampagne bekannt.
Olaf Bechert, Christin Zehmke und Mario Gruschinske (v.l.n.r.) geben den Start für die Ärzte-Werbe-Kampagne bekannt. Quelle: Martina Burghardt
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Gransee

 Die gute Nachricht zuerst: Die Kinderarztstelle in Zehdenick ist wieder besetzt, zumindest zur Hälfte. Karin Saweliev betreut in der Praxis von Allgemeinmediziner Stefan Höhne die kleinen Patienten, bis ein Vollzeit-Kinderarzt gefunden ist.

Doch das ist ein Problem. Schon jetzt fehlen Fachärzte, etliche niedergelassene Mediziner in der Region Zehdenick, Gransee, Fürstenberg/Havel gehen auf die Rente zu. Der Kooperationsrat des Mittelzentrums hat deshalb die Regionale Entwicklungsgesellschaft in Oberhavel Nord (Regio Nord) damit beauftragt, Lösungen zu finden. In Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung wird nun der Stand erfasst und der Bedarf analysiert. Dann sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden.

„Kräftige Kampagne“

„Es geht nicht nur allgemein um die Idee, sondern darum, eine kräftige Ärzteansiedlungskampagne zu starten“, so Gransees Bürgermeister Mario Gruschinske. Er und Christin Zehmke, von der die Anregung zu diesem Thema kam, sind beide Mitglied im Kooperationsrat des Mittelzentrums.

Angebote von Bauland bis Anstellung

„Wenn wir Ärzte ansiedeln wollen, müssen wir konkret werden“, so Regio-Nord-Geschäftsführer Olaf Bechert. Wo wird eine Stelle frei, welche Praxis könnte übernommen werden, gibt es Teilzeitmöglichkeiten – solche Fragen sollen beantwortet werden. „Wir haben bei den Oberhavel-Kliniken als Arbeitgeber ein offenes Ohr gefunden“, freut sich Olaf Bechert. Eine Anstellung, eventuell sogar in Teilzeit, könnte jungen Ärzten die Entscheidung leichter machen, in den Norden Oberhavels zu ziehen. Aber die Pläne gehen darüber hinaus.

Den ansiedlungswilligen Medizinern will man sehr direkt Braugrundstücke und Wohnungen anbieten, ihnen Schulen und Kindergärten präsentieren. Die Kommunen sollen dafür Bauland entwickeln. „Es ist legitim, bestimmte Berufsgruppen zu begünstigen“, so Mario Gruschinske. Ihn ärgert, dass die Ärzteversorgung in Brandenburg vom zuständigen Ministerium als „stabil und gut“ bewertet wird.

Die Kampagne soll noch in diesem Jahr vorbereitet werden und dann 2020 starten.

Von Martina Burghardt