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Gransee Kampf gegen die Funklöcher
Lokales Oberhavel Gransee Kampf gegen die Funklöcher
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19:13 25.10.2018
Die Mobilfunk-Abdeckung in Brandenburg ist schlecht, neue „Türme“ sollen weiße Flecken beseitigen. Quelle: FOTO: Hannes Ewert
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Gransee

„Ich bin selbst ein frustrierter Handynutzer“, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Henryk Wichmann vor einem Jahr. „Wenn ich von Lychen nach Fürstenberg fahre, habe ich keine Verbindung. Oder wenn ich mit dem Zug von Fürstenberg nach Berlin möchte, ist der Empfang schon auf dem Weg nach Gransee weg“, stöhnte der Politiker, dessen Wahlkreis unter anderem Fürstenberg, Zehdenick, Gransee und Lychen umfasst. Deshalb wurde von den Christdemokraten ein „Funklochmelder“ installiert, in dem Handynutzer weiße Flecken in der Mobillandschaft melden konnten. Auf der Homepage wurden 23 237 Funklöcher gemeldet (Aktion ist abgeschlossen).

Eine wesentliche Verbesserung hat es seitdem nicht gegeben. In den ländlichen Regionen ist es nach wie vor schwierig, ein durchgängig stabiles Netz zu finden. „Deshalb sollen im neuen Doppelhaushalt des Landes Brandenburg für die Jahre 2019/20 insgesamt 20 Millionen Euro bereitgestellt werden, quasi als Förderprogramm für den Aufbau neuer Funkmasten“, so Henryk Wichmann. Seiner Meinung nach würden  sich  die Mobilfunkanbieter keinen Zentimeter nach vorn bewegen, um die Lage für die Menschen in den schlecht versorgten Gebieten zu verbessern. „Die Anbieter sollten verpflichtet werden, in schwachen Regionen zu helfen. Wenn sie das nicht tun, müssen wir aktiv werden, müssen politisch nachsteuern. Beim schnellen Internet ging das ja auch.“ In Bayern zum Beispiel funktioniere das Förderprogramm laut Wichmann vorbildlich.

Die Menschen in den empfangsschwachen Gebieten hätten es absolut verdient, technisch auch auf dem modernsten Stand zu sein; erst recht, wenn der 5-G-Standard Einzug halte. „Jetzt gibt es nicht mal die Mindestversorgung.“ Von den Zahlen, mit denen gern hantiert werde, will sich der Landespolitiker nicht blenden lassen. „Da wird immer gern von einer Abdeckung von 98 Prozent gesprochen. Dabei betrifft das nur die dicht besiedelten Flächen. Aber wenn man unterwegs ist, gibt es oft keine Verbindung.“

Jetzt geht es darum, dass mit öffentlichen Geldern neue Funkmasten gesetzt werden, Anbieter müssten die dann anmieten.

Von Stefan Blumberg