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Gransee Kurzgeschichten statt Krimi
Lokales Oberhavel Gransee Kurzgeschichten statt Krimi
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00:21 31.10.2018
Harald Hillebrand mit seinem gerade erschienenen Erzählband bei der Lesung am Freitagabend. Quelle: Martina Burghardt
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Gransee

Sein Humor ist nicht laut, nie verletzend, eher feinsinnig, manchmal schwarz. Er beobachtet genau und hält seine Erfahrungen fest, seit vielen Jahren schon. Harald Hillebrand hat acht Romane veröffentlicht und nun 18 seiner Kurzgeschichten aus den vergangenen 20 Jahren in einem Büchlein zusammengefasst, das dieser Tage im Verlag Books on Demand (BoD) erschienen ist.

Harald Hillebrand liest aus seinem Erzählband. Quelle: Martina Burghardt

Bei der Lesung am Freitagabend im eigenen Café in Gransee blieb kein Stuhl frei. Bei Kürbissuppe, Kürbisquiche und anderen Leckereien aus der Küche von Marina Hillebrand hatten es sich die Zuhörer – vor allem Frauen – bequem gemacht, um den Geschichten „Durch Traum und Zeit“ zu lauschen. Zuerst denen von Alwin Grabowski, dem – erfundenen – Sachbearbeiter im Amt Gransee. Was dem begeisterten Hobbyhandwerker und Experten für Abfallarchitektur im Büro und zu Hause widerfährt, darf der Leser zum Glück selbst in die Kategorien Traum oder Zeit einordnen. Ziemlich schräg, mochten die Zuhörer über diesen Alwin Grabowski gedacht haben. Dass der Autor selbst als Verwaltungsbeamter arbeitet, macht es jedenfalls leichter, die skurrilen Ideen als Ironie einzuordnen.

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Wartzeit verkürzt

„Sprechen Sie mich auf meinen neuesten Oberhavel-Krimi an“ – diesen Spruch hat sich Haral Hillebrand auf sein T-Shirt drucken lassen. Ansprechen musste ihn am Abend der Lesung allerdings niemand, denn mit den Kurzgeschichten will der Hobby-Schriftsteller seinen treuen Lesern die Wartezeit bis zum Erscheinen seines sechsten Kriminalromanes verkürzen.

Persönlicher Anlass

Dieses Genre pflegt er, der „bei der Kripo groß geworden ist“, wie er sagt, seit fünf Jahren. Die Aufhänger sucht er sich im wahren Leben. „Meine Geschichten haben immer einen persönlichen Anlass“, so der 60-Jährige. Mit dem Schreiben begann Harald Hillebrand 2004, die ersten drei Bücher bezeichnet er als historische Fantasy-Romane.

Und malen kann er auch. Zeugnisse seines Talentes sind im Café zu sehen. Einige Zeit hat er sich mit Anleitung des Fernseh-Malers Bob Ross in diesem künstlerischen Metier versucht.

Von Martina Burghardt