Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Gransee Helden des Alltags mit Helfersyndrom
Lokales Oberhavel Gransee Helden des Alltags mit Helfersyndrom
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:28 09.09.2019
Sind am vergangenen Freitag geehrt worden: Frank Lange, Oliver Fritz, Ines Fischer, Mario Müller (v.l.) sowie Enrico Neumann (r.). Dezernent Mathias Rink (CDU) begleitete die Abordnung aus dem Kreis Oberhavel. Es fehlt Axel Haufe vom Landesverband des Arbeiter-Samariter-Bundes. Quelle: privat
Oberhavel

72 Brandenburgerinnen und Brandenburger sind Ende vergangener Woche für besondere Leistungen und mutiges Verhalten geehrt worden. Unter ihnen auch eine Frau und fünf Männer aus Oberhavel (MAZ berichtete).

Innenminister Karl-Heinz-Schröter (SPD) überreichte bei einem Festakt im Inselhotel in Hermannswerder in Potsdam die Ehrenzeichen des Landes Brandenburg im Brand- oder Katastrophenschutz. Außerdem zeichnete er sechs Bürger mit der Brandenburgischen Rettungsmedaille aus.

Das Ehrenzeichen im Katastrophenschutz in Silber am Bande erhielten Ines Fischer vom DRK in Gransee sowie Axel Haufe aus Oberhavel, der für den ASB-Landesverband tätig ist. Das Ehrenzeichen im Brandschutz in Silber am Bande erhielten Frank Lange (Zehdenick), Oliver Fritz (Kremmen), Mario Müller (Mühlenbecker Land) sowie Enrico Neumann (Velten).

Erinnerungsfoto mit Innenminister Karl-Heinz Schröter (M.). Quelle: privat

„Ich bin schon stolz auf diese Auszeichnung. Die bekommt schließlich nicht jeder“, sagt Oliver Fritz. Der gebürtige Kremmener ist seit 1992 bei der freiwilligen Feuerwehr und seit elf Jahren Ortswehrführer. „Man hat in dieser Funktion schon mehr Aufgaben zu erfüllen als andere“, weiß der 39-Jährige zu berichten. Neben dem wöchentlichen Dienst am Freitagabend sei er auch sonst oft in Sachen Feuerwehr unterwegs, weil es zum Beispiel Absprachen mit dem Stadtbrandmeister oder dem Bürgermeister zu treffen gelte. Zudem müsse er da sein und zu helfen versuchen, wenn einer der Kameraden mit einem Problem zu ihm komme. Derzeit zählt die Kremmener Feuerwehr 40 aktive Kameradinnen und Kameraden sowie acht Mitglieder in der Jugendwehr.

Bei 80 Einsätzen stehe die Freiwillige Feuerwehr Kremmen dieses Jahr, wobei der Schwerpunkt aufgrund der Baustelle eindeutig im Autobahnbereich liege. Aufgrund der gesperrten Anschlussstelle Oberkrämer hätten sich die Grenzen des Einsatzgebietes der Kremmener überdies verschoben. „Der Abend in Potsdam war schön“, sagt Oliver Fritz. Nach den Auszeichnungen und Ehrungen habe es ein schönes Buffet gegeben und es sei zudem auch noch Zeit gewesen, mit anderen Feuerwehrleuten ins Gespräch zu kommen.

Innenminister erkundigt sich nach der Kremmener Feuerwehr

Gesprochen, wenn auch nur kurz, habe er auch mit dem Innenminister, sagt Oliver Fritz. Karl-Heinz Schröter habe danach gefragt, wie sich die Feuerwehr in Kremmen entwickelt. Und der Wehrführer habe ihm berichten können, dass sich die Kameraden auf das neue Gerätehaus am Schlossdamm neben der Edeka-Filiale freuen. Noch müssen sie ihr Dasein in einem stillgelegten Kohlekraftwerk fristen und wo die Fahrzeughalle ist, war früher der Turbinenraum.

Zugführerposten zugunsten der Lokalpolitik abgegeben

Feuerwehrmann mit Leib und Seele ist auch Mario Müller. Der Schönfließer darf seine Auszeichnung mit Fug und Recht als Lohn für das Engagement in der Vergangenheit betrachten. 23 Jahre lang war der heute 46-Jährige, der seit 1989 bei der freiwilligen Feuerwehr ist, Löschzugführer in Schönfließ und hat die Wehr durch alle Stürme, Brände und Hochwasser geführt. Darüber hinaus stand Mario Müller acht Jahre lang als Vorsitzender an der Spitze des Feuerwehrverbandes Oberhavel. Das alles hat viel Zeit gekostet. Weil sich das Mitglied der CDU darüber hinaus in der Kommunalpolitik engagiert, sei es in der Gemeindevertretung des Mühlenbecker Landes oder auch im Kreistag Oberhavel, und dies künftig noch intensiver tun möchte, hat Mario Müller den Posten des Löschzugführers inzwischen weitergereicht. „Dennoch bin ich auch weiter einsatzbereit, wenn der Pieper nachts um 3 Uhr die Kameraden zum Gerätehaus ruft“, sagt er.

„Entschädigung“ für verlorene Bürgermeisterwahl

Etwas schmunzeln musste Mario Müller über die kurzen Worte, die er während der Auszeichnung mit dem Innenminister wechseln konnte. Karl-Heinz Schröter habe auf die jüngste Bürgermeisterwahl im Mühlenbecker Land angespielt und sinngemäß gemeint, dass es mit dem Posten des Verwaltungschefs zwar nicht geklappt habe, dafür dürfe er sich aber nun über eine wunderschöne Auszeichnung als Feuerwehrmann freuen.

Das Ehrenzeichen in Silber am Bande hat auch Veltens Stellvertretender Stadtwehrführer Enrico Neumann verliehen bekommen – auf Vorschlag der Stadt Velten.

Veltens Bürgermeisterin Ines Hübner gratuliert Feuerwehrmann Enrico Neumann. Quelle: privat

Mehr als 30 Jahre engagiert sich Enrico Neumann bereits für das Ehrenamt in der Feuerwehr und war damit am Aufbau der heutigen Einsatztruppe maßgeblich beteiligt. „Wegen seiner unermüdlichen und kontinuierlichen Aufbauarbeit ist die Feuerwehr Velten heute sehr gut ausgebildet. Sie genießt hohes Ansehen im Landkreis Oberhavel“, heißt es im Auszeichnungsvorschlag. Außerdem kümmert sich Enrico Neumann darum, dass die Wehr auch technisch gut aufgestellt ist: Sie verfügt heute über einen modernen Fuhrpark mit zehn Einsatzfahrzeugen. Das Wichtigste aber: „In unzähligen schwierigen, oftmals lebensbedrohlichen Einsätzen hat sich Kamerad Enrico Neumann stets als umsichtiger, couragierter, tatkräftiger und vor allem entschlossener Einsatzleiter bewährt“, lobt Stadtwehrführer Heiko Nägel. Mehr als 4000 Mal war er bereits im Einsatz. Dabei leistet der 47-Jährige jährlich mehr als 1000 ehrenamtliche Dienststunden. „Das ist vorbildlich und heute längst nicht mehr überall in unserer Gesellschaft selbstverständlich“, so Nägel. „Die Auszeichnung sehe ich stellvertretend für alle Kameradinnen und Kameraden“, sagt Enrico Neumann bescheiden: „Denn ohne den Rest der Mannschaft und ohne die Verwaltung im Background könnte die Feuerwehr in Velten nicht so gut funktionieren.“

DRK-Kreisverband ist mächtig stolz

„Wir als DRK-Kreisverband Gransee sind mächtig stolz, dass eine unserer Kameradinnen jetzt in Potsdam mit dem Ehrenzeichen im Katastrophenschutz ausgezeichnet wurde“, sagt Ronny Sattelmair, Kreisgeschäftsführer des DRK Gransee. Ines Fischer, der diese Ehre zuteil wurde, sei bereits seit dem 13. Juli 2005 in der Sondereinsatzgruppe Betreuung des DRK-Kreisverbandes Gransee sehr erfolgreich tätig. Und immer sei die 49-Jährige bestrebt, sich weiterzubilden und Lehrgänge zu besuchen. So besitzt sie zum Beispiel die Sanitätsdienstausbildung, sowie die Ausbildung zum Führen und Leiten von Gruppen und zum Bedienen des Sprechfunks. Darüber hinaus sei die Granseerin hauptamtliche Mitarbeiterin im Arbeitsfeld Eingliederung des DRK-Kreisverbandes. Auch diesbezüglich sei immer hundertprozentig Verlass auf sie. „Wir hoffen, Ines Fischer noch möglichst lange in unseren Reihen zu haben“, unterstreicht Ronny Sattelmair.

Viele Ausbildungslehrgänge in der Freizeit

Dass er noch lange einer der ihren ist, wünschen sich die Feuerwehrleute der Region Zehdenick von Frank Lange. Auch er erhielt das Ehrenzeichen im Brandschutz in Silber am Bande. Frank Lange ist nicht nur Ortswehrführer in Bergsdorf und stellvertretender Stadtbrandmeister von Zehdenick, er ist zugleich auch seit zwölf Jahren Jugendwart in Gransee. „Frank Lange hat sich die Auszeichnung wirklich redlich verdient“, ist sich Zehdenicks Stadtbrandmeister Gerd Leege sicher. Er habe in seiner Freizeit unheimlich viele Ausbildungen absolviert, unter anderem die zum Gruppen-, Zug- und Verbandsführer. Zudem liege ihm die Arbeit mit dem Nachwuchs sehr am Herzen. „Auf Fred Lange ist einfach immer Verlass“, unterstreicht Gerd Leege. Alle Kameradinnen und Kameraden würden sich mit dem Bergsdorfer über die Auszeichnung des Innenministers freuen.

Von Bert Wittke

Nach dem Diebstahl von sieben Bänken am Weg zwischen Großwoltersdorf und Wolfsruh, war der Ärger groß. Doch der Verein „Miteinander“ bekam viel Unterstützung. Nun kann erster Vollzug gemeldet werden.

09.09.2019

Am Stadtrand von Gransee könnten 100 neue Parkplätze geschaffen werden, um die Situation in der Innenstadt zu entspannen. Die Pläne dafür sind jetzt in der Diskussion.

09.09.2019

Friedrich von Schönfels beantragt die Nutzungsänderung für zwei Fahrsilos bei Meseberg und Baumgarten. Im Ortsbeirat und im Stadtentwicklungsausschuss gab es keine Einwände.

09.09.2019