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Gransee Richtfest für Gemeindezentrum: Mit links den Nagel versenkt
Lokales Oberhavel Gransee Richtfest für Gemeindezentrum: Mit links den Nagel versenkt
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13:24 14.02.2020
Ortschef Heinz-Dieter Kakuschke (Mitte), Zimmerermeister Sandro Schmidt (l.), Dachdeckermeister Marko Meißner beim Richtfest für das Gemeindezentrum in Seilershof. Quelle: Uwe Halling
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Seilershof

„Hoffentlich hat er schon was zum Mittag gegessen“, tuschelte jemand aus der Runde der Einwohner, die am Mittwoch auf das Gelände an der Hauptstraße/Ecke Seestraße nach Seilershof gekommen waren. Dabei waren die Blicke der Leute gen Himmel gerichtet. Auf dem Gerüst hoch droben am Rohbau des neuen Gemeindezentrums stand Heinz-Dieter Kakuschke und schluckte gerade tapfer ein weiteres Glas mit Weinbrand herunter.

Richtfest des für das Gemeindezentrums in Seilershof: Auch Ortsvorsteher Heinz-Dieter Kakuschke nahm den Hammer in die Hand. Quelle: Uwe Halling

Dem Ortsvorsteher von Seilershof war am Mittwoch, 12 Uhr mittags, die Aufgabe zugefallen, anlässlich des Richtfestes den symbolischen letzten Nagel im Gebälk des Dachstuhls zu versenken. Zuvor hatte Zimmerermeister Sandro Schmidt von der Firma Jörg Lubig aus Fürstenberg angekündigt, dass der Ortschef für jeden Fehlschlag ein Gläschen Brandbrand schlucken müsse. Dies tat der 68-Jährige ebenso tapfer, wie er versuchte, den Nagel mit links – Heinz-Dieter Kakuschke ist Linkshänder – auf den Kopf zu treffen. Am Ende zählten die Zuschauer vier Fehlversuche und waren sichtlich froh, nicht mit ihrem Ortschef tauschen zu müssen. „Jetzt wird’s richtig ernst“, sagte Frank Stege zum Auftakt des Richtfestes. Lange, so der Direktor des Amtes Gransee und Gemeinden, habe man auf den Um- und Ausbau des ehemaligen Konsumgebäudes in der Hauptstraße 40a zum Gemeindezentrum hingearbeitet.

Bauvorhaben soll 450000 Euro kosten

Möglich geworden sei er durch die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsministerium. Wird doch das rund 450 000 Euro teure Vorhaben vom Land Brandenburg und der Europäischen Union mit einer Anteilsfinanzierung in Höhe von etwa 75 Prozent gefördert. Die verbleibende Summe steuere die Stadt Gransee bei. Der Amtsdirektor lobte zudem die gut funktionierende Zusammenarbeit mit den Baufirmen. Aus diesem Grund sei er optimistisch, dass das Gemeindezentrum bis Mitte dieses Jahres fertiggestellt sein wird und beim traditionellen Promenadenfest feierlich übergaben werden könne.

Zahlreiche Besucher schauten beim Richtfest des Gemeindezentrums in Seilershof vorbei. Quelle: Uwe Halling

„Das ist eine tolle Sache“, meinte Mario Gruschinske und sah sich dabei unter dem Dach des Rohbaus nach allen Seiten um. Der soziale Zusammenhalt, so Gransees Bürgermeister, beginne im Kleinen. Insofern begrüße er es ausgesprochen, dass die Seilershofer nunmehr ein Gemeindezentrum erhalten. Und den ersten Sturm, so Mario Gruschinske in Anspielung auf das Wetter, habe der Rohbau schließlich auch schon überstanden. Er wünsche sich, dass das Haus zu einem Treffpunkt für alle Einwohner werde. Auch für jene, die erst später zugezogen seien. Zudem hoffe er, dass in dem Gemeindezentrum die Geschichte des Ortes bewahrt werde. „Und ein tolles Außengelände, auf das jeder mit Stolz blicken könne, bekommen sie auch noch“, freute sich der Bürgermeister und fügte hinzu: Jeder Cent, der hier ausgegeben wird, ist wirklich kein Cent zu viel.“

Fertigstellung soll am 8. August gefeiert werden

Dem hatte Heinz-Dieter Kakuschke nicht mehr viel hinzuzufügen. Der Ortsvorsteher verweis darauf, dass das Promenadenfest für den 8. August vorgesehen sei und dann das Gemeindezentrum zusammen mit den am Bau beteiligten Firmen eingeweiht werden soll. Dann schritt der 68-Jährige, der seit 51 Jahren in der freiwilligen Feuerwehr des Ortes ist und lange als deren Löschgruppenführer fungierte, zur Tat. Aufs Dach begleitet wurde er von Sandro Schmidt, der später auch den Richtspruch verlas, und Marko Meißner. Auch nicht gerade alltäglich, dass der Zimmerermeister und der Dachdeckermeister gemeinsam bei einem Richtfest mit von der Partie sind und ein wachsames Auge auf das Geschehen rund um die mit blauen, grünen, gelben und orangefarbenen Bändern geschmückten Richtkrone haben.

Spielplatz mit Seilbahn, Trampolin und Federwipptiere soll zusätzlich entstehen

„Ich finde es schön, dass wir jetzt so ein Haus bekommen“, sagte Annemarie Gregorzewski. Die 78-Jährige, die seit 2. Detember 1941 in Seilershof wohnt, freut sich auch für jungen Leute, dass es künftig ein Gemeindezentrum im Dorf gibt. „Meine Enkel sowie die Urenkel, die ich auch noch haben möchte, sollen ebenfalls was von dem Haus haben“, sagte sie. Das künftige Gemeindehaus wird unter anderem auch eine überdachte Terrasse sowie einen Spielplatz mit Seilbahn, Spielkombination, Federwipptiere, Trampolin und Nestschaukel erhalten. Außerdem ist der Bau von sechs Pkw-Stellplätzen geplant. Die alte Abwassersammelgrube wird abgerissen.

Bis zur Fertigstellung des Gemeindehauses vergeht zwar noch etwas Zeit, doch eines ist bereits jetzt sicher: Ortschef und Nagelklopfer Heinz-Dieter Kakuschke wird bis zur Einweihung sicher wieder vollkommen nüchtern sein.

Von Bert Wittke

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