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Gransee Die ersten Wochen Schulsozialarbeit
Lokales Oberhavel Gransee Die ersten Wochen Schulsozialarbeit
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09:46 25.10.2018
Madlen Schwebke kümmert sich im Jugendfreizeitzentrum Gransee mit den Mädchen um die Dekoration für die Halloween-Party. Quelle: Martina Burghardt
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Gransee

 Ein paar Jungs sind zu früh dran. Sie dürfen trotzdem rein, es ist schließlich kalt draußen. Und es sind Ferien. Im Jugendclub findet sich immer etwas, womit man sich beschäftigen kann. Und in Gesellschaft macht das ja auch mehr Spaß.

Mehr Besucher als 2017

Madlen Schwebke gehört zum Team der Jugendbetreuer, die sich im Jugendfreizeitzentrum „Old School“ um die jungen Besucher kümmern. Sie sind zwischen neun und 21 Jahre alt, die meisten zwischen elf und 15 Jahre. Ihre Zahl wächst. 6300 Besucher hatte das Zentrum im vergangenen Jahr, bis jetzt sind es 5600, also schon 700 mehr als 2017.

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Neue Ansprechpartnerin

Die jungen Besucher, die sich in Dannenwalde, Menz und Meseberg in den Jugendzimmern treffen, kennen Madlen Schwebke ebenfalls. Neuerdings sieht man sich auch in der Grundschule Menz. Dort ist die 23-Jährige an drei Tagen in der Woche Ansprechpartnerin für Schüler, Lehrer und Eltern.

Schulsozialarbeit an den Grundschulen in Gransee ist gerade erst eingeführt worden. Für die drei Jugendbetreuer wurde dafür die Stundenzahl aufgestockt. Steffen Bauer ist für die Stadtschule Gransee zuständig. Andrea Tornow kommt dann zum Einsatz, wenn jemand fehlt. Das Modell wurde so gewählt, damit die Ansprechpartner nicht ständig wechseln.

Bedarf erkannt

„Der Bedarf ist da“, sagt Madlen Schwebke. „Ich bin glücklich darüber, dass man das im Amt Gransee erkannt und die Möglichkeiten geschaffen hat.“ Auch wenn sie erst Anfang Oktober ihr Büro in der Schule Menz bezogen hat, vergeht kaum ein Tag, an dem nicht schon morgens ein Kind vor ihrer Tür wartet. Sei es, weil es mit seinem Verhalten den Unterricht gestört hat oder sich einfach nicht konzentrieren kann. Die Sozialpädagogin entscheidet dann, was in dieser Situation das Beste ist: Spiele, Konzentrations- oder Entspannungsübungen.

Enge Zusammenarbeit unerlässlich

Das entlastet die Lehrer, die vor Klassen mit 28 Schülern stehen, von denen mindestens einer besonderer Förderung bedarf. „Einige Lehrer haben mir gesagt, dass sie froh über die Unterstützung sind“, sagt Madlen Schwebke, die sich gleich am Anfang ihrer Tätigkeit in allen Klassen vorgestellt hat. Eine enge Zusammenarbeit mit der Schulleitung und den Lehrern sei unerlässlich, sagt sie. „Wir sind die Schnittstelle zwischen den Lehrern, Schülern und Eltern“, so Madlen Schwebke. „Wir beraten, unterstützen, vermitteln, moderieren“, fasst sie den Auftrag der Jugendsozialarbeit zusammen. Und das funktioniert nur, wenn Vertrauen da ist. „Vertrauen hat oberste Priorität in meiner Arbeit“, erklärt sie. Vor allem dann, wenn es Konflikte zu lösen gilt – ob zwischen Eltern und Lehrern oder Lehrern und Schülern. Die Sozialarbeiter nehmen an Elternversammlungen oder Elternsprechtagen teil, begleiten die Klassen bei Exkursionen, organisieren Projekttage, bieten den Klassenräten Unterstützung an. Während sich Sonderpädagogen der Schüler mit Lernschwächen annehmen, können Sozialpädagogen bei emotional-sozialen Störungen helfen.

Die Themen ähneln sich

Zu erkennen und einzugreifen, wenn das Kindeswohl gefährdet ist, gehört ebenfalls zu den Aufgaben der junge Frau, die aus Fürstenberg stammt, in Gransee ihr Abitur bestanden und von 2013 bis 2016 in Neubrandenburg studiert hat. Ein Jahr in einer lerntherapeutischen Einrichtung in Berlin hat ihr zwei Erkenntnisse gebracht oder zumindest gefestigt: Dass sie mit Kindern arbeiten möchte und dass sie die Großstadt nicht braucht. Nun ist sie an einer Dorfschule. Allerdings sind die Themen und Probleme, mit denen es ein Schulsozialarbeiter dort zu tun bekommt, keine anderen als die an einer größeren Grundschule wie in Gransee. Der Austausch der Kollegen untereinander ist wichtig. Für die offene Jugendarbeit gibt es deshalb regelmäßig den „Stammtisch Nord“, an dem aktuelle Themen besprochen werden.

Dass die Jugendsozialarbeiter sowohl in der Schule als auch in der Freizeit Ansprechpartner für die Kinder sind, sehen die Jugendbetreuer in Gransee als Vorteil.

Gemeinsam spielen – im Jugendfreizeitzentrum Gransee Quelle: Martina Burghardt

Ausflüge sind gefragt

In den Herbstferien stehen erst einmal Spaß und Entspannung im Vordergrund. Im Jugendclub laufen gerade die Vorbereitungen für die Halloween-Party nächste Woche. Wenn täglich etwa 35 Kinder und Jugendliche das Freizeitzentrum besuchen, sind es in den Ferien meist etwas weniger. Aber gerade die Veranstaltungen oder Ausflüge sind gefragt und gut besucht. Geplant ist zum Beispiel eine Übernachtung im Jugendclub, dazu ein Besuch in der Schaubäckerei in Flecken Zechlin. Ausflüge, wie kürzlich in einen Escape-Room in Berlin, werden sonst meist freitags organisiert.

Von Martina Burghardt

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24.10.2018