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Gransee So umtriebig gestaltet Karl Busch seine Rente in Gransee
Lokales Oberhavel Gransee So umtriebig gestaltet Karl Busch seine Rente in Gransee
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00:26 15.06.2019
Karl Busch am Luisendenkmal auf dem Schinkelplatz. Hier starten seine Touren als Stadtführer. Quelle: foto: annika Jensen
Gransee

Zwischen 3000 und 4000 Kilometer im Jahr fährt Karl Busch Fahrrad. „Ich fahre morgens, mittags und abends“, sagt er. „Manchmal auch nur zwei Mal am Tag. Um mich fit zu halten.“ Der 73-Jährige trägt eine Schirmmütze und einen grauen, kurzen Bart. Wenn er lächelt, bilden sich viele, feine Falten um seinen Mund. Es ist ein freundliches Lächeln, eines, das sein Gegenüber sofort für sich einnimmt.

Nach einem Herzinfarkt in den Verschönerungsverein

Er zieht seinen Hemdsausschnitt wenige Zentimeter nach unten. „Einen Herzinfarkt hatte ich. Zweimal musste ich am offenen Herzen operiert werden“, erzählt. Er bekam einen dreifachen Beipass und ging in Frührente. Da war er 52 Jahre alt. „Ich dachte mir, das kann es doch nicht gewesen sein.“ Und so trat er dem nur wenige Monate zuvor neugegründeten Verschönerungsverein in Gransee bei. Der ursprüngliche Verein hatte sich 1896 gegründet, war im zweiten Weltkrieg aber „eingeschlafen“, wie Busch es ausdrückt.

Sofort fand er dort seine Aufgabe. Gemeinsam mit zwei anderen Vereinsmitgliedern, dem Historiker Carsten Dräger und dem ehemaligen Lehrer Udo Tutsch, kümmert er sich um den Internetauftritt des Vereins. „Wir müssen uns doch ordentlich präsentieren“, sagt er. Bis heute ist er im Verein zuständig für die Internetseite und nimmt die technologischen Entwicklungen gerne auf. „Vor drei Jahren haben wir umgestellt, auf ein responsives Template“, sagt er. „Das heißt, die Internetseite passt sich jedem Endgerät an, zum Beispiel dem Smartphone.“

Als Stadtführer vermittelt er sein Wissen über Gransee

Außerdem bietet Karl Busch im Rahmen des Vereins Stadtführungen an. Dann zeigt er, verkleidet als Landsknecht, Gruppen ab fünf Personen die Innenstadt von Gransee: Den Schinkelplatz mit dem Luisendenkmal, die Stadtkirche St. Marien, das Franziskanerkloster, das Stadttor, den Pulverturm und die Stadtmauer. „Ich freue mich immer wieder, neue Menschen kennenzulernen“, sagt Busch. „Und es bringt mir Spaß, die Geschichte unserer Stadt zu vermitteln.“

Busch wurde im Januar 1946 in Gransee geboren, kurz nachdem seine Eltern von Landsberg an der Warthe, heute Gorzów Wielkopolski im Westen Polens, nach Brandenburg geflohen waren. Er lernte Landmaschinen- und Traktorenschlosser, qualifizierte sich weiter und arbeitete bis zur Wende als Meister für technische Trocknung im Trockenwerk Gransee. Der Betrieb verarbeitete unter anderem Gras und Mais zu Pellets für die Fütterung an Nutztiere.

Von Ost nach West und wieder zurück

Nach der Wende war er drei Wochen arbeitslos. Das Trockenwerk hatte den Betrieb eingestellt. Busch wurde auf seiner Suche nach Arbeit im Westen fündig. Drei Jahre arbeitete er dort, als Sanitärinstallateur und Schlosser, unter anderem bei VW, Opel, BASF und dem Containerbauer Säbu.

Karl Busch hat 1969 geheiratet, einen Sohn und eine Tochter bekommen und mittlerweile eine Enkeltochter (13). Sohn und Enkeltochter leben allerdings in der Nähe von München. Lange ist er runtergefahren, um sie zu besuchen. „Das kann ich nun aber nicht mehr, das ist zu anstrengend“, sagt er.

Er bleibt dennoch fit. Mit Fahrradfahren, seinem Engagement im Verschönerungsverein. Und im Senioren-Chor „Spätlese“. In dem singt er seit 16 Jahren. Aus 30 Mitgliedern besteht der Chor, sechs davon sind Männer. Auf vielen Veranstaltungen in der Stadt und in der Umgebung singt der Chor. Etwa auf dem Maifest, wenn der Maibaum aufgestellt.

Informationen zum Verschönerungsverein finden Sie unter: www.gransee-info.de

Von Annika Jensen

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