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Oberhavel Hilfe für den Geronsee
Lokales Oberhavel Hilfe für den Geronsee
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17:51 06.04.2018
Die Aufnahme von 1933 zeigt die Badeanstalt am Geronsee. Im Hintergrund die Chaussee nach Fürstenberg. Quelle: privat
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Gransee

Bilder aus dem Jahr 1933 zeigen, dass es sogar eine schmucke Badeanstalt am Ufer gab. Untersuchungen von Schülern aus dem Jahr 2000 haben ergeben, dass die Granseer umgerechnet 20 Millionen Euro in die Hand nehmen müssten, um aus dem verlandeten Gewässer wieder einen Badesee zu machen. Das kann wegen der immensen Kosten kein Thema sein, sagt Lehrer Jens Richter-Mendau, der nun auch das neue Projekt betreut. Aber wenigstens sollte die Natur rund um den See wieder mehr beachtet werden.

Fest am Ufer des Geronsees

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Granseer sind aufgerufen, am Freitag, 12. September, ab 14 Uhr zu einem kleinen Fest ans Ufer des Geronsees zu kommen. Auf der Fischerwiese werden auch die Oberschüler auf all jene warten, die alte Fotos oder Postkarten vom Gewässer und der Umgebung besitzen. Niemand muss Angst haben, dass er die Bilder für längere Zeit aus der Hand geben muss, sagt Richter-Mendau. Die Projektgruppe der Siemensschule wird einen Scanner mit zum See bringen und alle Fundstücke sofort ablichten. Zur Sammlung gehört bereits die obige Ansicht der früheren Badeanstalt am Geronsee. Sie erinnere etwas an das Ostseebad Binz, so Richter Mendau. Die Aufnahme verdeutliche, dass die Granseer sehr wohl mal eine besondere Beziehung zu ihrem Stadtsee hatten. Doch mittlerweile ist das Gewässer so verlandet, verkrautet und das Wasser selbst so sedimentbelastet, dass dort kaum noch jemand baden geht.

20 Millionen Euro kostet das Ausbaggern

Um die Qualität zu verbessern, müsste der Geronsee ausgebaggert werden. Die Kosten von 20 Millionen Euro wären allein für die Entsorgung des herausgeholten Schlamms notwendig. Mittlerweile gebe es aber bereits Projekte, in denen dieses Material als Dünger für die Felder genutzt wird. Gransee könnte in den nächsten zehn bis 20 Jahren im Blick behalten, ob es Möglichkeiten gebe, in ein ähnliches Programm zu kommen.

Das sei jedoch aktuell kein Thema, sagt Richter-Mendau. Vielmehr wollen Schüler für den Standort Schautafeln entwickeln, die dort aufgestellt werden. Sie sollen sich mit der Geschichte des Sees, der Flora und Fauna sowie der Nutzung befassen. „Wir wollen dazu geschichtlich etwas mehr machen“, sagt der Projektlehrer. Deshalb wäre es schön, wenn die Granseer mal bei sich nachsehen würden, ob sie noch historisches Material aus den vergangen Jahren besitzen. Denn irgendwann wird es diese Zeugnisse nicht mehr geben, weil sie nicht mehr für wichtig erachtet werden, befürchtet Richter-Mendau.

Von Andreas Röhl

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