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Oberhavel Kleckse für Meister Adebar
Lokales Oberhavel Kleckse für Meister Adebar
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16:40 19.03.2014
Kein bequemes Nest, sondern ein großer Misthaufen. Quelle: Lüderitz
Gransee

„Es muss so aussehen, als hätte da schon mal einer reingeschietet. Das weckt Vertrauen“, sagt Karl Busch. Mit einer kleinen List will der Granseer wieder für Leben im Storchenhorst auf dem Klostergiebel sorgen. Das neue Nest will er mit Weißkalk bespritzen. Die Kleckse sollen den ankommenden Störchen vorgaukeln, dass die Station schon mal bewohnt war, und sie ruhigen Gewissens einziehen können.

In Wirklichkeit liegt das letzte Brutereignis lange zurück. „Das muss im Jahr der Vogelgrippe gewesen sein, also 2007“, erinnert sich Busch, Mitglied des Granseer Verschönerungsvereins. Seither haben die Langbeine einen großen Bogen um das Sommerquartier gemacht. Seit gestern ist auch klar, warum. Das Storchennest war praktisch unbewohnbar. In dem Metallring lag kein bequemes Nest, sondern ein großer „Misthaufen“, wie Busch den Brocken aus Naturmaterialien bezeichnete – zu einem gut 60 Zentimeter hohen Türmchen angewachsen. Sogar eine Silvesterrakete steckte noch drin.

„Da kann kein Storch nisten“, urteilte auch Norbert Wilke, Kreisvorsitzender der Grünen Liga. Die Naturschutzorganisation unterstützt ebenso wie die Amtsverwaltung das Vorhaben der Granseer Bürger, auf dem Klostergiebel ein neues Nest einzurichten. Die Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde liegt vor.

Da gestern für den Baumschnitt auf dem Klosterplatz eine Hebebühne mit einem 30-Meter-Arm zum Einsatz kam, wurde der Storchenhorst gleich mitangefahren. Kati Eschner von der Bauverwaltung fuhr mit dem „Fahrstuhl“ hoch und überprüfte das Giebeldach auf mögliche Schäden und den Nistkranz auf seine Stabilität. „Alles in Ordnung“, sagte sie nach der Begutachtung in gut 15 Metern Höhe. Das neue Nest soll spätestens nächste Woche aufs Dach gehievt werden – mit Schützenhilfe der Feuerwehr.

Störche, erinnert sich Karl Busch, gehörten seit jeher zum Erscheinungsbild des Klosterplatzes. „Früher war das Nest noch auf der anderen Giebelseite. Alte Zeichnungen belegen, dass der Storch hier schon vor dem 18. Jahrhundert zu Hause war“, so der Geschichtsfreund. Er selbst habe sich als Kind immer gefreut, wenn er beim Blick auf das Klosterdach die Tiere bei der Aufzucht ihrer Jungen beobachten konnte. Damals seien die Wiesen hinter der Stadtpromenade auch noch richtig feucht gewesen – und hätten für die Tiere viel Nahrung geboten. Inzwischen aber hat das Granseer Altstadtrevier seinen Storchenstatus verloren. Der Storchenbeauftragte für den Altkreis Gransee, Paul Sömmer, begründete diese Entwicklung einmal mit den Worten: „Es sind Entscheidungen zu Ungunsten des Storches getroffen worden.“ Sömmer spielte unter anderem auf den uferbegleitenden Radweg nach Altlüdersdorf an, der mitten durch einen wertvolles Habitat führe und den Lebensraum störe. Das habe zur Folge, dass die Störche weiter fliegen müssten, um Nahrung zu finden. Norbert Wilke macht veränderte Bedingungen in der Landwirtschaft mit dafür verantwortlich, dass die Zahl der Störche zurückging. „Dort, wo früher Wiesen waren, wird heute Mais angebaut“, erklärte er und verwies auf exemplarische Flächen zwischen Gransee und Badingen. Den Umweltbedingungen zum Trotz drücken die Granseer die Daumen, dass es im Nest auf dem Kloster bald wieder munter klappert. Freie Sicht auf ihr Revier und auf den Klosterplatz hätten die Störche. Gestern wurden die alten Kastanien gelichtet, die zuletzt als Sorgenkinder galten. Nach einem Sturm waren große Äste heruntergestürzt. Ein Baumgutachter hatte die 200-jährigen Riesen „abgehört“ und festgestellt, dass sie für ihr Alter noch ziemlich vital sind und daher nicht gefällt werden müssten – nur sanft beschnitten.
 

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