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Oberhavel Großes Schilder-Wirrwarr hat ein Nachspiel
Lokales Oberhavel Großes Schilder-Wirrwarr hat ein Nachspiel
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12:14 12.06.2018
Für Verwirrung sorgten Streckenschilder, die plötzlich in beide Richtungen zeigten, beim 14. Wutzseelauf in Lindow.
Für Verwirrung sorgten Streckenschilder, die plötzlich in beide Richtungen zeigten, beim 14. Wutzseelauf in Lindow. Quelle: Privat
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Lindow

Groß waren die Verwirrung und anschließend auch der Ärger beim 14. Wutzseelauf in Lindow, der gleichzeitig auch als Wertungslauf der EMB-Cup-Laufserie diente. Unbekannte hatten unmittelbar vor dem Start Streckenschilder eigenmächtig umgestellt und so für blankes Chaos gesorgt. Einige Läufer liefen viel zu wenige Kilometer, andere viel zu viele. Dass die anschließende Siegerehrung ausfiel und der Lauf nicht in die Wertung des EMB-Cups aufgenommen werden soll, sorgte bei vielen Läufern für Zorn und Unverständnis.

Auch einen Tag danach herrscht bei Wolfgang Schwericke, Vereinsvorsitzender des Laufparks Stechlin, noch blankes Entsetzen. „Für mich ist das eine hochgradige Sauerei was da gemacht wurde. Ich kann es auch nicht nachvollziehen, da es auch sehr gefährlich war, viele Läufer irrten bei 40 Grad orientierungslos durch den Wald.“ Möglichkeiten, solche Fälle dauerhaft zu verhindern, sieht Schwericke nicht: „Du kannst keinen Wald komplett bewachen. Höchstens durch Posten, aber woher die Leute nehmen. Zumal ja zwei Jugendliche erst kurz vor dem Start gesehen wurden, die mit dem Rad flüchteten, da kannst du nicht mehr reagieren.“ Auch langfristige Konsequenzen will der Vereinschef nicht ausschließen. „Wenn das zum Alltag wird, hören wir auf. Dann kannst du als Verein so etwas nicht mehr machen. Ich war Sonntag selber da und habe die Wut und Enttäuschung bei den Läufern gesehen, unsere Läufe sollen Spaß machen.“ Der Laufpark Stechlin unterstützte die als Veranstalter auftretende Lindower Sportschule bei den Vorbereitungen, zudem sollten die Ergebnisse auch in die neue Laufserie des Laufparks eingehen. „Stand jetzt wird das aber nicht der Fall sein, was mir auch sehr leid tut.“

Auch bei den Verantwortlichen der EMB-Cup-Laufserie herrscht nach den Ereignissen vom Sonntag nur Kopfschütteln, allerdings berichtet Organisator Marco Fiedler davon, dass man schon einmal solch einen Fall hatte. „Wir hatten so etwas schon mal vor ein paar Jahren in Birkenwerder. Dort wurden die als Markierung dienenden Flatterbänder geklaut. Aber wenn man bedenkt, dass wir seit elf Jahren unsere Laufserie betreiben, sind zwei Vorfälle zum Glück noch in der Minderzahl – was aber nicht heißt, dass man so etwas auch nur in geringster Form als Scherz abtun sollte.“ Auch Fiedler weist auf die Gefahren hin: „Es hätte fatal enden können. Bei diesen Temperaturen ohne Orientierung im Wald – das hätte böse Folgen haben können. Zum Glück sind unsere Teilnehmer alle eine große Familie und haben sich untereinander geholfen“, so Fiedler. Allerdings sieht auch er wenig Chancen, so etwas komplett verhindern zu können. „Dazu fehlt einfach das Personal. Du bräuchtest dann einen riesengroßen Stab an Helfern. Wer hat das denn bitte?“

Die aufkeimende Kritik, dass die Läufe nicht in die Wertung der Serie einbezogen werden, kann Fiedler ein Stück weit verstehen, er versucht aber aufzuklären: „Warum die Siegerehrung nicht durchgeführt wurde, kann ich jetzt nicht beantworten. Ich war am Sonntag nicht vor Ort. Wir werden jetzt erst einmal alle Unterlagen zusammenfassen und dann werden wir sehen. Was ich aber schon sagen kann – alle Ergebnisse über 3,5 Kilometerstrecke und 8,6 Kilometer kommen in die Wertung.“ Auf jeden Fall hoffen alle Beteiligten auf Normalität bei den kommenden Läufen.

Von Knut Hagedorn