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Oberhavel Gutengermendorfer zu 14 Jahren Haft verurteilt
Lokales Oberhavel Gutengermendorfer zu 14 Jahren Haft verurteilt
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09:45 10.12.2014
Vom Landgericht Moabit wurde der Täter zu 14 Jahren Haft verurteilt.
Vom Landgericht Moabit wurde der Täter zu 14 Jahren Haft verurteilt. Quelle: DPA
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Gutengermendorf

14 lange Lebensjahre hinter Gittern – für Totschlag in Tateinheit mit unerlaubtem Waffenbesitz. Diese harte Strafe muss nun Lars W. aus Gutengermendorf (Gemeinde Löwenberger Land) antreten. Gestern erging das Urteil vor dem Landgericht Moabit in Berlin.

Notwehrsituation wird ausgeschlossen
Lars W. hatte im Januar dieses Jahres auf René K., einen Bekannten und ehemaligen Bordellbetreiber, auf dessen Grundstück in Berlin-Pankow mehrere Schüsse abgefeuert. Der war darauf seinen Verletzungen erlegen. Die Tochter des Opfers war bei der Verhandlung als Nebenklägerin zugegen. Sie saß dem Angeklagten direkt gegenüber. Eine Notwehrsituation schloss der Richter aus. Vielmehr habe Lars W. die Tat geplant. Warum, das blieb bis zum Schluss dieses Prozesses unklar.

Die Waffe hinterm Schneeschieber
Lars W. hatte zuvor behauptet, dass er einen Freund besuchen wollte, den er jedoch nicht angetroffen hatte. Daraufhin habe er das Opfer aufgesucht. Ferner hatte er angegeben, dass RenéK. ihn mit einem Messer bedroht habe und er daraufhin Warnschüsse abgegeben hätte. Die Waffe habe er kurz zuvor ergriffen, sie sei acht Jahre lang auf dem Grundstück des Opfers versteckt gewesen, hinter einem Schneeschieber. Täter und Opfer hätten die Waffe gemeinsam erstanden. Die Pistole habe er nach der Tat auf einem Schrottplatz entsorgt. An das Modell könne er sich nicht mehr erinnern.

Richter schenkte Angeklagtem keinen Glauben
Der Richter schenkte dem keinen Glauben, er berief sich auf Zeugenaussagen. An der Tat selber bestand ohnehin kein Zweifel. Der Angeklagte hatte sie bereits gestanden. Er hatte wohl auch keine Wahl. „Sie waren überführt“, so der Richter, der die DNA-Spuren auf einer Patronenhülse nicht unerwähnt ließ. Lars W. habe keine Warnschüsse abgegeben, sondern das Opfer aus nächster Nähe mit 13 Schüssen niedergestreckt. Das lasse auf unbedingten Vernichtungswillen schließen, so der Richter Er habe sogar – das ergab ein sogenanntes Schussentfernungsgutachten – noch einen „Fangschuss“ abgefeuert, als das Opfer schon sterbend auf dem Boden lag. Und die Waffe sei auch nicht auf dem Grundstück versteckt gewesen, sondern vom Täter mitgebracht worden.

Täter ließ Gericht über sein Motiv im Unklaren
So sah es auch die Staatsanwältin. „Ruf die Bullen, es ist Lars“, soll nach ihren Angaben René K. seiner Lebensgefährtin zudem noch zugerufen haben. Für die Staatsanwältin lag keine Notwehr vor. Sie bedauerte in ihrem Plädoyer, dass der Täter das Gericht über sein Motiv im Unklaren gelassen hatte. Niedrige Beweggründe, die auf einem Mord hätten schließen lassen können, waren für den Richter daher nicht ersichtlich.

Weder Reue noch Entschuldigung
Die Verteidigung hatte zuvor wegen der möglichen Warnschüsse noch einmal eine genauere Untersuchung des Tatorts beantragt. Dies wurde jedoch vom Gericht abgelehnt.

Man habe das Leben, die Tat und die Persönlichkeit des Täters bei der Strafzumessung berücksichtigt sowie auch den Umstand, dass er bei der Festnahme verletzt worden sei, so der Richter. Das Teilgeständnis sei ebenfalls bedacht worden. „Reue oder eine Entschuldigung waren nicht festzustellen“, sagte der Richter. Und auch ein Tatmotiv nicht.

Von Fritz Hermann Köser

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