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Oberhavel Schwester von Jonny K. besucht Hennigsdorf
Lokales Oberhavel Schwester von Jonny K. besucht Hennigsdorf
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00:16 24.03.2014
Tina K. (29) war schon zum zweiten Mal zu Besuch in einer Hennigsdorfer Schulklasse. Quelle: Robert Roeske
Hennigsdorf

Tina K. hält eine silberne Box im Arm, darin ruht die Hand aus Gips. „Der Bestatter hat mir den Handabdruck von Jonny gemacht, ihr könnt ihn alle anfassen“, sagt die 29-Jährige. Die zierlichen Finger ihres Bruders liegen heute auch als Guss auf einer Bronzeplatte am Berliner Alexanderplatz. An dem Ort, an dem Jonny K. (20) in der Nacht zum 14. Oktober 2012 nach einem Diskobesuch ins Koma geprügelt wurde. Am Tag darauf starb er im Krankenhaus. Tina K. will nicht, dass die Menschen an der Gedenktafel um Jonny trauern. Sie sollen begreifen, dass ihr Bruder ein ganz normaler Junge war. „Er war nie auffällig, hat nie jemanden beschimpft, geschubst oder gemobbt. Und trotzdem ist es halt passiert“, sagt Tina K.

Freitag besuchte sie die Hennigsdorfer Schweitzer-Oberschule, dort findet noch bis Dienstag die Anti-Rassismus-Woche statt. Doch der jungen Berlinerin, die schon das zweite Mal eine Hennigsdorfer Schulklasse besuchte, geht es nicht in erster Linie um den Kampf gegen Rassismus. Tina K., die den Verein „I Am Jonny“ gegründet hat, engagiert sich für Zivilcourage und ein friedliches Miteinander in der Gesellschaft. Das sei bitter nötig, sagt die junge Frau. Ein Blick auf die Straße reicht da schon.„Die Leute sagen nicht mehr guten Tag, sie helfen sich nicht mehr, sie stehen in der Bahn nicht mehr für Ältere auf.“

Ihr Bruder Jonny sei immer ein netter Mensch gewesen, der anderen helfen wollte. Auch in der Tatnacht kam er einem Freund bei der Schlägerei zur Hilfe. Am Krankenbett hat Tina Jonnys Hand gehalten, bis er starb. Es war ihre Ohnmacht, die sie dazu trieb, den Verein im Namen Jonnys zu gründen. „Wenn ich meinem Bruder nicht helfen konnte, versuche ich eben, anderen Leuten zu helfen“, sagt Tina K. Die Schüler schienen bewegt von ihrem Auftritt, so ruhig war es wohl selten in der 9c. Es dauerte eine Weile, bis sie auftauten, vorsichtig Fragen stellten. Man erfuhr, dass Jonny ein ängstlicher Junge war, der vor Wespen und Spinnen wegrannte, dass er Mathematik hasste und Michael Jackson liebte. „Für mich war es immer das Größte, einen kleinen Bruder zu haben“, so Tina K. Sie appellierte an die Schüler, Zivilcourage zu zeigen und an sich zu glauben. „Mit einem Wunsch fängt es an, dann stehst du auf und kämpfst dafür.“

Maximilian König, der ganz vorne saß, war beeindruckt von Tina K. Auch der 16-Jährige hat schon erlebt, wie ein Mitschüler von zwei anderen zusammengeschlagen wurde. „Das ist immer ein Thema“, so der Hohen Neuendorfer. Umso besser fand er es, dass Tina K. sich die Zeit genommen hatte, mit den Schülern über ihren Bruder zu reden. „So wie sie es geschildert hat, geht einem das schon sehr nahe und man denkt nach“, sagt Maximilian.

Von Marco Paetzel

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