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Hennigsdorf Am 27. Mai: Mahnwache an der L171 für toten Radfahrer
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Am 27. Mai: Mahnwache an der L171 für toten Radfahrer
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18:08 24.05.2020
Mahnwache (Symbolbild)
Mahnwache (Symbolbild) Quelle: Smileus - Fotolia
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Hennigsdorf

Das Rad-Netzwerk OHV Süd veranstaltet am Mittwoch, 27. Mai, um 18 Uhr eine Mahnwache für den kürzlich verstorbenen Radfahrer an der Überquerung des Radfernweges Berlin-Kopenhagen an der Landesstraße 171 zwischen Hennigsdorf und Stolpe.

„Wieder ist ein nichtmotorisierter Verkehrsteilnehmer gestorben, weil die Infrastruktur vorrangig auf den Autoverkehr ausgerichtet ist”, sagt Mitinitiator Thomas Hebestreit. Bei der Mahnwache soll für Minuten die Landstraße still besetzt werden, so dass der Verkehr zum Erliegen komme und kurz Stille am Ort des Geschehens herrsche. Anschließend wird auf dem Radweg eine Menschenkette gebildet.

„Mit Tempo 100 einen Radfernweg kreuzen, das geht gar nicht”, sagt Dirk Flege, Sprecher der VCD-Kreisgruppe Oberhavel, der die Mahnwache unterstützt. „Nirgends in Brandenburg sterben so viele Radfahrer*innen wie in Oberhavel. Der Landkreis muss die Sicherheit nichtmotorisierter Verkehrsteilnehmer endlich ernst nehmen, sich Ziele zur Reduktion der Verkehrsopferzahlen setzen und regelmäßig über Maßnahmen und Fortschritte berichten.“

Einhellige Meinung: Tempo 100 ist zu schnell

Monika Oehlke, Vertreterin der ADFC-Ortsgruppe Glienicke, sagt zu dem Unfall: „Mit 100 km/h rasen die Motorisierten gen Hennigsdorf. Diese Strecke ist nur zwei Kilometer kurz, das Aufdrehen lohnt sich anscheinend dennoch. Ganz sicher aber nicht für die Umwelt und auch nicht für die, die hier auf dem Fernradweg die Straße kreuzen.”

Andreas Blaschke, Vertreter der ADFC-Ortsgruppe Birkenwerder, weist darauf hin, dass Unaufmerksamkeiten bei Kraftfahrzeugführer*innen oder bei Radfahrenden gleichermaßen zu schweren Unfällen führen können und es nicht helfe, nur die Schuldfrage zwischen den Unfallbeteiligten zu klären. „Zusätzlich müssen Maßnahmen folgen, die endlich die Sicherheit der nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer*innen gewährleisten”, sagt Andreas Blaschke.

Treffpunkt ist am 27. Mai um 18 Uhr vor Ort oder um 17.30 Uhr an den Bahnhöfen Hennigsdorf oder Hohen Neuendorf. Von dort gibt es dann geführte Radtouren zum Ort der Mahnwache.

Von MAZonline