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Hennigsdorf Dreist: Räuber mit Blaulicht auf L172 unterwegs
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Dreist: Räuber mit Blaulicht auf L172 unterwegs
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19:51 10.12.2019
Ein Blaulichtfahrzeug stoppte auf der L 172 zwischen Hennigsdorf und Velten einen Pkw-Fahrer und raubte seine Geldbörse. Quelle: Alexander Engels
Oberhavel

Diese Meldung der Polizei löste bei Verkehrsteilnehmern in ganz Oberhavel erst Kopfschütteln aus und ging später in Empörung über: Räuber, die mit Blaulicht unterwegs waren, hatten am 25. November auf der Straße von Hennigsdorf nach Velten einem Pkw-Fahrer die Brieftasche geraubt. Der 51-Jährige war gegen 19.40 Uhr mit seinem Wagen auf der L 172 unterwegs gewesen, als er plötzlich Blaulicht hinter sich bemerkte. Im Glauben, dass es sich um ein Einsatzfahrzeug der Polizei oder des Rettungsdienstes handelt, lenkte er seinen Pkw auf einen Parkplatz am Straßenrand. Dort bemerkte er, dass auch das Blaulichtfahrzeug die Straße verlassen und hinter ihm gehalten hatte. Zwei dunkel gekleidete Männer seien aus dem Auto gestiegen. Sie behaupteten, dass der 51-Jährige während der Fahrt telefoniert habe und verlangten die Ausweispapiere. Als der 51-Jährige der Aufforderung nachkommen wollte, griff plötzlich eine der Personen nach seiner Brieftasche. Anschließend rannten die Männer damit zu ihrem Fahrzeug und verschwanden.

Ermittlungen wegen Raubes und Amtsanmaßung laufen

Zum Pkw der Räuber und der Art des Blaulichtes, welches diese verwendeten, können laut Polizei noch keine verbindlichen Aussagen gemacht werden. Die Kripo ermittelt wegen Raubes und Amtsanmaßung. Zunächst hatte die Polizei befürchtet, dass es sich hier um eine neue und besonders fiese Betrugsmasche handeln könnte. „Bis jetzt ist uns jedoch zum Glück kein weiterer derartiger Fall bekannt“, sagt Stefan Rannefeld. Der Polizeioberkommissar und Mitarbeiter der Pressestelle der Polizeidirektion Nord fordert alle Leute auf, die womöglich in einen ähnlichen Vorfall verwickelt werden, sich sofort an die Polizei zu wenden.

Polizei empfiehlt: Brieftasche und Papiere getrennt aufbewahren

„Grundsätzlich“, so Rannefeld, „sind in den Landkreisen auch einige zivile Fahrzeuge der Polizei unterwegs“. Das seien zum Beispiel Mitarbeiter der Kripo oder Beamte, die auf den Autobahnen die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeiten überwachen. Und natürlich dürften diese Fahrzeuge Blaulicht benutzen und andere Verkehrsteilnehmer stoppen. Derartige Kontrollen dürften auch nicht verweigert werden. Den Dienstanweisungen der Polizei, ob in Uniform oder zivil unterwegs, sei Folge zu leisten. Das regele Paragraf 36 der Straßenverkehrsordnung. Was Verkehrsteilnehmer verlangen könnten, sei, dass sich kontrollierende Polizeibeamte mit ihrem Dienstausweis legitimieren. Wer sich einen solchen Ausweis im Vorfeld einmal anschauen möchte, so der Polizeioberkommissar, könne dies zum Beispiel über Google tun. Bei sogenannten geschlossenen Einsätzen, etwa bei Demonstrationen, entfalle diese Pflicht, wobei die Beamten dann Namensschilder tragen beziehungsweise durch eine Nummer gekennzeichnet sind. Als nützlich könnte sich auch erweisen, Brieftasche und Ausweis beziehungsweise Fahrzeugpapiere getrennt aufzubewahren.

Freie Bahn bedeutet nicht zwangsweise Verlassen der Straße

Stefan Rannefeld verweist darauf, dass bei Auftauchen von Blaulichtfahrzeugen sofort freie Bahn zu schaffen ist. Das bedeute jedoch nicht zwanghaft, die Straße verlassen und auf einen womöglich finsteren Nebenstreifen fahren zu müssen. Wenn ein ungehindertes Passieren möglich ist, reiche es beispielsweise auch, rechts zu blinken, und am Rande der Straße langsam weiterzufahren.

Von Bert Wittke

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