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Hennigsdorf Eine alte Tradition mit neuen Inhalten
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Eine alte Tradition mit neuen Inhalten
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18:05 13.05.2019
Applaus von Freunden und Familie für die Jugendlichen, beim Einzug zum Festakt bei der Jugendfeier im Stadtklubhaus Hennigsdorf. Quelle: Robert Roeske
Hennigsdorf

Sie könne sich noch gut an ihre eigene Jugendweihe erinnern, berichtet Alexandra Dolejs aus Velten. Doch heute steht Tochter Chayenne (13) im Mittelpunkt, die im Hennigsdorfer Stadtklubhaus ihre Jugendfeier hat. So wird die Jugendweihe seit der Wende genannt, um sich von der Jugendweihe-Tradition der DDR, inklusive deren damaligen politischen Instrumentalisierung, abzugrenzen.

Aufstellen zum obligatorischen Gruppenfoto Quelle: Robert Roeske

Heute möchte man den Jugendlichen vor allem einen besonderen Moment zum Übergang vom Kind- zum Erwachsenesein bieten; als Alternative zu kirchlichen Traditionen anlässlich der religiösen Mündigkeit wie der Konfirmation in der evangelischen oder die Firmung in der katholischen Kirche oder der Bar Mitzwa im Judentum. Als nichtreligiöses Übergangsritual galt in der Arbeiterbewegung im 19./20. Jahrhundert auch die Schulentlassungsfeier. „Wir sind nicht in der Kirche“, erklärt auch Dolejs. „Die Jugendfeier ist der Einstieg ins Erwachsensein.“

Moderatorin Sarah Schindler erinnert an die Zeit vom Kleinkind zum Pubertierenden. Quelle: Robert Roeske

Mittlerweile sei die humanistische Jugendfeier in Oberhavel, die seit über 20 Jahren in Trägerschaft des JuS, der Jugend- und Sozialwerk gGmbH, ausgerichtet wird, zur Tradition geworden, berichtet Dietmar Pehlke, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Über 15 000 Jugendliche habe man im Laufe der Jahre auf dem Weg ins Erwachsensein begleitet. Alleine in diesem Jahr werde man an fünf Orten in Oberhavel, nämlich in Hennigsdorf, Velten, Oranienburg, Löwenberg und Zehdenick, 21 Feiern mit 760 Jugendlichen durchführen. „2020 soll der Ziegeleipark Mildenberg als Veranstaltungsort mit ins Programm aufgenommen werden.“

Rockige Klänge von „Voll G.A.S.“, die bei den Jugendlichen ankommt. Quelle: Robert Roeske

Anders als zu DDR-Zeiten gibt es heute kein Gelöbnis mehr, sondern die 13- bis 16-Jährigen, die traditionell in die achte Klasse gehen, erhalten eine Rose, eine Urkunde mit einem Zitat und ein Geschenk. Doch neben dem Festakt, auf dem die Jugendlichen mitbekommen sollen, dass sie wertgeschätzt werden, so Pehlke, seien auch die Projekte im Vorfeld wichtig. „Die Jugendfeier ist Tradition. Es ist ein kleiner Moment, der im Kopf bleibt“, ist er überzeugt. Über 400 Projekte habe man in 20 Jahren durchgeführt, berichtet er.

Ein Sketch nimmt den Schulalltag der Jugendlichen aufs Korn. Quelle: Robert Roeske

Die freiwilligen Angebote reichen vom Tanzkurs, über ein Klettertraining bis hin zum Tauchen und einem Survivaltraining. Diese Angebote sollen eine kleine „Abweichung“ vom sonstigen Leben sein, so Pehlke, bei denen das Miteinander, das Agieren in der Gemeinschaft im Vordergrund stehe. „Wir wollen den Jugendlichen den Weg ins Leben ebnen.“

Gespannt folgen die Jugendlichen dem auf sie und ihren Humor zugeschnittenem Festprogramm im Stadtklubhaus. Quelle: Robert Roeske

So hat sich Nele (14) aus Hennigsdorf zusammen mit Freunden für das Tanzen und den Survivalkurs entschieden. Ihr Ehrentag wird beim Essengehen gefeiert. „Ich bin ein bisschen aufgeregt“, verrät sie. Auch Jakob (14) aus Hennigsdorf, sieht der Veranstaltung mit immer neuen Sketchen, Festreden und Musik von regionalen Bands gespannt entgegen. Den Anzug war er mit seiner Oma kaufen. Er freut sich besonders auf die Familienfeier.

Von Ulrike Gawande

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