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Hennigsdorf Happy End für Pfeil-Gans „Auguste“
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Happy End für Pfeil-Gans „Auguste“
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20:00 23.12.2019
Pfeilgans Auguste wird am Nachmittag des 23.12.2019 wieder in die Freiheit entlassen. Quelle: Wildtierrettung Wensickendorf
Nieder Neuendorf

Was für ein schönes Happy End für die in der Vorwoche am Mittwoch (18. Dezember)in Nieder Neuendorf durch zwei Pfeile schwer verletzte, aufgefundene Kanadagans. Das zwischenzeitlich von der Wildtierrettung Wensickendorf, die das Tier nach der Sicherung in Obhut genommen hatten, auf den Namen „Auguste“ getaufte Weibchen konnte schon am Montag nach erfolgreicher Notoperation zurück zu ihren Artgenossen in die Freiheit entlassen werden. „Das ist ein echtes Weihnachtsmärchen“, jubelte Ruth Schnitzler, Sprecherin der Wildttierrettung.

Nieder Neuendorfs Weihnachtsgans „Auguste“ zurück in ihrer gewohnten Umgebung. Quelle: Wildtierrettung Wensickendorf

Zwei Pfeile steckten in dem Tier

Rückblick: Passanten hatten am vergangenen Mittwoch zur Mittagszeit am Ufer des Nieder Neuendorfer Sees den Vogel entdeckt, der von zwei Pfeilen durchlöchert worden war, die noch in dem Tier steckten. Feuerwehr, Polizei, Ordnungsamt und eben die Wildtierrettung rückten umgehend aus, um das schwer verletzte Tier zu bergen. Wie sich im Laufe der Rettung herausstellte, hatten aufmerksame Bürger die schwer verletzte Kanadagans bereits mehrere – insgesamt neun – Tage zuvor gesichtet und gemeldet. Beim Eintreffen von Tierschützern vor Ort war das verletzte Tier jedoch nicht mehr auffindbar gewesen.

Ein Fall von schwerer Tierquälerei schockiert die Tierfreunde in Oberhavel: Am Mittwoch wurde dort zur Mittagszeit eine schwer verletzte Kanadagans am Ufer des Nieder Neuendorfer Sees gesichert, in der gleich zwei Pfeile steckten. Angehörige der Wildtierrettung aus Wensickendorf hatten sich unverzüglich nach der Alarmierung auf den Weg gemacht, um das Tier zu sichern. Vor Ort in die Sicherung des verletzten Tieres involviert waren zudem Kameraden der Feuerwehr, Ordnungsamt und Polizei. Der Vogel wurde von den Tierrettern umgehend in die Tierklinik nach Schönfließ gebracht, wo nun um sein Überleben gekämpft wird.

Notoperation in der Tierklinik Schönfließ

Nach ihrer Bergung am vergangenen Mittwoch brachte die Wildtierrettung den Vogel umgehend in die Tierklinik Schönfließ, wo „Auguste“ noch am gleichen Nachmittag notoperiert wurde, beide Pfeile, respektive Bolzen der Pfeile, aus dem Tier herausoperiert wurden. Dem Vernehmen nach handelte es sich offenbar um Pfeile einer Armbrust, die von der Polizei als Beweismittel sichergestellt wurden. Am Donnerstag übernahmen die Wildtierretter das Tier dann und brachten es in der Pflegestelle des Vereins in Wensickendorf unter, um das Tier wieder aufzupäppeln.

Nach fünf aufregenden Tagen schwamm das Tier am Montagnachmittag mit ihrer Gruppe schließlich in Nieder Neuendorf davon. Quelle: Wildtierrettung Wensickendorf

Wunden verheilen schnell und komplikationsfrei

„Der Heilungsprozess verlief absolut optimal“, konnte Ruth Schnitzler am Montag die guten Neuigkeiten verkünden. So seien alle vier Löcher, Ein- und Austrittsstellen der Pfeile, bereits „von außen zugewachsen und super verheilt, es gab keine Entzündungen oder ähnliches. Bauch und Narben sind trocken und sauber. Wir haben dafür gesorgt, dass die Wunden in den vergangenen Tagen nicht dreckig oder feucht werden, damit der Heilungsprozess gut vorangeht“. Neben täglichen Antibiotikagaben habe das Tier auch Schmerzmittel erhalten. Am Montag ging es zu einer letzten Kontrolle in die Schönfließer Tierklinik, aus der es anschließend grünes Licht für die Rückkehr in ihre gewohnte Umgebung und zu ihrer Gruppe gab.

Punkt 15 Uhr war es schließlich soweit: Steve Giese von der Wildtierrettung aus Wensickendorf setzte die Kanadagans am Ufer des Nieder Neuendorfer Sees ins Gras, „Auguste“ eilte Richtung Wasser und befand sich wenige Sekunden später – fünf Tage nach ihrem unfreiwilligen Ausflug in die Tierklinik – wieder in ihrem gewohnten, kalten Nass. „Wir sind absolut happy. Dass die Heilung so positiv verlief, freut uns sehr“, so Ruth Schnitzler. „Wildtiere ziehen sich in ihrer gewohnten Umgebung immer wieder mal kleinere Wunden zu. Das stecken sie weg, sie sind da deutlich widerstandsfähiger als Haustiere. Wir können „Auguste“ ruhigen Gewissens zurück in die Wildnis entlassen. So kann sie Weihnachten bei ihrer Familie verbringen, so sollte es auch sein“, meinte sie lachend.

Ermittlungen der Polizei dauern an

Die Ermittlungen der Polizei wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz sowie Verstoß gegen das Waffengesetz dauern unterdessen an. Das Schicksal des schwer verletzten Tieres hatte zuletzt Menschen auch über die Grenzen Oberhavels hinaus bewegt, nachdem gar das RBB-Fernsehen über den Fall in seinen Nachrichten berichtet hatte.

Die Ermittlungen der Polizei zum Fall der beschossenen Gans (l.) dauern unterdessen an. Quelle: Wildtierrettung Wensickendorf

Von Nadine Bieneck

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