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Hennigsdorf Als Porzellan in den LEW hergestellt wurde
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Als Porzellan in den LEW hergestellt wurde
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01:16 16.05.2019
Jürgen Becker (3.v.l.) und seine Mitstreiter des Bombardier-Historikerteams. Quelle: Foto: Marco Paetzel
Hennigsdorf

Die Buchpremiere war ein voller Erfolg, das Bürgerhaus voll besetzt. „Die Leute waren sehr interessiert“, erklärt Jürgen Becker (79), Organisator beim Bombardier-Historikerteam. Sie hatten die vierte Broschüre ihrer Historischen Schriftenreihe vorgestellt, sie beschäftigt sich mit der Haushaltsgeräteproduktion der AEG und der Gebrauchsgüterfertigung der LEW von 1913 bis 1990. Es geht unter anderem die Haushaltsgeräteproduktion, die Herstellung der ersten Gebrauchsgüter nach dem Krieg und um die Abwicklung der Haushaltsgeräteproduktion nach 1990. Ebenfalls interessant: In der Halle 71 im Werk arbeiteten zu besten Zeiten rund 200 Mitarbeiter, die Gebrauchsporzellan vor allem für die Lokproduktion herstellten. 1964 wurde dieser Betrieb „abgewickelt“.

Broschüren des Historikerteams gibt es bereits, behandelt werden unter anderem Themen wie Militärtechnik, Infrastruktur, Flugzeuge oder Dampfloks. Anlässlich des 100. Jubiläums des Werkes anno 2010 hat sich das Historikerteam gebildet. „Wir haben die große Ausstellung mit 14 Originalfahrzeugen mitorganisiert und die Veranstaltung ins Leben gerufen“, sagt Jürgen Becker.

Sieben ehemalige Mitarbeiter

Sieben Mitglieder gibt es, alle waren Mitarbeiter der Lokomotivbau-Elektrotechnischen Werke (LEW). Mit dabei sind Gerda Kafka, Wolfgang Loichen, Dieter Gärtner, Gert Köckeritz, Ulrich Hübner und Peter Garbe – einst Fotograf der LEW. Zudem ergänzen drei Leute das Team, die noch im Bombardier-Werk arbeiten. Dem Team geht es darum, die lange Firmengeschichte zu dokumentieren und für die Nachwelt festzuhalten. „Denn wenn wir das nicht tun, weiß es irgendwann keiner mehr“, sagt Jürgen Becker, der rund 50 Jahre in der Technologie gearbeitet hat.

Bei den Recherchen habe das Team schon festgestellt, dass es schwer sei, an Erinnerungen der ersten Nachkriegsjahre oder gar vor dem Krieg heranzukommen. Es gibt schlicht kaum noch Zeitzeugen. „Da kamen wir eigentlich schon 20 Jahre zu spät“, sagt Jürgen Becker. Unterstützung erhalte das Team unter anderem vom Hennigsdorfer Stadtarchiv. Außerdem sorgt das Team für historische Zuarbeiten bei Bombardier. „Wir bringen auch unser Wissen über Ersatzteile der Vergangenheit ein“, so Becker. Jeden Dienstag treffen sich die Mitglieder des Historikerteams in ihrem Büro auf dem Bombardier-Gelände, wo sie über ihre Recherchen sprechen. Themen wie Ofenbau, Isolierstofffertigung oder E-Kran sind in der Mache. Zudem organisieren sie Ausstellungen im Rahmen der Modellbahnbörse im Stadtklubhaus. Natürlich sucht auch das Historikerteam nach jüngeren Leuten, die meisten sind über 70.

Von Marco Paetzel

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