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Hennigsdorf Auf die Biene gekommen
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17:39 17.05.2019
Hennigsdorfer Fünftklässler der Grundschule Nord lernten viel Wissenswertes zum Thema Bienen. Quelle: Robert Roeske
Hennigsdorf

Wann immer Andreas Fano durch das Hennigsdorfer Gewerbegebiet rund ums Stahlwerk joggt, fällt ihm auf, wie grau und trostlos es ist. Der Betriebsleiter des Hydraulikspezialisten Hansa-Flex in der Hermann-Schumann-Straße sprach seinen Volleyballkumpel Thomas Kunert, seines Zeichens Imker, an, ob sein Unternehmen nicht mehr für die Umwelt tun könnte. Immerhin hatte Hansa-Flex, mit 12 Mitarbeiterin, kürzlich eine rund 300 Quadratmeter große Lagerhalle eröffnet.

Nun wachsen dort im Außenbereich nicht nur acht Bienenbäume, sondern auch Besenginster, Kirschlorbeer&Co. „Die blühen zu unterschiedlichen Zeiten, damit die Bienen zu jeder Jahreszeit Nahrung finden“, so Fano. Er hofft, dass er damit für andere Unternehmen und auch die Stadtverwaltung ein Vorbild sein kann, mehr für die Bienen zu tun.

Bienen fliegen ab zehn Grad

Am Freitagmorgen schauten zudem 18 Schüler einer fünften Klasse der Hennigsdorfer Grundschule Nord in der neugebauten Halle des Unternehmens vorbei. Imker Thomas Kunert erklärte den Kindern das Einmaleins der Imkerei, von der Bienenwabe bis zum Smoker, mit dem er die Bienen beruhigt. Mitgebracht hatte er auch Honig aus eigener Herstellung für die Kids. Fliegen die Bienen jetzt schon – das wollte eine Schülerin wissen. „Auf dem Balkon habe ich schon welche gesehen!“ Das könne gut sein. „Bienen können ab zehn Grad fliegen, die sind schon unterwegs“, so der Imker. Unter zehn Grad allerdings fallen sie herunter und sterben.

Doch die Temperaturen, die stark schwanken, seien in diesem Jahr ein großes Problem für die Insekten. „Für die Imker ist dieses Frühjahr ziemlich blöd, weil die Bienen immer nur ein paar Stunden unterwegs sein können. Sie schaffen es gerade so, sich selbst zu ernähren.“ Normalerweise würde er nächste Woche den ersten Honig schleudern wollen, das falle aber in diesem Jahr aus. „Sie bringen gar nicht so viel rein, dass ich ihnen etwas davon wegnehmen kann“, so Kunert.

Ein Segeltörn gegen digitale Demenz

Es war nicht irgendeine Klasse, die vorbeischaute. Die 5 a gewann 2018 den Umweltpreis der Stadt Hennigsdorf, weil die Mädchen und Jungen vermüllte Spielplätze aufräumten. „Damals haben wir 250 Euro gewonnen“, sagt Grit Günther, Lehrerin für Deutsch, Mathe und Kunst. Dieses Geld sei der Grundstock gewesen für einen Segeltörn vom 2. bis 10. Mai. Es ging über Stralsund, Hiddensee und Dänemark bis nach Kappeln an der Schlei in Schleswig-Holstein. Der Clou an der Sache: Handys und PCs waren auf dem Schiff untersagt.

Es war ein Projekt gegen digitale Demenz in Zusammenarbeit mit dem Neurowissenschaftler Manfred Spitzer, erklärt die Lehrerin. Die Kinder haben alles selbst gemacht: Vom Segelsetzen über Kochen und Einkaufen bis Klarschiffmachen. Sie führten Tagebuch, machten Fortschritte bei der Rechtschreibung. „Und das Schöne: niemandem hat das Handy gefehlt.“. Das Bienenprojekt sei ebenso wichtig. „Wenn die Bienen aussterben“, so Grit Günther, „stirbt der Mensch auch irgendwann.“

Von Marco Paetzel

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