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Hennigsdorf Das letzte Kohle-Heizhaus geht vom Netz
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Das letzte Kohle-Heizhaus geht vom Netz
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17:25 16.05.2019
Stadtwerkechef Thomas Bethke und Bürgermeister Thomas Günther (r.) mit den letzten Eimern Anthrazit-Kohle, die verfeuert werden. Quelle: Marco Paetzel
Hennigsdorf

Das Zeitalter der Kohlefeuerung in Hennigsdorf ist beendet. „Nach 27 geht das Heizhaus Nord endgültig außer Betrieb“, erklärte Thomas Bethke, Chef der Hennigsdorfer Stadtwerke gestern vor Ort im Heizhaus. Man wolle künftig sauberer, umweltfreundlicher und klimaneutraler Fernwärme bereitstellen. Bereits 2018 wurden die Anlagen des Heizhauses im Zentrum abgeschaltet.

Der letzte Tag im Heizhaus wurde mit einem kleinen Büffet gefeiert, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Stadtverordnete hatten sich die Ehre gegeben. Stadtwerke-Chef Bethke erklärte, wohin die Strategie geht. Die schrittweise Ablösung fossiler Brennstoffe sei ein wichtiger Bestandteil, die Wärmeversorgung in Hennigsdorf vollständig auf regenerative Energieträger umzustellen.

Wärme aus dem Stahlwerk

Wärme soll künftig unter anderem aus industrieller Abwärme des Hennigsdorfer Stahlwerks gewonnen werden. Sie wird künftig über das neu errichtete Heizhaus „Nord II“ auf dem ehemaligen Ino-Gelände in der Veltener Straße in das rund 54 Kilometer lange Fernwärmenetz eingespeist. Voraussichtlich im Juni soll das neue Heizhaus mit einer Leistung von zweimal 5 000 Kilowatt ans Netz gehen. „Noch wirkungsvoller wird die Nutzung der industriellen Abwärme durch den am Standort vorgesehenen Bau eines Wärmespeichers mit einem Fassungsvermögen von voraussichtlich rund 22 000 Kubikmetern“, so Bethke. Hier könnte Abwärme aus dem Stahlwerk gespeichert und nach Bedarf ins Fernwärmenetzgespeist werden.

Rund gut elf Millionen Euro investieren die Stadtwerke in das Projekt, davon rund sieben Millionen für die Abwärme-Auskopplung im Stahlwerk und den Bau des Heizhauses „Nord II“ und 4,2 Millionen Euro für Kesselanlage und Steuerungstechnik. Perspektivisch wollen die Stadtwerke den Anteil der CO2-freien Wärmeerzeugung von aktuell 54 Prozent in den kommenden drei Jahren auf etwa 80 Prozent erhöhen und den Kohlendioxid-Ausstoß um jährlich rund 12 000 Tonnen verringern.

Ab 2028 komplett mit regenerativen Energien heizen

Das Ziel: Ab dem Jahr 2028 soll die Fernwärme in Hennigsdorf komplett aus regenerativen Energiequellen kommen. „Das ist ein Meilenstein für die Entwicklung der Stadt“, erklärte Hennigsdorfs Bürgermeister Thomas Günther. Während andere über Klimaschutz diskutierten, mache Hennigsdorf den nächsten Schritt zur Reduzierung von CO2-Emissionen und zur Begrenzung der Erderwärmung.

1992 wurde das Heizhaus gebaut, seitdem wurden dort rund 37 000 Tonnen Steinkohle verfeuert und rund 30 0000 Megawattstunden an Leistung erzeugt. Ein Gaskessel alten Heizhaus „Nord“ soll noch betrieben werden, bis das Heizhaus „Nord II“ ans Netz geht.

Von Marco Paetzel

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