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Hennigsdorf Demo zum 1. Mai für ein gerechteres Europa
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Demo zum 1. Mai für ein gerechteres Europa
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01:15 04.05.2019
Rund 150 Menschen liefen mit. Quelle: Marco Paetzel
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Hennigsdorf

Als die Mai-Demonstranten um 9.30 Uhr am Postplatz starteten, war Gotthard Otte mittendrin. Wie jedes Jahr, seit der 1964 im Stahlwerk angefangen hatte. Zu DDR-Zeiten sei der 1. Mai eine Pflichtveranstaltung gewesen. „Das haben die meisten Leute wohl nie aus dem Kopf bekommen. Deshalb ist die Beteiligung auch so bescheiden“, sagt der 78-Jährige. Tatsächlich hatten sich nur rund 150 Leute dem Demonstrationszug durch die Hennigsdorfer Innenstadt angeschlossen. „Europa geht anders: Friedlich. Sozial. Gerecht. Vielfältig, Solidarisch“, das war das große Motto an diesem Tag.

Gotthard Otte ist vor allem die soziale Frage wichtig, die schon bei den Kleinsten beginnt. „Wenn die Eltern im Armut leben, ist der Weg der Kinder vorbestimmt. Das darf nicht sein.“ Der Gewerkschafter fordert deshalb vor allem faire Löhne und Mieten. Mehr los war auf dem Platz hinter dem Hennigsdorfer Rathaus, dort gab es ab 10 Uhr eine Kundgebung. Unter anderem forderte Wolfgang Günther, Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes Havelland, eine sozialere EU. „Die europäische Wirtschaft ist durch eine rigide Sparpolitik, den Abbau sozialstaatlicher Leistungen und Lohnkürzungen geprägt.“ Ein Viertel der EU-Bürger sei von Armut oder sozialer Ausgrenzung geprägt, klagte er.

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Europa ist auch für Hennigsdorf wichtig

Hennigsdorfs Bürgermeister Thomas Günther indes skizzierte in seiner Rede, wie wichtig die EU auch vor Ort ist. „Nur mit einem friedlichen, sozialen, gerechten, vielfältigen und solidarischen Europa wird die Entwicklung in unserer Stadt so positiv weitergehen wie bisher.“ Stahlwerk und Bombardier, in Italien und Kanada beheimatet, bestimmten die Wirtschaftsstruktur – genau wie kleine und mittelständische Firmen, etwa aus der Metallbranche oder die schnell wachsende Biotechnologie. „Für viele dieser Unternehmen arbeiten heute schon Menschen aus ganz unterschiedlichen Regionen Europas und der Welt, sie alle liefern Hennigsdorfer Produkte längst in weit entfernte Länder“, sagte Thomas Günther.

Beim Kinderfest im Anschluss hatten die Stahlwerker eine Überraschung: 1200 Euro hatten die Kollegen im Werk gesammelt. Genug Geld, um alle Kinder beim Fest mit Softeis zu versorgen.

Von Marco Paetzel

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